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BFP Business Campus präsentiert „Mainfranken trifft ... Georg Fahrenschon“

Bild: BFP Business Campus präsentiert „Mainfranken trifft ... Georg Fahrenschon“
Angeregte Expertendiskussion zur Eurokrise (v.l.n.r ): Joachim Erhard, Vorstand der VR-Bank Würzburg; Fachanwalt für Insolvenzrech
Angeregte Expertendiskussion zur Eurokrise (v.l.n.r ): Joachim Erhard, Vorstand der VR-Bank Würzburg; Fachanwalt für Insolvenzrech

(openPR) Wieder einmal volles Haus bei „Mainfranken trifft ...“ am Mittwoch im Forum der VR Bank in Würzburg. Dass es keinen „Königsweg“ aus der Krise gibt, bestätigten die hochkarätigen Teilnehmer der Talkrunde. Es ist die Summe aus realistischer Einschätzung von Rahmenbedingungen und richtigen Entscheidungen, die sowohl Staat als auch mittelständische Unternehmen erfolgreich die Krise meistern lässt. Die Experten sind sich einig: individuelle Strategien, gut funktionierende Netzwerke und kompetente Berater sind eine wichtige Grundlage, um Unternehmen die Krise sicher überstehen zu lassen.



In seinem Impulsreferat vor rund 140 geladenen Gästen brachte Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon zum Ausdruck, dass Bayern und die Region Mainfranken die bisherige Krise vergleichsweise gut überstanden haben. Zwar gebe es regionale und branchenspezifische Unterschiede, aber die derzeit anziehende Konjunktur und Exportnachfrage zeige, dass es langsam aber stetig aufwärts gehe. Dennoch sei überzogener Optimismus verfrüht, denn noch liege ein gutes Stück Arbeit vor allen Beteiligten, die nur im Schulterschluß von Wirtschaft und Politik bewältigt werden könne. Und hierbei sind gut funktionierende Netzwerke und die enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Banken, professionellen Beratern und auch der Politik unerlässlich.

Dass sich die aktuelle Situation bereits verändert hat, unterstrich Fahrenschon eindringlich: “Der globale Wind dreht sich. Er bläst nicht mehr dem Euro frontal ins Gesicht. Mehr und mehr wird die Frage gestellt: Sind nachlassende US-Konjunktur und hohe US-Verschuldung für die globale Entwicklung nicht eine wesentlich größere Gefahr? Gleichzeitig wird global diskutiert: Kann China sein hohes Wirtschaftsniveau halten?“

Die Verunsicherung in vielen Unternehmen, so Fahrenschon weiter, dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Stabilitätskriterien oder der Euro generell in Frage gestellt werden. Sowohl für die Unternehmen als auch für die Politik gilt, dass man sich gerade jetzt auf seine Stärken konzentrieren muss; nur so können Chancen genutzt werden, um die Unternehmen gestärkt und wettbewerbsfähiger aus der Krise zu führen. Minister
Fahrenschon: „Es sind hoch verschuldete Staatshaushalte und darüber hinaus der Vertrauensverlust in die Volkswirtschaften, die Auslöser der Krise sind. Gerade in Bayern tun wir alles, um unseren Staatshaushalt zu konsolidieren. Aber hier reichen Einsparungen allein nicht aus. Wir sind zwar in den Haushaltsjahren 2009 und 2010 in Bayern ohne Neuverschuldung ausgekommen – aber jetzt brauchen wir zusätzlich Wachstum. Was wir jetzt aber brauchen ist Wachstum. Wir müssen dieses Wachstum anreizen, indem wir die Leistungsbereitschaft stärken. Wir müssen Belastungen wegnehmen und Impulse zur Entlastung setzen“. Laut Fahrenschon habe die Krise gezeigt, dass Märkte Freiheit brauchen, aber nicht ohne Leitplanken funktionieren können.

Für Bruno Fraas, Gründer der renommierten BFP Wirtschaftssozietät, besteht indes noch kein Grund zur Entwarnung. Aus seiner Sicht wird es noch über einen längeren Zeitraum zu Verwerfungen in den Volkswirtschaften der Eurozone kommen, mit denen zwangsläufig auch die Unternehmen in Nordbayern zu kämpfen haben werden. „Viele Gesellschaften sind mit den Fragen und Problemen, die aus der Euro-Krise resultieren, überfordert. Das gilt für kleine Mittelständler genau so wie für Konzerne. Oft führt der tägliche Kampf ums Überleben dazu, dass wichtige strategische Entscheidungen nicht oder zu spät angegangen werden. Hier würde ich mir wünschen, dass man frühzeitig externe Hilfe und professionelle Beratung in Anspruch nimmt, bevor die Insolvenzverwalter gefordert sind“. Wer sich als Mittelständler darauf verlasse, dass ein staatlicher „Rettungsschirm“ ein in Schieflage geratenes Unternehmen wieder sanieren könne, setze auf eine äußerst unsichere Karte, so Fraas weiter.

