(openPR) Wettbewerbskraft im Getreideanbau ist gemeinsames Anliegen von Landwirten und Züchtern
Bonn, 12. August 2010. Der Saatgutwechsel bei Getreide ist im letzten Wirtschaftsjahr weiter auf 48 Prozent gesunken. Dies ist der niedrigste Saatgutwechsel seit 1998. Den Zukunftsinvestitionen der Züchter in leistungsstarke, klimaangepasste Sorten von morgen werden durch die aktuellen Entwicklungen beim Saatgutwechsel und vor dem Hintergrund der unbefriedigenden rechtlichen Situation zur Erhebung der Nachbaugebühren immer engere Grenzen gesetzt. Wenn Züchtungsleistung nicht angemessen entlohnt wird, ist die starke Wettbewerbsposition der deutschen Getreideerzeugung gefährdet. Dieser Verantwortung muss sich die Politik endlich stellen.
„Während die Anforderungen von Landwirten an komplexe Resistenzen, Frost- und Trockenstresstoleranzen sowie kontinuierlich steigende Erträge weiter wachsen, stellen wir leider gleichzeitig fest, dass die Bereitschaft sinkt, in das wichtigste landwirtschaftliche Betriebsmit-tel Saatgut zu investieren“, sagt Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer im Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. (BDP). Dabei ist die züchterische Verbesserung der Sorten im Vergleich zu anderen betrieblichen Maßnahmen ein immer bedeutsamer werden-der Faktor, um Ertragsfortschritt im Getreideanbau zu erzielen. Dies belegt auch eine Studie des National Institute of Agricultural Botany (NIAB, UK 2008), wonach die Sorte in den letzten 25 Jahren mit 90 Prozent für den Ertragsfortschritt verantwortlich ist, während er über die gesamten letzten 60 Jahre noch bei 57 Prozent lag.
Die vorzügliche Spitzenposition der deutschen Landwirtschaft in der Getreideerzeugung kann perspektivisch nur erhalten bleiben, wenn auch zukünftig in Züchtungsfortschritt investiert werden kann. „Jeder, der an die Weiterentwicklung seines ackerbaulichen Betriebs denkt, sollte auch an die Zukunft einer wettbewerbsstarken Pflanzenzüchtung denken und in hochwertiges, professionell erzeugtes Saatgut investieren“, so Schäfer.










