(openPR) Die Bündelung der monetären Förderung Hessens in einem einzigen Institut kam genau zum richtigen Zeitpunkt und hat sich bestens bewährt. Zu diesem Fazit gelangte der frühere Staatssekretär im Hessischen Wirtschaftsministerium, Dr. Herbert Hirschler, bei seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe Liberaler Wirtschaftskreis Südhessen im Darmstädter Welcome-Hotel. Hirschler ist Sprecher der Geschäftsleitung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank (WI-Bank) Hessen und sprach auf Einladung des Liberalen Mittelstands Hessen e.V. – Regionalverband Südhessen – zum Thema „WI-Bank: Monetäre Förderung des Mittelstands in Hessen”. Die WI-Bank wurde im September 2009 als integraler Bestandteil der Landesbank Hessen-Thüringen (HELABA) gegründet und ersetzt die bisher getrennten Institute IBH (Investitionsbank Hessen) und LTH-Bank, die sich beide mit monetärer Förderung im Auftrag des Landes beschäftigt hatten. Sie hat ihren Sitz in Offenbach. Der Regionalvorsitzende Roland von Hunnius (Rimbach, Kreis Bergstraße) begrüßte mit Hirschler nicht nur einen guten Bekannten aus der Zeit der Regierungskoalition zwischen 1999 und 2003 – v. Hunnius gehörte der FDP-Fraktion des Hessischen Landtags von 1996 bis 2008 an -, sondern auch einen intimen Kenner der südhessischen Verhältnisse. Von 1991 bis 1999 war Hirschler Regierungsvizepräsident und hatte seinen Dienstsitz im Regierungspräsidium am Luisenplatz in Darmstadt. Unter den Besuchern des Liberalen Wirtschaftskreises war auch Dorian Hartmuth (Erzhausen, Kreis Darmstadt-Dieburg), der neu gewählte Landesvorsitzende des Liberalen Mittelstands Hessen.
Hirschler betonte, die WI-Bank sehe sich verpflichtet, den Strukturwandel in Hessen effizient und effektiv zu begleiten und z unterstützen. Damit sollten die Position des Landes und seine Zukunftsfähigkeit gesichert und gestärkt werden. Dies betreffe die wirtschaftliche Verfassung des Landes allgemein und besonders die Infrastruktur, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte sowie soziale Fragestellungen. Ausführlich ging er auf die Förderprodukte der Bank ein. Mit einem Anteil von annähernd 90 Prozent des Fördervolumens sind Förderkredite das wichtigste Instrument. Auf Platz 2 folgen Bürgschaften mit etwa 5 Prozent Anteil. Zuschüsse und Beteiligungen runden das Instrumentarium der WI-Bank ab. Die Schlagkraft der Bank mit einer Bilanzsumme von über 10 Milliarden € (1. Halbjahr 2010) zeige sich in dem erheblich ausgeweiteten Fördervolumen. In den ersten neun Monaten 2010 habe das Neugeschäft um über 40 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert gelegen. Roland von Hunnius folgerte daraus: „Die WI-Bank hat erheblichen Anteil daran, dass die hessische Wirtschaft die Wirtschaftskrise schneller und besser überwunden hat, als dies in anderen Bundesländern der Fall war“.
An konkreten Beispielen erläuterte Hirschler die wichtigsten Förderprodukte für die Wirtschaft. Er ging auf die „Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen“, die Programme der Bürgschaftsbank Hessen, Wachstumsbeteiligungen sowie Zuschüsse für die Beratungsförderung ein. Eine Besonderheit sei das in der WI-Bank etablierte EU-Kompetenzzentrum. Es trage der großen und wachsenden Bedeutung der EU für die Förderpolitik in Hessen Rechnung. Das Zentrum helfe, europäische Fördermittel für hessische Unternehmen zu bekommen, begleite europäische Entscheidungsprozesse und halte ständig Kontakt zu europäischen Förderbanken.
Mit der elektronischen Antragstellung leiste die WI-Bank ihren Beitrag zum Bürokratieabbau und zur Verbesserung der Transparenzin der monetären Wirtschaftsförderung. Die Bank sei zwar Teil der HELABA, aber zur strikten Wettbewerbsneutralität verpflichtet. Anders wäre es gar nicht denkbar, das Hausbankprinzip zu verfolgen. Die WI-Bank arbeitet mit der jeweiligen Hausbank des Antragstellers zusammen. Von deren Initiative und Kooperationsbereitschaft hänge der Erfolg des Förderkonzepts entscheidend ab. In diesem Zusammenhang hob Hirschler einige besonders fortschrittliche Hausbanken lobend hervor, die in ihr eigenes IT-System bereits die Förderkonditionen der WI-Bank integriert haben. So werde es dem Kunden ermöglicht, mit einem einzigen Akt sowohl die Hilfe durch die Hausbank als auch die Förderung der WI-Bank zu beantragen. Hirschler erwartet im Zuge der anziehenden Konjunktur kurzfristig eher eine Beruhigung des Förderwachstums seiner Bank. Trotzdem ist sich v. Hunnius sicher, dass es ein Zurück zum alten System gesplitteter monetärer Förderung in Hessen nicht geben darf.






