(openPR) Über das Thema „Microfinance Plus“ diskutierten am 22.10.2010 beim 4. „University Meets Microfinance“ Workshop an der Universität von Bergamo 92 Teilnehmer aus 25 Ländern von 17 europäischen Universitäten. „Microfinance Plus“ beschreibt die Entwicklung, dass Mikrofinanzinstitutionen ihr Angebot an Finanzdienstleistungen mit Entwicklungsprogrammen in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, Bildung, Energieversorgung und Verbesserung von Wertschöpfungsketten verbinden. Studierende des Bildungsprogramms „University Meets Microfinance“ von PlaNet Finance stellten ihre Forschungsergebnisse aus Uganda, Indien, Peru, und Cap Verde vor und diskutierten diese mit Praxisexperten und Professoren. Der Workshop wurde von PlaNet Finance und dem Research Center on International Cooperation sowie dem Master in Microfinance der Universität Bergamo organisiert. Die „University Meets Microfinance“ Workshops bilden eine Plattform für die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Mikrofinanzen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch die Finanzierung der Europäischen Kommission und sanofi-aventis Italien.
Das beeindruckende Wachstum des Mikrofinanzsektors in den letzten 25 Jahren hat dazu geführt, dass inzwischen mehr als 150 Millionen Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben. Dennoch wird der Beitrag von Mikrofinanzen zur Entwicklung zurzeit stark diskutiert. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kritik und dem verstärkten Wettbewerb in einigen Mikrofinanzmärkten suchen Mikrofinanzinstitutionen nach neuen Wegen, um die komplexen Bedürfnisse ihrer Kunden zu berücksichtigen, die über den Zugang zu Finanzdienstleistungen hinaus gehen. Positive Beispiele, wie die von BRAC aus Bangladesch zeigen, dass „Microfinance Plus“ Dienstleistungen, wie Trainings im Bereich „Business Development“ und „Financial Education“ sowie Entwicklungsprogramme in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, Energieversorgung oder Verbesserung der Wertschöpfungskette, die soziale und finanzielle Leistungsfähigkeit einer Mikrofinanzinstitution verbessern können. Diese speziellen Dienstleistungen übersteigen allerdings mitunter die Kernkompetenz von Mikrofinanzinstitutionen. Hierfür werden spezielle Kenntnisse und Kooperationen mit qualifizierten Partnern benötigt.
Während des vierten UMM Workshops wurde das Potenzial sowie die Grenzen des „Microfinance Plus“- Konzepts von den Teilnehmern in mehreren Diskussionsrunden erörtert. Didier Krumm, Senior Expert bei PlaNet Finance stellte in seiner Eröffnungsrede die Grundlagen und Wurzeln von „Microfinance Plus“ heraus. Anschließend hatten sieben Studenten, die im Rahmen des UMM-Programms ein Stipendium für Ihre Feldforschung erhalten haben, die Möglichkeit Ihre Forschungsthemen vorzustellen. Die Diskussionen, die sich daraus ergaben, waren für die Studenten sehr hilfreich. „Der Workshop stellt uns vor die Herausforderung eine Forschungsfrage, mit der man sich lange beschäftigt hat, in 15 min einem Publikum aus Praktikern, Akademikern und Studenten zu präsentieren. Dies hilft, die eigene Forschung auf allgemeine Relevanz aus verschiedenen Perspektiven zu hinterfragen.“ meint Thilo Klein, Doktorand an der Universität Cambridge. Neben den Studenten, präsentierten Experten von Microenergy International, dem UNEP/Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production und PlaNet Finance ihre Erfahrungen mit Mikrofinanzen in Verbindung mit Gesundheitsvorsorge, Bildung, Erneuerbare Energien und Optimierung von Wertschöpfungsketten.
„Die Eindrücke sind sehr wertvoll für mich. Nach wochenlanger Literaturrecherche endlich einen Einblick in die Praxis zu bekommen und Fragen stellen zu können, ist viel Wert.“ bemerkt eine Master-Studentin. „Die Präsenz der Studenten und Absolventen des Microfinance-Masters der Universität Bergamo war eine deutliche Bereicherung für den Workshop.“ erzählt Thilo Klein.
Der Workshop wurde von Loïc Hennekinne, dem Präsidenten von PlaNet Finance Italien mit einer Zusammenfassung geschlossen. Er reflektierte die Entwicklung des Mikrofinanzsektors von den späten 1960er Jahren bis heute und resümierte, dass die Verbindungen zwischen Mikrofinanzen und Gesundheit, Bildung und Umwelt sehr komplex sind und weitere Forschungsarbeit in diesem Bereich betrieben werden muss.
Der nächste „University Meets Microfinance“ Workshop findet nächsten Sommer an der Universität Groningen in Kooperation mit der „Second European Research Conference on Microfinance“ statt.
Alle Präsentationen des Workshops befinden sich auf der Website. Der Workshop Report ist in Kürze verfügbar.











