(openPR) Berlin, 29. Dezember 2010. Der Vorstoß des Bundeskartellamts, die Strompreise in Deutschland kritisch zu prüfen, wird sogar in der Energiebranche begrüßt. Unabhängige Stromanbieter kritisieren seit Jahren die Struktur auf dem deutschen Strommarkt. Die Kartellwächter untersuchen nach Medienberichten mögliche Manipulationen im Stromgroßhandel. Die Ergebnisse sollen im Januar vorliegen.
„Auf dem deutschen Markt wird viel getan, um günstige Strompreise zu verhindern“, sagt Robert Mundt, Vorstandsvorsitzender des konzernunabhängigen Anbieters FlexStrom. Mit mehr als 400.000 versorgten Kunden ist ein Versorger wie FlexStrom darauf angewiesen, den Strom bei den großen Konzernen zu kaufen. Den Energieriesen Vattenfall, RWE, E.ON und Energie Baden-Württemberg (EnBW) gehören mehr als 80 Prozent der Stromproduktion in Deutschland.
Infolge dieser Oligopol-Struktur sind die Großhandels-Strompreise in Deutschland nach Angaben von Mundt deutlich höher als in anderen europäischen Ländern. „Es wird uns aber nicht ermöglicht, größere Strommengen aus dem Ausland einzuführen“, kritisiert FlexStrom-Chef Mundt. Angeblich seien die Netzkapazitäten dafür nicht ausreichend. Die zuständigen Stromnetzbetreiber gehören allerdings teilweise zu den Energieriesen, beispielsweise zum RWE- oder EnBW-Konzern.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Monopolkommission festgestellt, es herrsche „weiterhin kein funktionstüchtiger Wettbewerb“ auf den Energiemärkten in Deutschland. Ein Mindestmaß an Konkurrenz gilt allerdings als wichtige Vorbedingung für sinkende Preise. „Mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten ist gut für die Verbraucher“, so FlexStrom-Vorstandschef Mundt.
Der Großteil aller Haushalte in Deutschland wird immer noch vom jeweiligen Grundversorger versorgt. Nach Berechnungen der Bundesnetzagentur lassen sich durch den Wechsel des Stromanbieters mehrere hundert Euro im Jahre sparen. Zum Jahreswechsel erhöhen 570 Anbieter den Strompreis.
„Jeder Stromanbieterwechsel ist ein Zeichen der Verbraucher für mehr Wettbewerb“, sagt dazu Robert Mundt von FlexStrom. Die Rahmenbedingungen müssten dringend verbessert werden: Zum Beispiel durch mehr Möglichkeiten, Strom aus dem Ausland zu kaufen. Damit sinke die Abhängigkeit von den großen Energiekonzernen.








