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BAG-Urteil für die Zeitarbeit: Der Zeigefinger reicht jetzt nicht mehr aus

(openPR) Norbert Fuhrmann, Tarifexperte und Geschäftsführer der Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit GmbH kommentiert das BAG-Urteil zur Tarifunfähigkeit der christlichen Gewerkschaften

Sindelfingen, 15. Dezember 2010 | Auch wenn ich persönlich das Urteil des Bundesarbeitsgericht hinsichtlich der Tariffähigkeit der CGZP in jeder Hinsicht begrüße, steht eines steht fest: Die unheilige Tarifpartnerschaft zwischen AMP und CGZP hat der gesamten Zeitarbeitsbranche zum vorerst letzten Mal einen schweren Imageschaden beigebracht.



Werfen wir einen Blick in die Zeitungen von heute: „Tarifverträge in der Zeitarbeit sind ungültig“ (FAZ), „Höhere Kosten für Zeitarbeit“ (Welt), „Vielen Zeitarbeitsfirmen droht die Pleite“ (Reuters). Was fällt auf? Eine Unterscheidung zwischen „Gut“ und „Böse“ erfolgt in der Regel gar nicht oder erst im dritten Absatz – wenn die Leser sich längst über den Eiswinter in Deutschland oder die neuesten Wendungen im Kachelmann-Prozess informieren.

Was hängen bleiben wird, ist klar – Zeitarbeit ist ein schmutziges Geschäft. Ein Image, das uns bei der Suche nach hoch qualifiziertem Personal oder auch Einfluss in Berlin und Brüssel sehr zum Vorteil gereichen dürfte. Schnell zeigte man in der Vergangenheit seitens der etablierten Verbände mit dem Finger auf das Schmuddelkind AMP, wenn es darum ging den schlechten Ruf der Branche zu verargumentieren. Aber seien wir einmal ehrlich: Doppelanwender mit christlichem Tarifvertrag beherbergten BZA und iGZ seit eh und je. Nach dem Urteil des Berliner Landesarbeitsgerichts flüchteten Hunderte AMP-Anwender zur Verbandskonkurrenz nach Berlin und Münster – niemand da, der sie aufgehalten hätte.

Da verwundert es auch nicht weiter, dass BZA-Vizepräsident Thomas Bäumer es im Zusammenhang mit dem BAG-Urteil „bedenklich“ findet, dass es eine „offensichtlich politische Motivation des Verfahrens gegen die CGZP“ gegeben habe. „Den Urhebern ging es sicherlich nicht um die Klärung einer juristisch komplexen Fragestellung, sondern ausschließlich darum, die CGZP als unliebsame Gewerkschaft in der Zeitarbeit zu beseitigen“, so Bäumer. Angesichts der bevorstehenden Fusion seines Verbandes mit dem nun so geschundenen AMP klingt er wie jemand, dem man ein Bündel Falschgeld weggenommen hat: Zwar weiß derjenige, dass es gegen geltendes Recht verstößt mit „Blüten“ zu bezahlen und Dritte schädigt, aber es wäre halt doch schön gewesen ...

Die beiden größten Branchenverbände BZA und iGZ hatten jahrelange Zeit Stellung zu beziehen und politische wie mediale Grundlagenarbeit zu betreiben, tarifpolitisch partnerschaftliche Wege zu beschreiten – unter dem Strich also nachhaltig an einem besseren Image der Branche zu arbeiten. Der Blick in die Zeitungen von heute unterstreicht einmal mehr, dass das nicht gelungen ist.

Für mich ist nicht erst seit dem gestrigen Urteil klar, dass die Zeiten von selbstauferlegten Absichtserklärungen in unserer Branche vorbei sind. Niemand braucht mehr leere Worthülsen oder den Fingerzeig auf andere. Als unabhängige Zertifizierungsstelle für faire und wertorientierte Zeitarbeitsunternehmen verzeichnen wir in den letzten Wochen eine starke Zunahme an Anfragen von Entleihbetrieben, die eine „saubere“ Zeitarbeitsfirma suchen, und Personaldienstleistern, die bereit sind unabhängigen Auditoren einen Blick in Personalakten, Kundenverträge und Lohnabrechnungen zu gewähren und so ihre faire Arbeitsweise auch nach außen zu dokumentieren.

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