(openPR) Frankfurt, 05. Oktober 2010: "DER STURM – Avantgarde der Kunst in Berlin" Unter diesem Titel findet am 14. und 15. Oktober 2010 in Berlin, im Max Liebermann Haus am Brandenburger Tor (Pariser Platz 7) ein breit angelegtes Symposium statt, das den 100sten "Geburtstag" der Kunstzeitschrift DER STURM zum Anlass nimmt, die Bedeutung dieser Publikation und der ihr bald darauf angeschlossenen gleichnamigen Galerie wieder in ein hel-les Licht zu stellen. Mit dem STURM nahm sein Gründer, der mittellose junge Schriftsteller und Musiker HERWARTH WALDEN, mitten in der Hochblüte des wilhelminischen Kaiserreichs den Kampf gegen die herrschenden Begriffe von Kunst und Kultur auf und propagierte die neuen Ausdrucksformen, die sich eben in den Künsten zu bilden begannen. Walden, der aus einer gutbürgerlichen jüdischen Arztfamilie stammte, heiratete die als Bohemienne lebende Dichte-rin Else Lasker-Schüler und stellte seine eigenen Begabungen vollständig in den Dienst der "modernen Kunst". Er veröffentlichte unverstandene Dichter und stellte Maler aus, die von der etablierten Kunstkritik und der Öffentlichkeit heftig abgelehnt, verhöhnt und beschimpft wurden ("farbenspritzende Brüllaffen"). Seine Leidenschaft und sein Organisationstalent machten den STURM zum wichtigsten Organ des "Expressionismus", worunter er alle von ihm als authentisch anerkannten Strömungen der Moderne in Literatur und Bildender Kunst verstand. Besonders auf dem Gebiet der Malerei bewährte sich sein Spürsinn und seine visio-näre Kraft. Heute gehören die von ihm oft erstmals vorgestellten Werke zu den größten und populärsten des 20. Jahrhunderts und zum kostbaren Besitz der Museen in aller Welt. Um die Bandbreite der rasanten Ausstellungs-und Werbeaktivitäten Waldens zu charakterisieren, ge-nügt es, nur einige Namen zu nennen, etwa Oskar Kokoschka, Marc Chagall, Franz Marc, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Robert Delaunay, die französischen Kubisten, die ita- lienischen Futuristen, die Dresdner "Brücke", die Russin Natalja Gontscharowa. Das Symposium will mit Experten aus Kunst- und Literaturwissenschaft ein lebendiges Bild des STURM und seines ungewöhnlichen Gründers Herwarth Walden zeichnen, dessen Wir-ken Berlin im Anfang des vorigen Jahrhunderts neben Paris zu einer europäischen Metropole der modernen Kunst aufsteigen ließ. Die politischen Umbrüche der Zeit führten dazu, dass der Name des Wegbereiters verblasste und über sein weiteres Schicksal kaum etwas bekannt wurde. Walden, dem als Repräsentant der "entarteten Kunst" akute Gefahr drohte, hatte kurz vor dem Anbruch der NS-Zeit Deutschland verlassen und in der Sowjetunion Schutz gesucht. Doch dort war die Sache, für die er stand, ebenso verfemt, und ihm wurde jede Tätigkeit auf künstlerischem Gebiet untersagt. Er musste jahrelang als Sprachlehrer arbeiten, bis er unter dem absurden Vorwurf der Flugzeugspionage verhaftet wurde und in Stalins Gulag den Tod fand. Auf dem Symposium werden neue Recherchen über Herwarth Waldens Leben und Tod bekannt gemacht. Originaldokumente - STURM-Hefte, Briefe, Fotos - sind zur Ergänzung in der Veranstaltung ausgestellt. Veranstalter des Symposiums ist die Herwarth-Walden-Gesellschaft in Kooperation mit der Stiftung Brandenburger Tor.
















