(openPR) BDVT-Abend des Regionalclubs Berlin-Brandenburg am 25.10.2010
„Am Anfang war Aristoteles…“ So begann Ulrike Martzinek ihren Vortrag beim BDVT. Frau Martzinek, Diplom-Psychologin und Gründungscoach, kam extra aus Hamburg angereist, um mit dem Regionalclub Berlin-Brandenburg über das systemische Coaching zu diskutieren.
Ich hatte bis dahin schon einige Bücher zu dem Thema gelesen und mich damit auseinander gesetzt, doch so dediziert und anschaulich wie an diesem Abend hatte ich es noch nicht erlebt.
„Was ist Kybernetik?“ fragte Ulrike Martzinek und die Diskussionen begannen. „Die Steuermanns Kunst.“ „Die Grundlage der Systemtheorie.“ „Das bedeutet, seine Klienten zu steuern.“ …waren die Antworten.
„Und was ist die Kybernetik der Kybernetik?“ fragte sie. Kurze Stille im Raum. Antwort: „Die Steuerung des Steuermanns. Denn, wer kontrolliert den? Wer bestimmt, was richtig, was falsch ist.?“
„Homöostase – der Drang eines Systems, sich immer wieder in seine Urform zu begeben.“ Bedeutet: Wenn du dein inneres System ändern willst, musst du dein äußeres ebenfalls ändern. Sie gab uns ein Beispiel: Eine Klientin von Virgina Satir hatte es nach einem halben Jahr Begleitung geschafft, ihr eigenes System zu verändern und damit ihre Probleme zu lösen. Sie ging heim zu ihrer Familie…und nach einer Woche war sie wieder in ihr altes System zurückgefallen. Warum? Weil das äußere System stärker war. #Coachingbasics
„Selbst wenn ich nicht ins Alte zurück will – das Alte will mich wieder!“ Systeme sind natürlich verschieden starr oder flexibel – daher gilt es im Coaching, zunächst herauszufinden, wie starr das innere und äußere System eines Klienten ist.
Weiter ging´s mit dem Begriff der Autopoiese – Systeme organisieren sich selbst – wir können nur Input liefern, aber nicht beeinflussen, was sich wie ändert. #Coachingbasics
Später ging es noch um Kontext („Jedes Verhalten macht Sinn, wenn du den Kontext dazu kennst.“), Fähigkeiten („Probleme entstehen erst, wenn Fähigkeiten und Kontext nicht zusammen passen.“), Kohärenzen im System und Haltungsfragen.
Insgesamt war der Vortrag unglaublich gehaltvoll. Und er hat JEDEM
Coach, der dort war, wieder einmal ins Gedächtnis gerufen, warum das
Coaching so eine verantwortungsvolle Aufgabe ist. Und dass ein Coach
keine Erwartung an das Ergebnis oder den Ausgang haben– und vor allem keine Steuerung in seinem Sinne betreiben sollte.
Literaturtipp für Interessierte: „Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung“ (Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer)













