(openPR) Der Spanier Alberto Contador hat nach seinen Gesamtsiegen in den Jahren 2007 und 2009 auch die diesjährige Tour de France gewonnen. Somit stand er bereits zum dritten Mal auf dem umkämpften obersten Podestplatz der bedeutendsten Radrundfahrt der Welt und gelangt langsam in die Reichweite der erfolgreichsten Tourgrößen wie Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Induráin sowie in der jüngsten Tourhistorie Lance Armstrong.
Obwohl die beinahe schon erwarteten Dopingskandale im Gegensatz zu den vergangenen Jahren weitgehend ausgebliebenen sind, begleitet der Generalverdacht der unerlaubten Leistungssteigerung den Profisport nach wie vor. Dass das Misstrauen weiterhin groß ist, zeigen die Ergebnisse des in Kooperation mit promit durchgeführten sid-SportMonitors. Demnach glauben weniger als ein Viertel der Befragten an die Sauberkeit von Alberto Contador bei seinem diesjährigen Toursieg.
Ungeachtet der traditionellen Dopingzweifel ist der Sieg unter sportlichen bzw. insbesondere unter Fairplay-Gesichtspunkten mit Fragezeichen versehen. So war die Rundfahrt in Anlehnung an vergangene legendäre Duelle dieses Mal durch den packenden Zweikampf der gegenwärtig besten Vertreter ihrer Zunft geprägt. Der junge Luxemburger Andy Schleck hat dabei Alberto Contador alles abverlangt. Nach mehreren Etappen mit gegenseitigem Belauern und Taktieren, die eher wie Hochgeschwindigkeitsschach auf Rädern wirkten, fasste sich Schleck schließlich ein Herz und startete auf der 15. Etappe im Anstieg zum Port de Balès eine Attacke. Allerdings sprang ihm dabei nach wenigen Pedalumdrehungen die Kette ab, was nun Contador zur Gegenattacke nutzte. Entgegen der Touretikette, deren ungeschriebene Gesetze verlangen würden in einem solchen Fall das Tempo herauszunehmen, damit der Konkurrent eine Chance hat wieder an das Feld heranzufahren, nahm die Gruppe um Contador und die weiteren unmittelbaren Konkurrenten im Gesamtklassement dem Luxemburger Sekunde um Sekunde ab. Am Ende dieser vorentscheidenden Etappe verlor Schleck neben 39 Sekunden in der Gesamtwertung ebenfalls das gelbe Trikot des Gesamtführenden an seinen spanischen Kontrahenten. Trotz weiterer Versuche am berüchtigten Pyrenäenanstieg Tourmalet sowie im abschließenden Einzelzeitfahren gelang es Andy Schleck nicht mehr seinen Konkurrenten in Bedrängnis zu bringen. Am Ende gewann Contador die Rundfahrt vor Schleck mit einem Vorsprung von pikanterweise genau 39 Sekunden – eben exakt jenem Vorsprung, den er sich durch den technischen Defekt des Luxemburgers hatte herausfahren können.
Obwohl es der Verlauf der Tour endlich einmal ermöglicht hatte den Fokus fernab jeglicher Dopingprobleme auf den sportlichen Wettkampf zu richten, ist eben dieser sportliche Charakter im Hinblick auf den Fairplaygedanken mit Fragezeichen versehen, wodurch der Toursieg 2010 einen faden Beigeschmack behält.











