(openPR) Im Fahrwasser des von der Finanzindustrie drangsalierten 'Kunsthauses Tacheles' droht auch die Politik- und Kunstplattform moderne21 ins Trudeln zu geraten. Sie hatte unter dem Dach der toleranten Künstlergemeinschaft in Berlins kreativer Mitte ungestört ihre ureigene Form regierungsfreundlicher Satire entwickeln können. Durch die jüngsten Entwicklungen sieht man bereits Erreichtes bedroht.
Nie war es um die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik besser bestellt als in diesen Tagen: Auffassungen und Ideen, die den Interessen staatlicher Entscheidungsträger entgegen laufen, können ohne Gefahr für die Urheber ungehindert veröffentlicht und diskutiert werden. In diesem erfreulichen gesellschaftlichen Klima schien es den Akteuren der Plattform moderne21 angemessen, die altmodische aber bewährte Form der 'Ergebenheitsbekundung' gegenüber den Mächtigen zu restaurieren und in die heutige Zeit hinüberzuretten. Als Ort hierfür wählten sie das als regierungskritisch aber auch als tolerant gegenüber abweichenden Meinungen geltende Kunsthaus Tacheles . Von diesem ungewöhnlichen aber dafür umso glaubwürdigeren Schauplatz aus mischte man sich auf im Sinne der Bundeskanzlerin „hilfreiche Weise“ in den letzten fünf Jahren ein in Belange der Justiz (Initiative 'Gewalt-geht-immer'), der Unterhaltungsindustrie ('Dudelstopp'), der Wirtschaft im allgemeinen ('Wir-sind-wichtig') und schließlich der Politik ('Wahlzusage').
Dorothea Graumer, Aktivistin bei moderne21: „Eben WEIL das 'Tacheles' über politische Grenzen hinweg als unkorrumpierbare Institution in Berlins kreativer Mitte angesehen wird, hat dies unseren dort gestarteten regierungsfreundlichen Initiativen zu einer Glaubwürdigkeit verholfen, die wir anderswo – etwa im 'Haus der Demokratie und Menschenrechte' - auf keinen Fall erreicht hätten.“ Das drohende 'Plattmachen' des 'Kunsthauses Tacheles' lehnt sie ebenso wie Berlins regierender Bürgermeister Wowereit ab.
Am 21. September wird um 20 Uhr im 'goldenen Saal' des von der Räumung bedrohten 'Kunsthauses Tacheles' (Oranienburgerstr. 54-56a, 10117 Berlin) ein Gründungsmanifest für Berlins Kreative Mittebekannt gegeben und danach zur Diskussion gestellt. Damit soll der Wille zum Verbleib in der Oranienburgerstraße unterstrichen werden.
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