(openPR) „Mit fünfzig ist noch lange nicht Schluss“. Dieser Satz – in Abwandlung eines populären Schlagers aus den siebziger Jahren – könnte als Motto über dem Aktionsschwerpunkt stehen, den sich der Regionalverband Südhessen des Liberalen Mittelstands Hessen (LMH) für das kommende Jahr vorgenommen hat. Damit will der Wirtschaftsverband die von der Bundesregierung ins Leben gerufene "Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" unterstützen. Das Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zielt auf bessere Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser ab. Die Gestaltungskraft und Kreativität der Regionen sollen stärker als bisher zur beruflichen Eingliederung und Vermittlung genutzt werden. Insgesamt sind 62 Beschäftigungspakte in diesem Programm zusammengeschlossen. In Südhessen haben sich dem Beschäftigungspakt „ProArbeit 50PLUS“ bisher die Landkreise Bergstraße und Darmstadt-Dieburg als Kooperationspartner angeschlossen. LMH-Regionalvorsitzender Roland von Hunnius (Rimbach/Kreis Bergstraße) betont in einer Pressemitteilung seines Verbandes, dass es „nicht nur darum geht, ältere Arbeitslose zu vermitteln, sondern den Ursachen auf den Grund zu gehen, die dazu führen, dass Beschäftigte über 50 allzu oft aus dem Arbeitsleben ausgesteuert werden“. „Wir müssen uns“, meint v. Hunnius, „wieder klarmachen, welch unermessliches Wissens- und Know-how-Potenzial vergeudet wird, wenn die Wirtschaft auf den Beitrag dieser Menschen verzichtet. Es gibt außer den humanitären also auch handfeste wirtschaftliche Gründe, die Mitarbeit von über 50Jährigen gezielt zu suchen.“ Niemand käme auf die absurde Idee, einen Rechtsanwalt, Steuerberater, Verkaufstrainer oder Arzt mit 51 Jahren für nicht mehr leistungsfähig zu halten. Leider sei die Akzeptanz über 50Jähriger aber weitgehend auf Freiberufler und Selbstständige beschränkt. Bei Mitarbeitern im Angestelltenverhältnis sei die Geringschätzung Älterer indessen noch immer gang und gäbe. Dies sei umso unverständlicher, als viele Unternehmer zugleich einen bedrohlichen Fachkräftemangel beklagten.
Fachlichen Rat hat sich der Liberale Mittelstand Südhessen bei Rolf Meyer (Bickenbach/Kreis Darmstadt-Dieburg) geholt. Meyer ist ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter und wirbt als „Job-Botschafter“ bei der regionalen Wirtschaft für die Einstellung von über 50Jährigen. Er ist überzeugt, dass die demografische Herausforderung sich nur dann erfolgreich bewältigen und gestalten lässt, wenn die Unternehmen in ihrem eigenen Interesse älteren Arbeitnehmern vermehrt eine Chance geben. Drei Handlungsfelder peilt der Liberale Mittelstand an. Erstens will er mit Aufklärung und persönlicher Ansprache seine Mitglieder – allesamt Mittelständler aus der Region – für die Chancen „50 plus“ sensibilisieren. Zweitens sollen die LMH-Mitglieder als Multiplikatoren bei ihren Geschäftspartnern und Bekannten darauf hinwirken, dass auch für deren Mitarbeiter der Satz gilt: „Mit fünfzig ist noch lange nicht Schluss“. Drittens will der LMH Regionalverband Südhessen mit anderen Wirtschaftsverbänden und –organisationen sowie mit regionalen und lokalen Beschäftigungsinitiativen zusammenarbeiten, um Beschäftigten über 50 einen selbstverständlichen Platz im Arbeitsleben zu erhalten. Erste Kontakte haben v. Hunnius und Meyer bereits geknüpft.


















