(openPR) Das Böse wird immer eine Option menschlicher Freiheit sein. Die Figuren des niederländischen Malers Aaron van Erp (* 1978) scheinen diese Wahl stets einseitig zu treffen. Seine Bildwelten sind unheimlich, verstörend und bisweilen bevölkert von einem Ensemble aus Opfern und Peinigern in unwirtlichen Landschaften oder kargen Räumen.
Wie in den Arbeiten von Francis Bacon oder dem belgischen Künstler James Ensor, wird der Betrachter eines van Erps immer wieder zum Komplizen erklärt, zum Zeugen all der dunklen Kräfte, die er oder sie zumeist geflissentlich unterdrückt. Denn, wie die Malereien des jungen niederländischen Künstlers anschaulich vorführen, findet sich das Böse innerhalb der Natur vor allem und insbesondere in den Menschen selbst. Obwohl die kulturelle Entwicklung darauf abzielt, der Gesellschaft Zivilisation und Wohlergehen zu bringen, führt sie auch zu Grausamkeiten wie Exorzismus, Mord und Kriegen. Und weil das Ende dieser menschlichen Tragödie weiterhin unabsehbar ist, bleibt als schmerzlinderndes Mittel der Humor eines Aaron van Erp. Der in seinen Malereien dem Schrecken das Triviale und Satirische entgegenstellt, indem er auf ironische Bildtitel und eine fragmentarische Präsentation des menschlichen Körpers zurückgreift: Seine Akteure wirken einerseits, als ob sie durch die Leinwand brechen und dabei Teile ihrer Körper als Bruchstücke hinter dem sichtbaren Bildraum zurücklassen. Andererseits scheinen sich die Körper bereits in einem Stadium der Auflösung zu befinden. Mit einem Minimum an verifizierbaren Bildelementen gelingt es van Erp die Vorstellungskraft des Betrachters maximal zu stimulieren. Der Gegensatz von Leben und Tod, Gut und Böse, scheint sein visuelles Echo im schmalen Grat zwischen figurativen und abstrakten Bildelementen zu finden. Es ist dieser Kontrast zwischen ernsten Sujets und der scheinbar primitiven Malweise, der Aaron van Erps Werk so einzigartig macht – kraft der grandiosen Mischung aus unverstelltem Blick und vermeintlicher malerischer Unvollkommenheit, ist es, als sähen wir alle Grausamkeiten durch die Augen eines Kindes.
Der Niederländer Aaron van Erp gehört zu den herausragenden Talenten der jüngeren Malergeneration, die in der Nachfolge des Neo-Expressionismus in Europa arbeitet. Nach seinem Studienabschluss 2001 an der St. Joost School of Art and Design Hertogenbosch, Niederlande, wurden seine Werke in zahlreichen Gruppenausstellungen gezeigt, wie in der von Jan Hoet kuratierten Show "Sieben auf einen Streich” im MARTa Herford (2006) und der Ausstellung "Strange Brew" in der Max Lang Gallery, New York (2007), kuratiert von Wolfgang Schoppmann. Umfassende Einzelausstellungen folgten im Stadtmuseum Gütersloh (2008), IBID Projects London (2008), Sperone Westwater New York (2008), dem Stedelijk Museum Hertogenbosch, Niederlande (2007) und dem Gemeentemuseum, Den Haag (2007).
Zu Aaron van Erps Einzelausstellung in der Galerie KUNSTAGENTEN erscheint der 106-seitiger Katalog „Soep“.
(Text nach Essays von Rogier Ormeling)