Eine Erfahrung, die auch Josef Ramthun, geschäftsführender Gesellschafter der Franken Guss in Kitzingen, machen musste: „Als unser Unternehmen 2009 Insolvenz anmelden musste, wurden zwar Milliarden an staatlicher Hilfe in die Finanzwirtschaft und Großkonzerne gepumpt, bei uns ist jedoch keinerlei Hilfe angekommen. Nach den politischen Beteuerungen, der Mittelstand sei die tragende Säule unserer Wirtschaft, fehlt mir hierzu jegliches Verständnis“. Auch ohne staatliche Hilfe ist des Ramthum gelungen,
gemeinsam mit dem zum Insolvenzverwalter bestellten Bruno Fraas und der VR-Bank Würzburg das Unternehmen durch einen „Management Buy out“ zu retten und mehr als die Hälfte der damals über 800 Arbeitsplätze zu erhalten. Inzwischen ist die Franken Guss wieder auf Wachstumskurs und dies ist, so Ramthun, das Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit von professionellen Beratern, einer verlässlichen, unternehmerisch denkenden Bank und seinem persönlichen Engagement als Unternehmer. Nicht zu vergessen die Arbeitnehmer, die hoch motiviert die neuen Ziele des Unternehmens mittragen.

Der Fall Franken Guss warf in der weiteren Diskussion auch die Frage nach der Rolle der Banken im Rahmen der Eurokrise auf. Joachim Erhard, Vorstand der VR-Bank Würzburg, zeichnete hier ein differenziertes Bild. Zwar sei das Verhalten von Banken gegenüber Unternehmen in der Krise nicht immer glücklich, jedoch könne man dies nicht verallgemeinern. „Natürlich müssen wir als Bank große Sorgfalt mit dem uns anvertrauten Geldern walten lassen und dürfen keine unverantwortbaren Risiken eingehen. Aber letztendlich sind mittelständische Unternehmen eine wesentliche Säule unseres Geschäfts. Es kann daher nicht unser Interesse sein, Unternehmen mit Ihrem Finanzierungsbedarf allein zu lassen“.

Für Erhard ist bei Finanzierungen für Unternehmen Teamwork gefragt.
Das beinhaltet die Zusammenarbeit mit Förderbanken ebenso wie den fachlichen Austausch mit externen Beratern von Unternehmen. In 2009 konnte die VR-Bank Würzburg ein Plus von 6,2 Prozent an Kreditneuzusagen verzeichnen. Darunter waren 74,4 Mio. Euro gewerbliche Finanzierungen, von denen 25 Prozent über öffentliche Mittel beantragt wurden. Joachim Erhard: „Als regional agierende Bank haben wir den Vorteil kurzer Wege zu unseren Kunden und verfügen über ein sehr gutes Netzwerk am Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Anwaltskanzleien, auf das wir in der Betreuung unserer Geschäftskunden bei Bedarf zurück greifen können.“ Nicht ohne Stolz distanzierte sich Erhard von subventionierten Banken – die VR Bank Würzburg lieferte auch 2009 ein beeindruckendes Geschäftsergebnis ab und „durfte“ über vier Millionen Euro Steuern abführen.

So lobte Fahrenschon die VR-Banken „als Glücksfall in der schwersten Krise: Sie blieben stabil, weil sie regional sind. Sie haben nicht versucht ein großes Rad zu drehen, weil sie vom Mittelstand geprägt sind.“

Wie und wann die Eurokrise bewältigt sein wird, kann derzeit noch niemand verlässlich sagen. Eines aber ist definitiv klar, motivierte Fahrenschon die anwesenden regionalen Meinungsbildner: „Regionale Kreisläufe sind in einer zunehmend globalen Welt ein zentrales und unverzichtbares Gleichgewicht. Sie haben sich in der Krise als Rettungsanker erwiesen, den wir in Zukunft stärken müssen.“ Die Veranstaltung „Mainfranken trifft ...“ hat allen Gästen aus Wirtschaft, Kultur, Sport und Politik gezeigt, dass unternehmerisches Engagement, professionelle Strategien und Berater sowie verlässliche Partner – insbesondere auf der Bankenseite – eine wesentliche Voraussetzung dafür sind, dass Unternehmen die Krise erfolgreich meistern können.

Fahrenschon schwört auf einen bewährten Dreiklang beim meistern der Krise: „Starke Regionen – starker regional verwurzelter Mittelstand – leistungsfähige Regionalbanken.“ Und er verstärkt diese Argumentation: „Da gibt es welche, die sagen: Das war Glück. Nein! Das Regionalprinzip ist zentrales Fundament bayerischer Politik.“

Was den Ausblick auf die Region Mainfranken angeht, hat der bayerische Finanzminister ein klares Bild: „Für mich hat Mainfranken die gleiche Bedeutung wie der Großraum München ... Die Stärke Bayerns wurzelt ganz wesentlich im Fleiß und der Innovationskraft der Menschen in Unterfranken. Das unternehmerische Gen ist in Unterfranken besonders stark ausgeprägt: Die Grundlage für einen breiten unternehmergeführten Mittelstand ... Mainfranken ist heute im Aufbruch. Die Region befindet sich auf dem Weg zu einem modernen Industrie- und Dienstleistungsstandort – im Ranking der High-Tech-Regionen Europas ganz vorn auf Platz 15; mit der Universität im Zentrum.“

Manfred Ach, M.d.L. a.D. und langjähriger Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses im bayerischen Landtag resümierte in seiner Funktion als Mentor des BFP Business Campus treffend: „ Die Welt hat sich verändert, jedes Dorf und alle, die dort ihren Betrieb haben und leben, sind vom Staatshaushalt in Griechenland genauso abhängig wie von ihren Kunden auf der anderen Straßenseite. Wir in Bayern wissen das, sind darauf eingestellt. Und deswegen werden wir auch weiterhin – wie bisher – eine Führungsrolle in Deutschland und Europa inne haben.“

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