openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Bundesrat kritisiert De-Mail-Gesetz

24.11.201008:13 UhrIT, New Media & Software

(openPR) Experten sehen Nachbesserungsbedarf in vielen Punkten

Hüfingen, 23. November 2010 – Der Gesetzesentwurf für De-Mail wird von Experten aus den Fachausschüssen des Bundesrats in zahlreichen Punkten kritisiert. In einem 20-seitigen Empfehlungspapier werfen sie eine Vielzahl ungelöster Fragen auf, über die die Länderchefs bei ihrer Plenarsitzung am kommenden Freitag beraten werden.



Die regify AG, die spezialisiert ist auf vertrauliche und verbindliche E-Mail Kommunikation, nimmt zu den aufgeworfenen Fragen Stellung:

1. Ende-zu-Ende Verschlüsselung:
Zitat in den Empfehlungen der Ausschüsse: „…Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung findet nicht statt, die Nachrichten werden zur Überprüfung von Viren und zur Prüfung, ob es sich um eine SMTP-Mail handelt, kurzfristig entschlüsselt. Während dieses Vorgangs sind die Nachrichten einem erhöhten Risiko des Angriffes durch unbefugte Dritte ausgesetzt. Der Bundesrat hat daher datenschutzrechtliche Bedenken gegen die vorgesehene Verschlüsselung und fordert die Bundesregierung auf, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vorzusehen."

Ohne Ende-zu-Ende Verschlüsselung ist das Briefgeheimnis nicht gewahrt, denn De-Mail-Provider öffnen mit dem vorgesehenen De-Mail-Verfahren jede einzelne vertrauliche Nachricht. Viele Nutzer könnten alleine aus Gründen des Datenschutzes De-Mail nicht verwenden.

2. Fehlende Übertragbarkeit des De-Mail-Kontos
Zitat in den Empfehlungen der Ausschüsse: „…Der Entwurf erhält keine Regelungen etwa zur Möglichkeit der Übertragung eines De-Mail-Kontos und deren Adressierung von einem Dienstanbieter auf den anderen oder zu Kündigungsmöglichkeiten.“

Gemäß aktueller Konzeption soll der Name des jeweiligen Providers (z.B. GMX, T-Online) in der De-Mail-Adresse enthalten sein. Beim Wechsel eines Providers sind E-Mail-Accounts nicht übertragbar. Der Nutzer steht damit im Fall eines gewünschten Wechsels vor einem ungelösten Problem. Er ist ungewollt an den De-Mail-Provider gebunden. Zitat der Experten: „Die Festlegung auf nur eine ‚Kennzeichnung’ erlaubt providerabhängige Domänenteile. Das erschwert den ‚Umzug’ eines Nutzers zu einem anderen Provider und behindert den Wettbewerb.“

3. Wettbewerbsbeschränkung durch De-Mail-Gesetz
Zitat in den Empfehlungen der Ausschüsse: „Sofern die Möglichkeit der elektronischen Zustellung gegen Zugangsbestätigung für sinnvoll und erforderlich gehalten wird, sollte sie demgegenüber nicht nur den Nutzern von De-Mail-Diensten ermöglicht werden, sondern allen Nutzern sicherer Kommunikationssysteme, bei denen die Authentizität der Nutzer sichergestellt ist."

Es ist aus Wettbewerbsgründen nicht einzusehen und wäre nachteilig für den Nutzer, wenn andere Verfahren mit vergleichbaren Leistungsmerkmalen qua Gesetz gegenüber De-Mail benachteiligt würden.

4. De-Mail engt technisch zu sehr ein
Zitat in den Empfehlungen der Ausschüsse: „Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, im weiteren Gesetzgebungsverfahren zu prüfen, wie gewährleistet werden kann, dass Regelungen über die Möglichkeit von elektronischen Zustellungen durch Behörden gegen Zugangsbestätigung technikneutral ausgestaltet werden können."

Der Bundesrat macht mit seiner Kritik transparent, dass De-Mail heute nicht technikneutral ist, sondern dass durch das De-Mail-Gesetz ein eng spezifiziertes Produkt qua Gesetz eine Alleinstellung hätte. Alternative Produkte würden benachteiligt, und dies selbst dann, wenn sie in zentralen Leistungen wie der lückenlosen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung überlegen wären.

