(openPR) Im 3. Quartal 2010 schrumpfte die Zahl der DSL Neukunden bei den fünf größten deutschen DSL Anbietern auf 46.000. Zusammengenommen stellten die Top-Anbieter zum 30. September insgesamt 21,675 Millionen DSL Anschlüsse bereit.
Die überregional tätigen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW konnten dagegen stabile Zuwächse verzeichnen und die Gesamtzahl ihrer Internet-Kunden um 138.000 auf rund 2,4 Millionen steigern. Der Markt für kabelgebundene Internetzugänge ist also noch nicht ausgetrocknet, allerdings verschiebt sich das Wachstum zunehmend in Richtung der Kabel Internet Angebote.
Der aktuelle Marktreport findet sich unter http://www.dslweb.de/dsl-marktuebersicht.php
Wachstumsmotor Deutsche Telekom schwächelt
Bisher konnte der Deutsche Telekom zuverlässig für hohe Neukundenzahlen sorgen und so die immer häufiger auftretenden Kundenverluste der kleineren Konkurrenten ausgleichen. Nachdem die Telekom im Q2 2010 noch 130.000 zusätzliche DSL Anschlüsse hatte schalten können, kam der Marktführer im 3. Quartal jedoch lediglich auf 46.000 Netto-Neukunden. Zuletzt waren die Zugewinne der Telekom im Q3 2009 vom fünf- in den sechsstelligen Bereich abgestürzt.
Vodafone kann wieder zulegen, 1&1 rutscht erneut ins Minus
Im Q2 2010 hatte Vodafone zum ersten Mal einen effektiven Verlust von 6.000 DSL Anschlüssen zu beklagen. Der Provider konnte das Ruder jedoch wieder herumreißen und beendete das 3. Quartal 2010 mit einem Plus von 15.000 DSL Kunden. Insgesamt zählte Vodafone zum 30. September rund 3,47 Millionen DSL Verträge und ist damit weiterhin der kundenstärkste DSL Anbieter hinter der Deutschen Telekom.
Die DSL Kundenzahl von 1&1 verblieb in den letzten beiden Quartalen stabil auf dem Stand von 3,31 Millionen. Dieses Niveau konnte 1&1 im Q3 2010 nun nicht mehr länger halten, unterm Strich verlor der DSL Anbieter 30.000 DSL Verträge. Die Verluste stammen jedoch aus dem Bereich der Resale-Pakete, bei den weitaus profitableren DSL Komplettpaketen gelang es 1&1 dagegen, um weitere 200.000 auf 2,21 Millionen zuzulegen.
Alice stoppt Abwärtstrend
o2 sieht sich bei der Integration seines Zukaufs HanseNet voll im Plan und so wird Alice DSL wie angekündigt bis Ende März 2010 vollständig in die Dachmarke o2 aufgehen. Im Q3 2010 konnten Alice und o2 unterdessen rund 30.000 Netto-Neukunden gewinnen. Dabei sorgte seit Ende 2008 erstmals nicht nur die Kernmarke o2, sondern auch Alice DSL für effektive Zugewinne.
Versatel DSL: Abkehr vom Privatkunden-Geschäft
Da Versatel in Zukunft verstärkt auf den Geschäftskunden-Bereich und die Vermietung seines eigenen Netzes setzen will, rückt das Privatkunden-Segment des Providers immer weiter in den Hintergrund. Ohnehin sind die Kundenzahlen hier schon seit längerem rückläufig und auch im Q3 2010 hatte Versatel weitere 19.000 Anschlussverluste zu verzeichnen. Auch der im August abgeschlossene Verkauf der eigenen Kabel-Sparte soll zu der Neuausrichtung von Versatel beitragen.
Kabelnetzbetreiber gewinnen weiter Marktanteile
Die stark rückläufigen Neukundenzahlen der DSL Anbieter sind nicht nur der zunehmenden Sättigung des Marktes, sondern auch dem Erfolg der Kabelnetzbetreiber geschuldet. Durch günstige Monatspreise und hohe Bandbreiten haben sich die Kabel Internet Angebote inzwischen zur attraktive Alternative zum herkömmlichen DSL Anschluss entwickelt. So stieg die Zahl der Internet-Abonnements bei Kabel Deutschland im Q3 2010 um weitere 60.000 auf knapp unter 1,01 Millionen. Die kleineren beiden überregionalen Kabelanbieter Kabel BW und Unitymedia konnten derweil 34.000 bzw. 44.000 zusätzliche Breitband-Internetverbindungen schalten.
Mobiles Internet als neuer Hoffnungsträger
Während die Umsätze im Festnetz-Bereich weiter zurückgehen, haben die Telekommunikations-Anbieter das mobile Internet als neuen Wachstums-Markt ausgemacht. Vodafone beispielsweise konnte im Q3 2010 ganze 27,2 Prozent mehr mit mobilen Datendiensten umsetzen als im Vorjahresquartal, bei o2 belief sich die Umsatzsteigerung in diesem Segment sogar auf 32,8 Prozent. Die mobilen Datendienste machen so bereits ein Drittel des durchschnittlichen Umsatzes eines o2 Mobilfunk-Kunden aus. Auch der Anbieter 1&1, der kein eigenes Mobilfunk-Netz betreibt, ist im Juli mit neuen UMTS Datentarifen an den Start gegangen und konnte die Zahl seiner UMTS Kunden prompt um 80.000 auf insgesamt 117.000 erhöhen. Das große Interesse der Kunden am mobilen Internet bietet den Providern eine weitere Möglichkeit, sich mit neuen Bündel-Angeboten und zusätzlichen mobilen Anwendungen noch mehr in die Richtung eines vollständig integrierten Telekommunikations-Anbieters zu entwickeln.













