(openPR) Die Diskussion um Flugrouten und Lärm des neuen Hauptstadt-Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) beschäftigt inzwischen auch die Studenten der Uni Potsdam. In einer Kreativ-Werkstatt entstanden Ideen, um dem Krach auf unkonventionelle Art beizukommen: Triebwerke, die klingen wie Vogelgezwitscher, ein „Miles & Ohr“ Bonussystem für Geschädigte oder fesche Lärmschutzmützen sind nur einige der vielen quergedachten Lösungen.
„Verrückte Ideen helfen, den Dialog voranzutreiben. Wichtig sind Humor und Perspektiven-wechsel. Eine wirklich umsetzbare Lösung entsteht dadurch viel schneller“ sagt der Berliner Kreativprofi, Moderator und Autor Bernhard Wolff. Der Wirtschaftspädagoge, der als Keynote Speaker mit seinem Vortrag „Think Innovative“ auf Tagungen und Events bundesweit Menschen für neue Ideen begeistert, hat in seinem Workshop mit 15 Studenten zusammen mit den Teilnehmern hunderte Ideen zur Lösung des Fluglärmkonflikts gehabt und daraus fiktive Kurzmeldungen geschrieben:
Miles & Ohr – für Fluglärm gibt es Meilen
Im Konflikt um den BBI Fluglärm konnte eine Einigung erzielt werden. In Kooperation mit den Airlines hat der Flughafenbetreiber das Bonussystem „Miles & Ohr“ entwickelt. Die betroffenen Bürger können in ihrem Garten das BBI-Lärmometer aufstellen. Bei Fluglärm über 57 Dezibel wird für jedes Dezibel automatisch eine „Miles & Ohr“-Flugmeile gutgeschrieben. Die Flugmeilen können bei allen lärmverursachenden Airlines in Freiflüge eingetauscht werden.
Sounddesigner machen aus Fluglärm Vogelgezwitscher
Der Konflikt um den BBI Fluglärm konnte durch eine technische Innovation gelöst werden. Einem internationalen Team von Sounddesignern ist es gelungen, einen Aufsatz für Düsentriebwerke zu entwickeln, der den Fluglärm in Vogelgezwitscher verwandelt. Immobilienmakler rechnen mit einem Preisanstieg auf Freizeitgrundstücke von bis zu 15%.
Wintermützen von „silent heaven“ ausverkauft
Die Mützen des neuen Berliner Modelabels „silent heaven“ sind ausverkauft. Das Modelabel, das erst im Oktober 2010 gegründet wurde, bietet allen Betroffenen funktionale Kleidung gegen den Fluglärm an. Die Wintermütze mit dem Namen „iPlane“ verfügt über integrierte Kopfhörer und einen Audiosensor. Fluglärm wird automatisch identifiziert und durch Ansteuern geeigneter Musiktitel und Anpassung der Lautstärke ausgeglichen.
Der Workshop wurde am 22.10.2010 von Diplom-Wirtschaftspädagoge und Keynote Speaker Bernhard Wolff an der Uni Potsdam im Rahmen der Vorlesung „Kreativitätstechniken“ von Dr. Dana Mietzner durchgeführt. Bernhard Wolff ist Geschäftsführer der Kreativagentur Think-Theatre GmbH und selbst praktizierender Querdenker: als Rückwärtssprecher war er zu Gast in über 50 TV-Shows.
Die oben skizzierten Ideen wurden von Christian Puille illustriert. Gerne senden wir Ihnen die Illustrationen auf Anfrage zu. Der Abdruck ist bei Angabe der Quelle „Illustration: Christian Puille“ honorarfrei.
Hintergrund:
Ein Anfang September von der Deutschen Flugsicherung präsentiertes Modell für die künftigen Flugrouten des neu entstehenden Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld sorgt seit Wochen für Aufregung und wütende Proteste in der Hauptstadt. Danach wären auch andere Siedlungsgebiete und Kommunen von Fluglärm betroffen als bisher offiziell bekannt. Es haben sich mehr als 30 Bürgerinitiativen gegründet. Großdemonstrationen und Diskussionen über eine Volksabstimmung werfen - ähnlich wie beim Bahnhofsneubau-Projekt Stuttgart 21 - die Frage nach mehr Bürgerbeteiligung in verkehrspolitischen Fragen auf.