De-Mail inkompatibel mit DIN-Normen für postalische Dienste
Weiterhin ist De-Mail nicht konform mit DIN- und EU-Normen. Die vorige Woche finalisierten europäischen postalischen Standards CEN 15121/1+2 wurden vom DIN-Gremium für postalische Dienste für Deutschland unverändert übernommen. De-Mail ist nicht kompatibel mit diesen gültigen postalischen Standards und erfüllt somit nicht einmal Minimalforderungen hinsichtlich Kompatibilität.

Fehlende Trennung von Dienst und Netz
Ein grundsätzliches Wettbewerbsproblem schafft die fehlende Trennung von Dienst und Netz. De-Mail bedingt eine neue E-Mail-Infrastruktur, die untrennbar mit dem eigentlichen Dienst verwoben ist. Wettbewerb würde so behindert, und das Geschäft wäre zum Nachteil der Nutzer auf wenige große E-Mail-Anbieter konzentriert. Es ist ein Anachronismus, dass ausgerechnet in einem neuen Markt das bewährte Muster zur Öffnung von Märkten, nämlich die Trennung von Dienst und Netz, keine Anwendung finden soll.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 488719
 1105

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Bundesrat kritisiert De-Mail-Gesetz“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von regify AG

regify expandiert in Benelux und Frankreich
regify expandiert in Benelux und Frankreich
Großes Potenzial für regibill Luxemburg, 14. Oktober 2011 – Die regify-Gruppe dehnt ihre Vertriebsaktivitäten in den Benelux-Staaten und nach Frankreich aus. „Belgien und die Niederlande sind nach Luxemburg die nächsten logischen Schritte im Rahmen unserer Expansionsstrategie. Beide Länder bieten für das regify-Geschäftsmodell einen interessanten Markt mit neuen vielversprechenden Chancen“, so Kurt Kammerer, CEO der regify-Gruppe. Für Frankreich erhofft sich regify aufgrund der einfachen Nutzung des regify-Verfahrens große Resonanz. „Derzeit…
Fiducia IT AG ist regify-Provider
Fiducia IT AG ist regify-Provider
770 Volks- und Raiffeisenbanken können vertrauliche Bankdaten sicher verschicken und empfangen Hüfingen, 25. November 2010 – Die regify AG hat mit der Fiducia IT AG, Karlsruhe, einen bedeutenden Provider aus dem Bankenbe­reich gewonnen. Fiducia bietet als IT-Dienstleister ihren Partnerbanken den vertraulichen und verbindlichen E-Mail-Service an. Als regify-Provider betreibt sie den Service, kümmert sich um die Benutzerverwaltung und authentifiziert die Benutzer. Für die Mitarbeiter der Banken der genossenschaftlichen Finanzgruppe, die über d…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bundesrat soll Aigners Tierschutzgesetz aufhalten
Bundesrat soll Aigners Tierschutzgesetz aufhalten
Pressemitteilung Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. 17.01.2013Bundesrat soll Aigners Tierschutzgesetz aufhalten Morgen berät der Agrarausschuss des Bundesrats über die Änderungen des Tierschutzgesetzes. Der Bundestag hat diesen Änderungen bereits am 28. November zugestimmt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte appelliert …
BKA-Gesetz / Bundesrat / Innenminister Schäuble
BKA-Gesetz / Bundesrat / Innenminister Schäuble
Verzicht üben und Innenminister Schäuble beim Wort nehmen Der Bundesrat hat heute dem umstrittenen BKA-Gesetz die Zustimmung verweigert. Dazu erklärt Petra Pau, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und im Innenausschuss: Die Abstimmung im Bundesrat zeigt: Nahezu allen Parteien haben schwerwiegende Bedenken gegen das BKA-Gesetz, die FDP, die Grünen, …
Kleiner Fehler – große Wirkung: EEG benachteiligt umweltverträgliche Biogasproduktion
Kleiner Fehler – große Wirkung: EEG benachteiligt umweltverträgliche Biogasproduktion
Berlin, 08.07.2011| Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das heute den Bundesrat passiert hat, enthält einen Fehler, der klein scheint, aber große Wirkung entfaltet: Eine in der vergangenen Woche im letzten Moment im Bundestag eingebrachte Änderung hat Kleegras aus der höchsten Vergütungsstufe gekippt – die zusätzlichen zwei Cent pro Kilowattstunde …
