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Kurzer Ratgeber Arthrose

17.11.201014:53 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Kurzer Ratgeber Arthrose

Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. Nach Angaben der Gesundheitsberichterstattung des Bundes leiden allein in Deutschland rund fünf Millionen Menschen an entsprechenden Beschwerden, weitere 15 Millionen von ihnen zumindest zeitweilig. Das liegt zum einen an der demografischen Entwicklung und der immer älter werdenden Gesellschaft. Arthrose ist jedoch ebenso unter jüngeren Menschen verbreitet, da sie begleitend oder als Folge anderer Knieverletzungen auftreten kann. Die Erkrankung verläuft stets chronisch und führt, sofern sie unbehandelt bleibt, im Laufe der Zeit zu äußerst schmerzhaften Bewegungseinschränkungen.



„Glücklicherweise stehen uns inzwischen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, Arthrose erfolgreich zu behandeln“, so Dr. Peter Kranen aus der MANUS Klinik in Krefeld. „Darüber hinaus können Arthrosegefährdete selbst einiges zur Vorbeugung tun.“ Folgende Ratschläge sollten vor allem Menschen beherzigen, deren Verwandte bereits in jungen Jahren an Arthrose erkrankten:

1. Jedes Kilo zu viel belastet die Gelenke. Reduzieren Sie daher gegebenenfalls vorhandenes Übergewicht. Eine Anleitung zum gesunden Abnehmen erhalten Sie von Ihrem Hausarzt oder einer Ernährungsberatung.

2. Eine vitaminreiche, ausgewogene und säurearme Ernährung kann vor allem die im Zusammenhang mit Arthrose auftretenden Entzündungsprozesse positiv beeinflussen. Empfehlenswerte Nahrungsmittel sind Obst, Gemüse, Fisch, Dinkel, Naturreis und Kartoffeln. Zurückhaltend sollten Sie bei tierischen und gehärteten Fetten, Schweine- und Rindfleisch, Wurst, Zucker und Süßigkeiten sowie Alkohol und Kaffee sein.

3. Wer rastet, der rostet! Auch bei einer beginnenden Arthrose ist übermäßige Schonung eher von Nachteil. Die körperliche Aktivität fördert die Produktion der Gelenkflüssigkeit, die das Knie geschmeidig hält. Wichtig ist lediglich, die geeignete Sportart zu wählen. Infrage kommen beispielsweise Schwimmen, Nordic Walking oder gezielte gymnastische Übungen – das heißt Bewegungsformen, die die Gelenke möglichst wenig belasten.

4. Bei einigen Patienten haben sich Knorpelaufbaupräparate mit Chondroitin und Glucosamin bewährt. Die beiden Inhaltsstoffe sind natürliche Bestandteile des Knorpels und können dazu beitragen vorzeitigem Verschleiß entgegenzuwirken.

5. Gegen die Schmerzen beginnender Arthrose verordnet der Arzt leichte bis mittelstarke Schmerzmittel sowie entzündungshemmende, in der Regel kortisonfreie Medikamente. So können Sie noch längere Zeit beschwerdefrei leben und körperlich aktiv bleiben, was den Krankheitsverlauf wiederum verlangsamt. Bei geringfügigen Beschwerden haben einige Betroffene auch mit Hausmitteln wie Quark- oder Heilerdewickeln gute Erfahrungen gemacht.

„Mit diesen Maßnahmen können Arthrosepatienten die Erkrankung möglicherweise noch mehrere Jahre hinauszögern“, so Dr. Kranen. „Dennoch warten wir heutzutage nicht mehr ab, bis das Gelenk vollständig zerstört ist. Stattdessen ergreifen wir möglichst frühzeitig operative Maßnahmen und verhindern damit, dass die Patienten eines Tages eine Vollprothese benötigen.“

Hoffnung bei kleineren Meniskus- und Knorpelverletzungen versprechen vor allem neuartige synthetische (künstliche) Implantate. Diese werden in einem arthroskopischen (minimalinvasiven) Verfahren eingesetzt und stimulieren das Nachwachsen körpereigener Meniskus- und Knorpelzellen. Damit können Meniskus- und Knorpelläsionen, wie sie häufig auch bei jungen Menschen im Zuge von Sportverletzungen auftreten, erfolgreich therapiert und Spätfolgen wie schwere Arthrose verhindert werden. Einige Experten wie Dr. Kranen sind inzwischen qualifiziert, auch Mehrfachschädigungen des Kniegelenks mithilfe dieser Implantate in einem einzigen Eingriff zu reparieren. Das erspart den Patienten einen langen, schmerzhaften
Leidensweg mit mehreren Operationen und monatelanger Rehabilitation. „Nach einer Knorpelersatztherapie ist das Knie in einigen Fällen bereits nach drei Wochen wieder voll belastbar“, so Dr. Kranen. „Besonders jüngere Patienten mit einem hohen Aktivitätsanspruch profitieren davon.“



Leser fragen Dr. Kranen

In meiner Familie gibt es mehrere Arthrosefälle. Bin auch ich gefährdet?
(Roswitha H., 46 Jahre, aus W.)

Obwohl fast jeder Mensch irgendwann Gelenkverschleiß bekommt, spielt die genetische Veranlagung auch bei Arthrose eine Rolle. Dass es deshalb auch zu einem Ausbruch der Erkrankung kommen muss, ist jedoch nicht gesagt. Wer gelenkschonende Sportarten betreibt, sich ausgewogen ernährt und auf sein Gewicht achtet, hat gute Chancen, bis ins hohe Alter beschwerdefrei zu leben.

Wie kann ich feststellen, ob ich unter Arthrose leide?
(Herbert S., 63 Jahre, aus H.)

Erkrankungsanzeichen sind Gelenkschmerzen, vor allem im Anlauf einer Bewegung. Kaltes und feuchtes Wetter sowie starke Belastung verschlimmern die Symptome. Eine eindeutige Diagnose kann jedoch nur der Arzt mittels bildgebender Verfahren stellen. Meist genügt schon eine Röntgenaufnahme, auf der sich der arthrosetypisch verkleinerte Gelenkspalt zeigt.

Ich hatte vor einigen Jahren eine Meniskusoperation. Stimmt es, dass ich deshalb unter Umständen später eine Arthrose bekomme?
(Sylvia P., 38 Jahre, aus M.)

Bislang wurden Meniskusschäden ohne Implantat behandelt, indem ein Teil des Meniskus lediglich entfernt wurde. Dadurch steigt der Druck im Kniegelenk, was den Knorpel stark belastet, sodass er auf Dauer Schaden nehmen kann. Heutzutage wird
durch spezialisierte Ärzte der Meniskus häufig genäht oder bei Verlust durch einen künstlichen Meniskus ersetzt. Suchen Sie im Falle von Schmerzen oder Anlaufschwierigkeiten insbesondere beim morgendlichen Aufstehen lieber gleich einen Arzt auf!

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