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Die Totmacher vom Westerberg

22.11.201008:31 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Die Totmacher vom Westerberg
Bild: www.andreasholgerklein.de
Bild: www.andreasholgerklein.de

(openPR) Wenn die ersten Herbststürme den Wald gefegt haben und das Gehölz sich langsam lichtet, finden auf dem Westerberg zwischen dem Boehringer-Standort Ingelheim und dem idyllischen Weinort Gau-Algesheim wie an vielen Orten in Deutschland Drückjagden auf Schwarzwild statt. Die Drückjagd ist eine Bewegungsjagd, bei welcher meist ‚zig Treiber mit ihren Hunden das Wild aufscheuchen und den Jägern vor die Büchsen „drückt". Ziel ist es, möglichst viele Tiere zu töten.



Durch den Einsatz der Treiber und von Hunden flüchtet das Wild in Panik. Gezielte und tödliche Schüsse sind bei dieser Art Veranstaltung die Ausnahme. Nicht nur weil die Tiere hochflüchtig sind, sondern auch weil viele Jäger nur ungenügende Schießpraxis haben und das Schießvermögen auch keiner Prüfung unterzogen wird. Untersuchungen sprechen davon, dass nur etwa 35 % der Tiere bei Bewegungsjagden mit dem ersten Schuss tödlich getroffen werden. Die meisten Tiere werden dagegen zunächst nur angeschossen und rennen mit zerschossenen Gliedmaßen oder zerfetztem Unterleib um ihr Leben. Eine unverzügliche Nachsuche, wie sie das Gesetz fordert, ist aufgrund des Organisationsablaufs einer Bewegungsjagd oft nicht möglich und führt dazu, dass Tiere entweder nach Stunden oder Tagen leidvoll verenden oder ihr weiteres Leben als Krüppel fristen.

Auch ist es dem Gesetz nach verboten, Wild jeder Art zu beunruhigen. Und das gilt auch für Jäger. Aber genau das passiert hier. Nicht nur Schwarzwild - alle Tiere des Waldes, ob Rehe mit ihren Kitzen oder Füchse werden unter erheblichen Stress gesetzt und geraten in Panik. (An-)geschossen wird in der Regel alles, was nicht ausdrücklich ausgeschlossen wird. Nicht selten werden Jungtieren ihre Eltern weggeschossen.

Kritiker dieser Art zu jagen, darunter zunehmend aus den Reihen der Jäger, vertreten die Meinung, dass diese Jagdform weder „waidgerecht" noch tierschutzrechtlich tragbar ist. Im ersten Heft dieses Jahres bezeichnet die auflagenstarke Jägerzeitschrift "Wild und Hund" revierübergreifende Bewegungsjagden als "Totmacher" und spricht in diesem Zusammenhang von einer "Schande".

Die gleiche Zeitschrift zitierte bereits 2002 den bekanntesten deutschen Wildschweinkenner und Jäger Norbert Happ: „Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht". Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: „Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten", so Happ.

Wissenschaftler verweisen seit Jahren darauf. Anhand einer im renommierten "Journal of Animal Ecology" veröffentlichten Langzeitstudie (2009, S.1278-1290), die auf zahlreiche weitere universitäre Arbeiten und Untersuchungen Bezug nimmt, ist wissenschaftlich erwiesen, dass der hohe Jagddruck hauptverantwortlich für die hohe Wildschweinpopulation ist. Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, insbesondere auf erfahrene Bachen, um so stärker vermehren sie sich.

Die für die Jagdgesetzgebung zuständigen Ministerien aber verschließen sich diesen Erkenntnissen vollends. Anders ist beispielsweise das eben erst novellierte Landesjagdgesetz in Rheinland-Pfalz, welches ausdrücklich die revierübergreifende Jagd ermöglicht, nicht zu interpretieren. Man scheint sich lieber auf unwissenschaftliche Aussagen von jagenden Wildbiologen zu stützen - gibt letztlich wohl auch weniger Ärger, denn wer auf des Politikers Matte steht und sich Gehör verschafft sind im Zweifel die gut organisierten Jäger und ihre Verbände.

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