(openPR) China, das Land der herzlosen Massenfertigung. China, das Land der fragwürdigen Menschenrechte. Schnell gerät aus dem Blick, dass China auf eine vielfältige spirituelle Traditionen zurückblickt: Unter anderem den Chan-Buddhismus, Vorläufer des zur Berühmtheit gelangten Zen. Einer der wichtigsten Vertreter, Sheng Yen, beschreibt in seiner Autobiographie „Fußspuren im Schnee“, wie ihn dieser Glaube durch Katastrophen und Kriege hindurch hat wachsen lassen.
Seine Eltern taufen ihn Baokang – übersetzt: „Bleib gesund.“ Als Sheng Yen 1930 in einer Kleinstadt an der Mündung des Yangtse das Licht der Welt erblickt, ist für Hoffnung nicht viel Platz. Gebrechlich ist das Kind, gerade gut genug zum Dungsammeln. Wenig später macht ihn eine große Flut mit der Hinfälligkeit des Lebens vertraut. „Schon in so jungen Jahren wusste ich, dass wir gegen den Tod machtlos sind. Wir müssen ihn hinnehmen. Das Wichtigste ist, voll und ganz zu leben bis zu dem Augenblick, in dem der Tod an uns herantritt“, schreibt Sheng Yen rückblickend.
Mehr als fünfzig Bücher über den Buddhismus sollte Sheng Yen später schreiben. In Taiwan und China verhalf er seiner Religion zu einem akademischen Fundament, nachdem sie über Jahrzehnte hinweg durch Repressionen ausgehöhlt worden war: Shanghai zum Beispiel. Hier lebt Sheng Yen als junger Mönch. Schockiert muss er feststellen, dass sich viele seiner Glaubensbrüder kaum der spirituellen Praxis widmen, sondern mit dem Abhalten von Totenritualen ihren Unterhalt verdienen – manche auch ihre tägliche Dosis Heroin.
Zwischen Nationalisten und Kommunisten tobt in dieser Zeit ein erbitterter Streit, zahlreiche Klöster werden zerstört. Sheng Yen beschließt, nach Taiwan zu fliehen. Doch die Überfahrt kann er sich nur leisten, wenn er sich als Soldat verpflichtet. Es folgen entbehrungsreiche Jahre – zerrieben zwischen der Hoffnung, eines Tages wieder seiner inneren Berufung folgen zu können und der trostlosen Verzweiflung eines Soldatenlebens. „Es gibt immer einen Ausweg. Man muss sich nur Mühe geben, ihn zu finden.“ Dieser Satz seiner Mutter wird Sheng Yen zum Rettungsanker. Und tatsächlich: Durch eine Verkettung glücklicher Zufälle kann er sein Leben als Mönch wieder aufnehmen und geht durch eine harte Schulung des Geistes.
Sheng Yen reift zu einem Lehrer, der erkennt: Alle buddhistischen Richtungen haben dasselbe Ziel und dieselbe Grundlage. In den USA lebt er zunächst auf der Straße, sein erstes Zentrum richtet er mit Sperrmüll ein. Bescheiden schildert er seinen turbulenten Lebensweg, an dessen Ende die Essenz des Dharma in einem leicht zugänglichen, modernen System erstrahlt, das sich im täglichen Leben westlicher Menschen umsetzen lässt. Seine










