(openPR) "Sucht nach Fernsehpopularität schadet der demokratischen Meinungsbildung"/
"Wichtigtuer funktionieren Staat zu Fernsehdemokratie um"
Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt und der frühere Bundestagspräsident Rainer Barzel haben die öffentliche Schwarzmalerei in den Massenmedien und den Selbstdarstellungstrieb vieler Politiker kritisiert, die "entgegen dem Geist des Grundgesetzes unseren Staat zu einer Fernsehdemokratie umfunktionieren". In einem gemeinsamen Text für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Ausgabe Mittwoch) schreiben Schmidt und Barzel, "die allgemeine Sucht nach Fernsehpopularität" schade der demokratischen Meinungsbildung: "Sie beschädigt das Vertrauen des Publikums in die Ernsthaftigkeit der Politiker".
Im Leben mancher Politiker werde "der Fernsehauftritt zur Hauptsache", das Parlament verkomme dagegen zur "Nebenbühne". Manche der gewählten Abgeordneten ergäben sich "nahezu täglich dem ergebnislosen Gerede in den Talkshows". Jeder rede mit jedem "und hindert den anderen an einer klaren Entscheidung". Die großen Parlamentsdebatten, in denen es in Rede und Gegenrede zu transparenten Entscheidungen komme, seien zur Ausnahme geworden. "Wir Bürger haben die Politiker in den Bundestag gewählt, nicht aber in die Talkshows", schreiben Schmidt und Barzel. Ihre Bitte an die Abgeordneten laute: "Überlaßt die Fernseh-Talkshows den Wichtigtuern, ihr selbst habt im Parlament viel Wichtigeres zu sagen - und Wichtigeres zu tun."
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