(openPR) Nürnberg 12.11.2010
Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V. referierte Klaus Schuppert, Geschäftsführer der StayFair GmbH über die "Sichtbarmachung von Nachhaltigkeit".
Hans Klaus Schuppert erklärte, dass die Preis- und Kommunikationspolitik der großen Discounter geradezu zu einem Werteverfall der Konsumenten geführt habe. Genau nach diesen Werten sehnten diese sich jedoch zurück, dies sei mit dem Ausspruch „Konsum ohne Reue“ gut ausgedrückt. Der Handel sei deswegen auch von der Öffentlichkeit, allen voran den Medien, getrieben. Obwohl Nachhaltigkeit das „Zukunftsthema“ sei, sei sie noch nicht im Markt vollständig angekommen. Eine Studie von stayfair zeige, dass Verbraucher mit dem Begriff Nachhaltigkeit vor allem die Berücksichtigung ethischer Grundsätze, regionale Beschaffung und korrektes Verhalten ggü. Mitarbeitern assoziiere. Das Biosiegel komme an nächster Stelle, werde aber fast schon als Standard betrachtet. Bei den kaufrelevanten Aspekten werde Nachhaltigkeit an zweiter Stelle nach der Qualität eingestuft, gefolgt vom Preis.
Taten statt Worte
Als Negativbeispiele, wie man eine Reputation schnell ruinieren könne, nannte Schuppert Karstadt, die Kirche und Opel. Vor allem der Aspekt Transparenz spiele eine wichtige Rolle beim Thema Nachhaltigkeit, d.h. eine bloße Darstellung von Zukunftsvisionen sei nicht mehr genug, vielmehr müssten konkrete, praktische Lösungen aufgezeigt werden. Ein „grünes Siegel“ ohne Ausweisung der tatsächlichen Aktivitäten komme Greenwashing gleich und könne keinen Verbraucher überzeugen. Hier spiele auch das widersprüchliche Handeln einiger Unternehmen eine Rolle. So kommuniziere Aldi zwar ausgeprägt zum Thema „Verantwortung“, verkaufe jedoch nach wie vor z.B. technische Geräte zum Dumpingpreis, die in Punkto Qualität alles andere als nachhaltig seien. Während etwa Bosch alle Produkteigenschaften und die Lebensdauer eines Scheibenwischers aufführe, belasse es Aldi bei einer reinen Funktionsbeschreibung und biete ein Produkt zu einem Zehntel des Bosch-Preises an.
Der lange Weg zu echter Nachhaltigkeit
Betrachte man das Verhältnis von Ansprüchen und Zufriedenheit der Konsumenten, zeige sich eine große Diskrepanz. Alle Aspekte, auf die Konsumenten Wert legen (Achtung der Menschenrechte, angemessene Arbeitsbedingungen etc.) seien in der Zufriedenheitsskala noch nicht einmal zufriedenstellend bewertet worden.
Dass es noch ein langer Weg sei, das Schlagwort "Nachhaltigkeit" mit Leben zu füllen zeige der Nachhaltigkeitsbereich auf der Website von Rewe, der sich fast ausschließlich auf Floskeln beschränke, aber wenig konkretes nennen könne oder gleichermaßen Edeka, die beim Thema Mitarbeiterverantwortung ihr Franchise-Konzept beschreiben. Bei den Eigenmarken gehe wiederum Rewe beispielhaft vor, indem auf der Rückseite der Produkte sogar der genaue Herkunftsstandort eines Produktes aufgeführt werde. Schlecker wiederum zeige sich völlig lernresistent und lobe auf seiner Website die letzen 35 Jahre, ohne auch nur ein Wort über die Krisen in Bezug auf den Mitarbeiterumgang zu erwähnen.
Vertrauenswürdiger Raum für Vergleichbarkeit und Transparenz
Um sowohl Konsumenten als auch Unternehmen einen objektiven und zuverlässigen Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit zu ermöglichen, setze die stayfair GmbH auf Auditierung und Kommentierung auf ihrem Webportal. Durch die Möglichkeit externer Kommentierung als Kontrollmedium und die umfassenden Auditierungsmöglichkeiten hätten Unternehmen die Möglichkeit sich in einem sauberen Umfeld zu präsentieren. Hier gehe es vor allem darum, die Wertigkeit von Produkten zu vermitteln und damit auch Preise zu erklären sowie Nachhaltigkeit in vielen Facetten zu präsentieren. Konsumenten hätten wiederum die Möglichkeit von der Information und Beratung bis zum tatsächlichen Kauf zu gelangen, da für Produkte auch konkrete Verkaufsstandort genannt würden, die ebenfalls kommentierbar seien. Für Unternehmen biete sich der Vorteil, dass sie sehr zielgenau kommunizieren können, indem sie Teil der „Community“ werden.
StayFair verfolgt dabei ein zweistufiges Zertifizierungssystem, indem zwischen fairen und nachhaltigen Unternehmen bzw. Produkten unterschieden werde.
Schuppert resümierte, dass Unternehmen sich zukünftig am Thema Nachhaltigkeit messen lassen müssen, eine singuläre Kommunikationsstrategie nicht ausreiche und dass "nachhaltig sein" ein permanenter, anstrengender und sich wandelnder Prozess sei.













