(openPR) Rückblick: Geld und Geldgeschichte
Gold und Silber verkörpern seit jeher eine faszinierende Werthaltigkeit und lösen nicht nur durch ihre Anmutung Emotionen in Menschen aus. Insbesondere in wirtschaftlich turbulenten Phasen rückt der Fokus verstärkt auf die eigenen Vermögenspositionen - schließlich geht es um die Sicherung des hart erarbeiteten Vermögens. Durch den physischen Erwerb von Gold und Silber tragen Sie zur Risikodiversifikation Ihrer Vermögenswerte bei. Unberührt von den großen Krisen unserer Wirtschaftshistorie waren Gold und Silber immer ein sicherer und wertbeständiger Hafen. Während in der Vergangenheit Gold und Silber durch ihre Zahlungsmittelfunktion geprägt waren, werden die beiden knappen Metalle heute vor allem für die Geldanlage und – insbesondere Silber – als Verarbeitungsrohstoff in verschiedenen Industriezweigen genutzt.
Geld und die Edelmetalle Gold und Silber
Die Historie von Gold und Silber ist sehr eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung von Staaten und damit einhergehend mit der Geschichte des Geldes verknüpft. Bereits in der Antike wurde über die Prägung von Gold- und Silbermünzen berichtet, die einen prosperierenden Handel ermöglichten. Edelmetalle nahmen diese Geldfunktion durch ihre beispiellosen Eigenschaften an und fungierten somit als Zahlungsmittel-, Wertauf-bewahrungs- und Wertmessfunktion. Bei der Umstellung auf das uns heute bekannte Papiergeld wurde dieses zunächst ebenfalls mit Edelmetallen unterlegt, jeder Menge an Papiergeld wurde eine entsprechende Menge an Edelmetall zugewiesen. Der Gold- und Silberstandard (Bimetallstandard) entwickelte und etablierte sich. Die Folge der Edelmetallbindung waren Währungsstabilisierungen und niedrige Zins- und Inflationsniveaus. Die Kaufkraft der Papierwährung konnte also klar an einem Sachwert bemessen werden. So tragen bspw. alte US-Dollar-Noten Aufschriften, die eine Konvertierung auf eine festgelegte Menge an Goldmünzen beziffern.
Die Wirkung einer Edelmetallkopplung an Papiergeld
Von großer Bedeutung ist die Erkenntnis, dass eine solche Edelmetallbindung der Währung den monetären Handlungsspielraum der Regierenden einengt, da die Menge des Geldes nur durch die Erhöhung des Edelmetallbestandes ausgeweitet werden kann. Im Umkehrschluss ist leicht zu erkennen, dass die Entkoppelung des Geldes von einem Metallstandard Inflations- und Verschuldungsgefahren Tür und Tor öffnet und dem Funktionserfüllungsgrad des Geldes eine gehörige Portion Willkür ermöglicht. Die letzte Edelmetall-hinterlegung wurde am 15. August 1971 durch den damaligen US-amerikanischen Präsidenten Richard Nixon aufgehoben, welcher das bis dahin geltende Schuldversprechen, US-Dollar zu einem festen Kurs von 35 Dollar pro Feinunze zu tauschen, widerrief und somit eine neue Zeitrechnung in unserem Weltwährungssystem einläutete.
Ära der expansiven Geldpolitik - Das große Experiment
In der einschlägigen Literatur wird die Aufhebung der Konvertibilität des Dollars in Gold und dem damit einhergehenden Beginn eines Systems ungedeckter Währungen auch als eines der größten ökonomischen Experimente der Geschichte angesehen. Die Entwicklung der Währungen liegt seither hauptsächlich im Wirkungskreis der Politik und der Bürokratie. Die in diesem Zusammenhang auftretende negative Anreizstruktur ist simpel festzustellen, birgt aber erhebliche Risiken. Die Geld- und Kreditmengen befinden sich seither auf einem starken Expansionspfad. Die zukünftige Trendfolge wird insbesondere durch die starke Staatsverschuldung gefestigt. Im Fall der Bundesrepublik Deutschland lässt sich die Grundlage der Staatsverschuldung im Prinzip des Sozialstaats finden, welches in den größten Teilen auf Wahlgeschenken der Vergangenheit basiert.
Der politische Opportunismus
Mehrere Faktoren drohen diese dramatische Haushaltsentwicklung zu verschärfen. Der demographische Faktor und damit einhergehend die Überalterung der Gesellschaft werden zukünftig, bei einer weiteren Abnahme der Anzahl von Beitrags- und Steuerzahlern, die Belastung des Haushalts durch den Sozialblock verschärfen und somit auch für keine Entspannung an der Schuldenfront sorgen. Weiterhin beschleunigt die exponentielle Zinseszinswirkung den Anstieg der Staatsverschuldung.
