(openPR) Löwe Chalid trifft Binta und Naima
Wochenlang haben sie sich im Stall gehört, gerochen, durch eine sichere Absperrung beschnüffelt – und für nett befunden. Nachdem sich die Berberlöwen Chalid (5), Binta (3) und Naima (3) hinter den Kulissen in aller Ruhe kennen gelernt haben, treffen sie sich jetzt auf der Außenanlage am Sambesi.
Auf dem Trio liegen große Hoffnungen. In ihrer Nordafrikanischen Heimat sind Berberlöwen in freier Wildbahn seit Mitte des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Nur ein kleiner Bestand konnte bis heute im marokkanischen Nationalzoo Rabat überleben. Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms wird der Berberlöwe auch in wenigen Zoos in Europa weiter gezüchtet. Und jetzt in Hannover – wenn Binta, Naima und Chalid Gefallen aneinander finden.
Europaweit hatte der Zoo nach einem passenden Berberlöwen-Kater für die beiden jungen Löwinnen aus dem marokkanischen Rabat gesucht. Die Wahl fiel auf Chalid aus dem Zoo Port Lympne in England. Der fünfjährige Löwe mit der imposanten Mähne lebte dort mit seinem Bruder – Erfahrung mit Damen hatte er noch nicht. Bis jetzt.
Löwin Binta verguckte sich sofort in den Kater mit den goldgelben Augen und spulte das gesamte Repertoire der Löwen-Liebelei ab: Binta schnupperte, rollte sich, hob ihren Schwanz hoch, rieb den Kopf am Hochzeitsgitter. Interessierter kann sich eine Katzendame nicht zeigen. Ermutigt trat Chalid Binta entgegen. Naima als Dritte im Bunde legte sich demonstrativ an die Tür zum Außengehege. Tagelang beschnüffelten sich die drei durch die Trennwand.
Paarungszeit
Erst als Binta „rollig“, also paarungswillig war, wurde das Hochzeitsgitter geöffnet. Die Tierpfleger standen mit Wasserschläuchen und Stangen bereit: Eine Lehrbuch-Löwenpaarung ist nicht gerade ein zärtlicher Akt. Der Kater ist um vieles größer und schwerer, aber die Katze allein bestimmt, wann die Paarung beginnt, indem sie dem Kater ihr Hinterteil entgegenstreckt – der Kater beknabbert dafür ihren Nacken mit den langen Fangzähnen.
Das alles wird begleitet von Maunzen, Röhren, Grollen, Fauchen. Wenn das einer der beiden falsch versteht und richtig zubeißt, vermag ein satter Wasserstrahl aus einem Feuerwehrschlauch die Leidenschaft zu löschen. Manchmal. Ein Risiko bleibt die Zusammenführung von Raubkatzen immer.
Chalid fand die menschliche Fürsorge wiederum ein wenig irritierend und hatte beim ersten Rendezvous stets ein Auge auf die Pfleger, nicht auf Binta, die ihn hingebungsvoll beleckte. Ganze 24 Stunden dauerte seine Zurückhaltung, dann konnte er der Löwendame nicht länger widerstehen. „Anstandsdamen“ hin oder her. Die protokollieren wissenschaftlich. „Ca. acht Deckakte“ steht nüchtern über die leidenschaftliche Begegnung im Reviertagebuch.
Rendezvous im Freien
Heute traten Chalid, Binta und Naima den ersten gemeinsamen Ausflug in das Außengehege an. Gespannt wartete das Zooteam, wie der König der Löwen sich seinen Damen gegenüber im Freien verhält und ob die beiden Löwinnen um die Gunst des Männchens streiten oder sie sich gar gegen ihn verbünden würden.
Nach einem kurzen Schlagabtausch zwischen Naima und Chalid – sie haute ihn mit der Tatze, worauf er sie anbrüllte – zogen die drei ihrer Wege. Chalid besetzte sein Reich auf einem Felsen, während Binta und Naima das Gehege durchstreiften und die Zebras auf der gegenüberliegenden Anlage beobachteten. Kurze Zeit später gesellte sich Chalid zu den Damen und beschnupperte sie, fing sich dafür einen Biss von Naima ein und fauchte zurück. Ein ganz normales Rendezvous unter Löwen.