Revision des Tierschutzgesetzes: Botschaft verabschiedet
Revision des Tierschutzgesetzes: Botschaft verabschiedet
Bern, 9. Dezember 2002 - Der Bundesrat hat die Botschaft zur zuhanden der eidgenössischen Räte verabschiedet. Er entspricht damit einer Reihe von Empfehlungen der Geschäftsprüfungskommission des Ständerates. Mit der Revision soll der Vollzug des Tierschutzgesetzes verbessert werden. Dazu werden neue Vollzugsinstrumente geschaffen. Das Schutznivau der …
Vertraulichkeit gegen „Yes we scan“
Vertraulichkeit gegen „Yes we scan“
… mit Radio Erft. De-Mail greift zu kurz Regify erneuert in diesem Zuge seine Kritik an der Behandlung der De-Mail im E-Government-Gesetz, das vergangenen Freitag vom Bundesrat beschlossen wurde. „Gerade vor dem Hintergrund dieses großen Enthüllungsskandals ist es umso unverständlicher, warum die Politik ein solches Gesetz passieren lässt, das für die …
Bild: 1ARATGEBERRECHT informiert: Bundesrat billigt Änderung des VertragsarztrechtsBild: 1ARATGEBERRECHT informiert: Bundesrat billigt Änderung des Vertragsarztrechts
1ARATGEBERRECHT informiert: Bundesrat billigt Änderung des Vertragsarztrechts
Die vom Bundestag am 27. Oktober 2006 beschlossene Änderung des Vertragsarztrechts kann in Kraft treten. Der Bundesrat billigte das Gesetz und fasste hierzu eine Entschließung. Darin werden die Regelungen des Gesetzes zur Änderung des Vertragsarztrechts und anderer Gesetze , die durch Liberalisierung und Flexibilisierung eine Verbesserung der ärztlichen …
Zur Entscheidung am 1. Februar: Bundesrat soll Tierschutzgesetz stoppen
Zur Entscheidung am 1. Februar: Bundesrat soll Tierschutzgesetz stoppen
Pressemitteilung Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. 31.01.2013 Zur Entscheidung am 1. Februar:Bundesrat soll Tierschutzgesetz stoppen Morgen nimmt der Bundesrat zu den vom Bundestag am 12. Dezember verabschiedeten Änderungen des Tierschutzgesetzes abschließend Stellung. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte erwartet …
Regify-Gruppe: Scharfe Kritik an De-Mail im E-Government-Gesetz
Regify-Gruppe: Scharfe Kritik an De-Mail im E-Government-Gesetz
… breit zu modernisieren; so soll unter anderem De-Mail weiter gefördert werden. Die Regify-Gruppe hatte bereits 2010 und 2011 das De-Mail-Gesetz bzw. die De-Mail in öffentlichen Stellungnahmen kritisiert und erneuert ihre Vorbehalte. Die Kritikpunkte im Einzelnen: 1. Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung De-Mail schreibt keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung …
Widerworte passen nicht in Schäubles Demokratie-Bild
Widerworte passen nicht in Schäubles Demokratie-Bild
Thema: Schäuble / BKA-Gesetz / Bundesrat Bundesinnenminister Schäuble will den Abstimmungsmodus im Bundesrat zu seinen Gunsten ändern, um das umstrittene BKA-Gesetz zu retten. Dazu erklärt Petra Pau, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Innenausschuss: Erneut zeigt sich: Wenn Innenminister Schäuble schwarz sieht, dann sieht Verfassungsminister …
Einführung einer steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus - Überarbeitungswünsche des Bundesrates
Einführung einer steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus - Überarbeitungswünsche des Bundesrates
Ein richtiger Schritt nach vorn, aber nicht die erforderliche Kurskorrektur zu einer effektiven Förderung des Wohnungsneubaus! Der Bundesrat hat in seiner Plenarsitzung am 18.03.2016 der Bundesregierung mehrere Änderungen zum Entwurf des Gesetzes zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus vorgeschlagen (Quelle: http://www.bundesrat.de/SharedDocs/downloads/DE/plenarprotokolle/2016/Plenarprotokoll-943.pdf?__blob=publicationFile&v=2): …
Sie lesen gerade: Bundesrat kritisiert De-Mail-Gesetz