Sofern das wirtschaftliche Wachstum keine exponentielle Entwicklung nimmt, ist eine Konsolidierung des Haushaltes ausschließlich durch die Kürzung der Staatsausgaben möglich. An dieser Stelle kommt der politische Opportunismus ins Spiel, welcher bereits aus Wahlerfolgsgründen die Wahrscheinlichkeit der konsequenten Verfolgung eines solchen Kurses minimiert. Vielmehr ist in turbulenten Wirtschaftsphasen eine weitere Ausweitung des Geld- und Kreditmengenwachstums zu erwarten, welches das ohnehin sensible Gerüst des aktuellen Weltwährungssystems strapazieren.
Das Beseitigen von Schulden durch Inflation (Geldentwertung) wird aus meiner Sicht die bevorzugte Spielart der Politik werden. Allerdings zeigt das japanische Beispiel, dass man es mit etwas Gelddrucken hier und da nicht schafft, die einer Entschuldung innewohnenden extremen Deflationstendenzen (weniger Nachfrage = niedrigere Preise) zu brechen. Dazu bedarf es massiver Ausweitungen der Geldmenge (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Quantitative_Lockerung) über längere Zeiträume und genau das ist es, was ich erwarte. Sobald jedoch Inflation einsetzt, wird die Zinslast bei allen Schuldnern rapide steigen und damit steigen die Pleiterisiken. Können die Notenbanken in einer solchen Situation auf die Liquiditätsbremse treten, um eine zu hohe Inflation zu vermeiden? Das dürfte schwierig werden. Ein Überschießen der Inflation - verbunden mit großen wirtschaftlichen Problemen - könnte die Folge sein. Am Ende des Ganzen könnte es zu massiven Verwerfungen kommen, die nur durch eine konzertierte Aktion aller großen Wirtschaftsmächte zu lösen wären. Eine gleichzeitige weltweite Schuldenrestrukturierung und die (erzwungene) Einführung eines ganz neuen Währungs-systems sind für mich eine denkbare Variante. Vorstellen könnte ich mir das in den nächsten 5-10 Jahren.
Warum Silber interessante Chancen bietet
Silber ist so ein bisschen etwas „wie der ewige Zweite“ hinter dem alles überstrahlenden Rohstoff Gold. Nicht nur im Sport, auch in der Anlagestrategie heißt es oft erst Gold, dann Silber. Dabei wird meist übersehen, dass Silber einen deutlich höheren faktischen Nutzen bietet. Während Gold überwiegend eingelagert und zur finanziellen Absicherung genutzt wird, unterliegt Silber aufgrund seiner einzigartigen metallischen Eigenschaften einem enormen industriellen Verbrauch. Der Silbermarkt ist analog zum Goldmarkt seit 1991 durch ein strukturelles Defizit geprägt. Dieses resultiert aus der Tatsache, dass die Silbernachfrage größer ist, als das Angebot aus der Minenproduktion und dem Silber-Recycling.Die einzigartigen physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften, die das Edelmetall Silber auf sich vereint, sind Hauptargumente für den enormen Verbrauch von Silber in der Industrie.
Vorteilhaftigkeit der privaten Gold- und Silberdeckung
Die vorangegangenen Schilderungen verdeutlichen die systemimmanenten Risiken unseres Wirtschafts- und Währungssystems. Die ungebremste Schuldenaufnahme in Kombination mit einer exzessiv-expansiven Geldpolitik kann massive Wertminderungswirkungen auf das Geldvermögen haben. Bereits seit Tausenden von Jahren konnte sich die Wertbeständigkeit von Gold und Silber immer wieder beeindruckend unter Beweis stellen. Unter Berücksichtigung der Situation des Gold- und Silbermarktes ist weiterhin von einer weitgehenden Krisensicherheit und Inflationsbeständigkeit beider Edelmetalle auszugehen.
Nach Einschätzung des Bundesverbandes Deutscher Banken ist eine Vermögensallokation in Edelmetallinvestments von 5 % - 10 % des Gesamtvermögens durchaus sinnvoll (Quelle: Bundesverband Deutscher Banken, Gold als Krisenanlage? Edelmetalle im Depot nicht übergewichten; 29. Oktober 2008). In Abhängigkeit der verfolgten Anlageziele kann sogar ein deutlich höherer Edelmetallanteil – insbesondere unter Berücksichtigung der aktuellen Spannungen an den Weltfinanzmärkten – meiner Meinung nach ratsam sein.
Hinsichtlich der sich mittelfristig abzeichnenden Inflationsgefahren, den Unsicherheiten aus dem ungedeckten Papiergeldsystem und den hervorragenden Konstellationen auf dem Gold- und Silbermarkt stellt der physische Besitz der Edelmetalle Gold und Silber gleichzeitig eine Diversifikations-, Wertsicherungs- und Chancenposition im Anlageportfolio dar.
Olaf Neuhaus
Finanzfachwirt (FH)








