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Eiweiß oder Kohlenhydrate

30.11.201013:38 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Derzeit macht in den Medien wieder mal eine angeblich bahnbrechende Ernährungsstudie die Runde, durchgeführt von Arne Astrup und Thomas Meinert Larsen, Universität Kopenhagen (s. Art. "Diets with High or Low Protein Content and Glycemic Index for Weight-Loss Maintenance", NEJM, 25.11.2010). Die Teilnehmer hatten allesamt bereits eine ansonsten unspezifische Diät mit max. 3,3MJ (800kcal) pro Tag durchgeführt. Für die Studie nun wurden die Teilnehmer mehreren Gruppen zugeordnet, deren Ernährung sich nach Protein-Anteil und Glykämischem Index (Glyx; GI) unterschied. Laut Meinert Larsen und Astrup hilft eine eiweißreiche, fettarme und kohlenhydratarme Ernährung am besten, um abzunehmen resp. um nach einer Diät das Gewicht zu halten (gegen den "Jojo-Effekt"). Dementsprechend sollten die bislang geltenden Ernährungsempfehlungen angepasst werden. Zur optimalen Ernährung würden dann neuerdings z.B. viel Fleisch und wenig Kartoffeln gehören, also quasi das umgekehrte Verhältnis zu heutigen EU-Gesundheitsempfehlungen.


Einige Aspekte dieser "revolutionären" Empfehlungen:
1. Die Gewichtsabweichungen zwischen der schlechtesten (wenig Eiweiß, hoher GI) und der besten (viel Eiweiß, niedriger GI) Gruppe betrug nur ca. zwei Kilogramm. Zudem wurde dabei anscheinend nur das Körpergewicht gemessen, d.h. die eigentlich interessanten Werte, i.e. Körperfettanteil sowie Taille-Höhe-Verhältnis (Waist to Height Ratio, WHtR), blieben unberücksichtigt.
2. Eine Kalorie ist eine Kalorie. Das haben nun schon mehrere Forscher belegt, neulich z.B. Frank Sacks von der Harvard School of Public Health, Februar 2009. Ob "wenig Kohlenhydrate" ("low carb" - carbohydrates) oder "wenig Fett" ("low fat"): Für das Gewicht ist letztlich doch die Energiebilanz ausschlaggebend. Zuviele Kalorien machen dick - ob sie nun aus Kohlenhydraten, Fetten oder Eiweißen stammen.
3. Der Glyx dient als Maßeinheit, wie ein Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel wirkt. Bei der Glyx-Bestimmung ergeben sich aber verschiedene Probleme, z.B. daraus, dass Lebensmittelkombinationen die Einzelwirkungen der Lebensmittel auf den Blutzucker ändern können. Immerhin: Praktisch alle Diäten / Ernährungsempfehlungen kommen darin überein, dass der Zuckerkonsum niedrig bleiben sollte, denn Zucker liefert nur "leere Kalorien", d.h. keine Vitamine und Mineralstoffe. Die stärkehaltigen Kartoffeln liefern dagegen auch z.B. Calcium, Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor, Vitamin C; zudem liefern sie auch gut verwertbares Eiweiß.
4. Überhöhte Mengen an Proteinen (Purine), wie sie v.a. in Fleisch enthalten sind, können zu Gicht und Nierenschäden führen.
Kritiker dieser neuen Studie können also darauf verweisen, dass ein fragwürdiger Diät-Erfolg mit fragwürdigen Ernährungsgewohnheiten erkauft wird. Und bei Berücksichtigung der bekannten "Glyx"-Problematik sowie der generellen Empfehlung einer zuckerarmen Ernährung bleibt auch hier wieder das Unbehagen, dass Kohlenhydrate zu undifferenziert gesehen werden, was jedenfalls bei der "low-carb"-Ideologie der Fall ist. Die Gefahren einer zu fettarmen Ernährung, insbesondere die Unterversorgung mit essentiellen Fettsäuren, sind ebenfalls schon lange bekannt.
Folglich hält der Verf. weiterhin die üblichen Ernährungsempfehlungen grundsätzlich für einen brauchbaren Anhaltspunkt: Hinsichtlich der Nährstoffe sollte der Kalorienbedarf zu 50-60% aus Kohlenhydraten (v.a. Obst, Gemüse, Vollkornprodukte; wenig Zucker), 30% aus Fetten (v.a. ungesättigte Fettsäuren) und 10-20% aus Eiweißen (v.a. pflanzlich; Fleischkonsum nicht höher als ca. 500g pro Woche) bestehen. Für einen Tagesbedarf von 2.000kcal sind das 1.000-1.200kcal Kohlenhydrate (ca. 250-300g; davon weniger als 50g Zucker), 600kcal Fett (ca. 65g), 200-400kcal Eiweiß (ca. 50-100g). Auch der Anteil an Ergänzungsstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe) muss dem persönlichen Bedarf angepasst werden. Ein einmal sorgfältig erstellter und dann im wesentlichen beibehaltener Ernährungsplan entlastet von ständigem großen Aufwand bei der Essensauswahl.
Insgesamt scheint also keine Notwendigkeit zu bestehen, den Forderungen von Meinert Larsen und Astrup nach neuen Ernährungsempfehlungen zu entsprechen.

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