(openPR) Epistaxis, besser bekannt als Nasenbluten, ist für die Betroffenen eine häufig wiederkehrendes Phänomen. Im Allgemeinen ist das Nasenbluten keine die Gesundheit gefährdende Erscheinung, sondern wird von den Betroffenen oftmals nur als lästig empfunden. In einzelnen Fällen kann die Epistaxis jedoch lebensbedrohlich werden. Eine Studie aus der Schweiz hat nun neue Zusammenhänge zwischen Nasenbluten und der Einnahme von Aspirin zu Tage gefördert.
Den Wissenschaftlern zufolge kann der im Aspirin enthaltene Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) nicht nur als Auslöser von Nasenbluten angesehen werden, sondern ist ebenfalls für einen besonders schweren Verlauf einer Epistaxis verantwortlich.
Die Forschungsgruppe der Universitäts-HNO-Klinik Zürich untersuchte in ihrer Studie 591 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 69 Jahren, die aufgrund von Nasenbluten behandelt werden mussten. Gut ein Drittel dieser Patienten nahm aus therapeutischen und/oder prophylaktischen Gründen täglich den Wirkstoff ASS ein.
Die Einnahme von ASS (über Aspirin oder ähnliche Medikamente) als „Blutverdünner“, wird von der Mehrheit der Ärzte bei Herzrhythmusstörungen oder nach einem Herzinfarkt empfohlen.
Die veröffentlichte Studie belegt, dass Patienten, die aus eben diesen Gründen regelmäßig den Wirkstoff ASS zu sich nehmen, signifikant häufiger einen Nasenbluten-Rückfall erleiden und eine um Zehn Prozent höhere Quote aufweisen, infolge der Schwere der Epistaxis einen operativen Eingriff vornehmen lassen zu müssen.
„Die Studienergebnisse aus der Schweiz beobachten wir auch in der täglichen Praxis“, so Dr. Jeannette Jungk, praktizierende HNO-Ärztin in Berlin.
„Aspirin und Co. haben sich absolut im Alltag etabliert. Bei leichten Kopfschmerzen, bei Langstreckenflügen, nach einer feuchtfröhlichen Nacht und bei Herzpatienten: ASS kommt immer häufiger zur Anwendung - und die Folgen für die Nutzer und uns als HNO-Ärzte immer mehr zum Tragen. Vor allem bei der so genannten posterio Epistaxis, also Blutungen im hinteren Nasengang, ist die Kombination gefährlich: Die Blutungen sind sehr viel schwieriger zu stoppen und die verlorene Blutmenge kann nur sehr schwer oder gar nicht bestimmt werden, da die Betroffenen oftmals eine größere Menge an Blut verschlucken.“
Der Fakt, dass eine immer größer werdende Anzahl von so genannten „Lifestylepillen“ mit dem Wirkstoff ASS auf den Markt kommen, ist dementsprechend genauer zu beobachten.
„Die Kombination von Epistaxis und Acetylsalicylsäure sorgt in vielen Fällen für größere Komplikationen bei HNO-Behandlungen“, so Dr. Jungk zusammenfassend und abschließend.











