(openPR) Wenn in diesen Tagen der Augustmond in voller Pracht über Rheinland-Pfalz seine Bahnen zieht, sind die Jäger schwer gefordert. Denn allmählich kommt der Mais in die sogenannte Milchreife, und beginnt für Wildschweine schmackhaft zu werden. Dro-hende Wildschäden machen Schutzmaßnahmen und eine intensive Bejagung notwendig.
Der Tisch für ist die Schwarzkittel reich gedeckt. Auch in Rheinland-Pfalz hat der Maisanbau in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Nach vorläufigen Erhe-bungen des Statischen Landesamtes werden 2010 rund 37.000 Hektar Mais in Rheinland-Pfalz angebaut. Das entspricht einer Fläche von 26.000 Fußballfeldern. 1987 waren es hingegen knapp 3.000 Hektar. Geschuldet ist diese Entwicklung nicht zuletzt dem ver-stärkten Anbau von Energiemais für Biogasanlagen.
Mais ist für Wildschweine ein wahrhaft gefundenes Fressen. In großen Schlägen finden sie alles, was sie brauchen: Ruhe, Deckung, Feuchtigkeit und massenweise bestes Futter. Kein Wunder, dass die Wildschweine dort gerne Einzug halten und die Felder am liebsten gar nicht mehr verlassen. Dabei ist eine Rotte Wildschweine in der Lage, binnen kurzer Zeit erhebliche Flächen Mais im wahrsten Sinne des Wortes „platt“ zu machen.
Des einen Freud ist des anderen Leid: Während es drinnen freudig grunzt und schmatzt, werden draußen die Sorgenfalten immer größer. Landwirte fürchten um ihre Ernte. Und die Jäger sind vielerorts für den finanziellen Schaden ausgleichspflichtig.
Mit viel Energie und Aufwand treten die rheinland-pfälzischen Jäger dem entgegen. Sie errichten kilometerlange Elektrozäune oder Barrieren aus Baustahlmatten, die sie bis zur Ernte regelmäßig kontrollieren und in Schuss halten. Hinzu kommen stundenlange Ansit-ze bei Mondlicht, um die Wildschweine durch intensive Bejagung von den Feldern fern zu halten. Saujagd statt Sofa lautet insoweit in vielen Jägerfamilien im Moment die Devise. Immerhin werden diese Mühen bisweilen mit einem schmackhaften Wildschweinbraten entlohnt.










