(openPR) Wie so oft äußert sich der Duisburger Apotheker, Maler, Aktionskünstler und Ex-OB Kandidat der Bürger Union Duisburg,Rudolf Kley, ungefragt zu Vorgängen in seiner Stadt. So befürchtet er, dass eine Gedenktafel am Ort der Loveparade - Katastrophe und eine Vitrine mit Kerzen, Kränzen und sonstigen gesammelten Trauergaben im Innenhafen weder die Betroffenheit der Duisburger Bürger umfassend wiedergeben noch die Erinnerung an die Verstorbenen und Verletzten ausreichend wach halten.
Sicher, aus seiner Sicht enthält diese öffentliche Trauer ein tröstendes Moment für die Angehörigen. Die Trauer bewältigen muss jeder aber für sich oder im Kreis der Familie. Und dazu braucht es Zeit. Das kann Rudolf Kley durch diverse Trauerfälle in der Familie– mit 9 Jahren verlor er seinen Vater – nachempfinden. „Jeder Schmerz ist einzigartig und für Außenstehende nicht zu beschreiben. Und auch das Mitgefühl hat viele Facetten.“ Der Künstler zweifelt daran, dass die vom „Bürgerkreis Gedenken“ beabsichtigten Maßnahmen dem gerecht werden. Allerdings hält er die Überlegungen des Besitzers des Loveparade-Geländes, auf dem ehemaligen Güterbahnhof eine Gedenkkapelle zu errichten, als Ergänzung für besonders lobenswert. „Es muss einen Ort der Stille und Erinnerung geben, an dem man als Angehöriger einkehren kann, wenn sich die Wut auf die Ungerechtigkeit des Schicksals und beteiligte oder scheinbar oder tatsächlich verantwortliche Personen gelegt hat.“
Rudolf Kley will seit über 30 Jahren seine Mitbürger zur Kreativität befreien: „Jeder kann den Pinsel schwingen!“ und „Malen ist gesund!“ Anlässlich des Stadtjubiläum 1983 wartet er mit einem Guinnessrekordbild auf, das meterweise für die ARD –Fernsehlotterie “Ein Platz an der Sonne“ verkauft wird. Rudolf Kley ist kein persönlich Betroffener. Er hat bei der Loveparade keinen Angehörigen verloren und es wurde auch keiner verletzt. Er hat auch keine Genehmigung unterschrieben. Gleichwohl trifft es ihn gefühlsmäßig besonders, weil er sich mit einer Aktion in die Loveparade hatte einklinken wollen, an der er schon seit 24 Jahren arbeitet. „Mein Luftpumpenfeld hätte ich ursprünglich gerne in die Loveparade integriert und habe alles dafür unternommen. Heute bin ich froh, dass dies nicht geklappt hat. Was ist ein solches Event wert, wenn Tod oder Leben dagegen stehen? Soll ich es überhaupt noch durchführen? Dies schoss mir als erstes durch den Kopf. Man wird sehen.“ So schreibt er es auf seiner Internetseite.
Man wird sehen. Was Rudolf Kley in den Sinn gekommen ist, ist ein Gedenkfeld für die Opfer. „Jeder Bürger kann doch für sich seine Fantasie benutzen, um seine Trauer, seinen Gefühlen Form zu geben. Er kann einzeln agieren oder sich mit anderen Bürgern zusammenzuschließen. Dafür kann der „Bürgerkreis Gedenken“ sinnvoll sein. Der Bürger kann aber auch selbst Hand anlegen und tätig werden, nicht indem er in die Tasche greift und einen Geldschein zückt. Nein, indem er Wege geht, sich gewisse Dinge besorgt und nach einem leichten Bauplan selber einen Teil eines Kunstwerkes schafft, dass in seiner Gesamtheit Denkmal und Mahnmal ist.“ Rudolf Kley ist wieder bei seinem Luftpumpenfeld angekommen. Still und leise. „Ein Gedenkfeld für die Toten“ formuliert er auf seiner Webseite www.deapo.de und stellt es zur Diskussion. Dieses Vorgehen soll die Mitbürger zu Beteiligung anregen. Es ist ein Angebot. „Sie können sich beteiligen, aber sie können und sollten vielleicht auch eigene Ideen entwickeln und diese in die Öffentlichkeit tragen um auf diese Weise aktiv ihren Seelenfrieden zu finden. Es wird Zeit, bevor die Zeit den Mantel des Vergessens über alles geworfen hat und die unbewältigten Gefühle erstickt.“
Über seine Grafik zur Loveparade hat Rudolf Kley selbst einen Mantel geworfen. Kreuze weisen auf die Katastrophe und das Leiden hin. Beim genauen Hinsehen erkennt man: die Grafik weint. Stellvertretend.












