(openPR) BDVT-Abend des Regionalclubs Berlin-Brandenburg am 29.11.2010
Am Montag versammelten sich wieder Trainer, Coaches und Personalentwickler, um gemeinsam zu Netzwerken, gutes Essen zu genießen (immerhin-berlin.de) und um sich den Vortrag von Andreas Dolle anzuhören. Thema war die Erfolgskontrolle im Training –auch anwendbar für Coachings, Beratungen und andere Personalentwicklungsmaßnahmen.
Andreas Dolle, Leiter des ADM Instituts in Paderborn und Leiter der Fachgruppe er:kon im BDVT, begann seinen Vortrag mit der Einführung in die Bloomschen Taxonomiestufen. Benjamin Bloom hatte seinerzeit die Unterteilung von Lernzielen vorgenommen, um Erfolge leichter messbar zu gestalten: kennen > können > anwenden > erklären > weiterentwickeln. Für Trainings bedeutet dies: Vorab festlegen, welche Stufe erreicht werden soll und im Nachgang evaluieren, ob und wie weit dies geschah.
Warum Erfolgskontrolle? „Der Trainermarkt hat sich in den letzten Jahren sehr bewegt“, so Andreas Dolle. Das Angebot sei stetig gestiegen und somit die Preise gesunken. Zudem hätten sich die Intervalle der Trainings stark verlängert. „All das führt dazu, dass die Erfolgskontrolle unseres Tun mehr und mehr in den Fokus unserer alltäglichen Arbeit rückt“, argumentiert Dolle. Und er führt eine sagenhafte Statistik an: „Rund 99% aller Trainer führen keine richtige Erfolgskontrolle durch.“
Wie nun also vorgehen?
1. Einstieg in die Auftragsklärung mit Coachingfragen an den Auftraggeber: „Woran würden Sie erkennen, dass „was auch immer“ erfolgreich war?“ „Was muss passieren, damit die Maßnahme erfolgreich ist?“ … „Machen Sie unbedingt eine Standortanalyse mit Ihrem Kunden“, empfiehlt Andreas Dolle. „Schauen Sie gemeinsam, was schon da ist und was noch erreicht werden soll.“
2. Ziele definieren. Es gibt Ziele in den Bereichen der Rendite, des Marketings, des Wissens, der Motivation und der Persönlichkeit.
3. Verschiedene Ebenen der Erfolgskontrolle definieren:
1. Ebene: Wie beurteilen die Teilnehmer das Seminar?
2. Ebene: Was haben die Teilnehmer konkret gelernt?
3. Ebene: (Wie) Wenden die Teilnehmer das Erlernte an?
4. Ebene: Welche Ergebnisse wurden daraus erzielt?
5. Ebene: Wie hoch ist der ROI (Return on Invest) der Maßnahme?
Eine gute Möglichkeit, um Erfolge zu dokumentieren, stellt das Teilnehmertagebuch dar. Dort können die TN nach jedem Lernabschnitt Über das Erfahrene reflektieren und den Transfer von der Theorie in die Praxis schaffen. Sie überlegen, wie sie das Gelernte in ihrem Berufsalltag anwenden, was sie dafür schon haben und was noch fehlt…Abstufungen lassen sich hier durch die Kriterien „Bedeutung“ und „Fähigkeit“ erreichen – die dann wieder in der Entwicklung sehr gut nachvollzogen werden können.
Last but not least gibt Andreas Dolle einen wichtigen Hinweis: „Stellen Sie immer sicher, dass die erzielten Ergebnisse auch wirklich etwas mit Ihrem Handeln zu tun haben. Schließen Sie externe Faktoren bestmöglich aus.“ Ein Beispiel dazu: Wenn ein Verkaufstraining gemacht wird und dazu die Provisionen für die Verkäufer erhöht werden, ist nachher nicht eindeutig nachzuvollziehen, was zu einem Effekt geführt hat: Die Provision oder das Training.
Nach dem Vortrag ergab sich eine spannende Debatte um Sinn und Gestaltung von Erfolgskontrollen. Letztendlich waren sich jedoch alle Anwesenden einig: Erfolgskontrolle ist extrem wichtig für Trainer und Coaches. „Sie sichert nicht nur Erfolge für den Auftraggeber, sondern auch für die Teilnehmer und, nicht zuletzt, für den Trainer selbst.“ meint einer der Trainer aus der Runde.
Nähere Informationen zum Thema Erfolgskontrolle finden Sie in der Fachgruppe er:kon im BDVT und bei Andreas Dolle www.adm-institut.de













