(openPR) München setzt auf Debian - diese Entscheidung wurde in der letzten Woche bekanntgegeben. Dem vorausgegangen war eine europaweite Ausschreibung,
an der sich zur Freude des LiMux-Projektleiters Peter Hofmann zahlreiche Unternehmen mit qualitativ hochwertigen Angeboten beteiligten.
Den Zuschlag für die Erstellung, Konfiguration und Pflege eines auf Freier Software basierenden Basis-Clients für die 14.000 Arbeitsplätze der Stadtverwaltung, erhielt schließlich die Bietergemeinschaft von Softcon und Gonicus. Deren Angebot sieht einen auf Debian basierenden Basis-Client und spezifizierte Erweiterungen vor, die an die IT-Erfordernisse der Stadtverwaltung angepasst sind. Ausschlaggebend für die Auftragsvergabe an die mittelständische Bietergemeinschaft war das optimale Verhältnis von fachlicher Kompetenz und Preis. Im nächsten Schritt gilt es nun einen Prototypen zu entwickeln, um mit der tatsächlichen Migration planmäßig zum Jahresende begonnen werden kann, so Hofmann weiter.
Die Geschäftsführer beider Unternehmen äußern sich erfreut und werten die Entscheidung für ein Konsortium aus dem Mittelstand als "wichtiges Signal der Landeshauptstadt München beim Weg in die IT-technologische Unabhängigkeit und freuen sich auf das gemeinsame Projekt mit den
Linux-Fachleuten der Stadt".
Dem Münchner Migrationsprojekt wird in Fachkreisen aus verschiedenen Gründen eine besondere Bedeutung beigemessen. Immerhin handelt es sich
um das bisher größte Migrationsprojekt zu Linux in Europa. Des Weiteren macht die jetztige Entscheidung für Debian die Konsequenz der
Verantwortlichen deutlich, sich tatsächlich von Herstellerzwängen zu lösen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen in den Aufbau einer nachhaltige IT-Struktur zu investieren. Die Entscheidung für Softcon und Gonicus ist zugleich eine Zusage an den Mittelstand.
LiMux ist ein Migrationsprojekt mit Pioniercharakter und natürlich auch auf dem kommenden LinuxTag 2005 vertreten. Im Rahmen des Behördenkongresses am 22. Juni 2005 werden Verantwortliche ausführlich über das Konzept und die Hintergründe von LiMux sowie ihre Erfahrungen
in der strategischen Umsetzung des Projektes berichten.
Der Behördenkongress ist dem Businesskongress angegliedert und wird in langjähriger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Inneren (BMI)
durchgeführt. Schirmherr der Veranstaltung ist auch in diesem Jahr Bundesinnenminister Otto Schily. Der Behördenkongress will
praxisorientierte Migrationshilfen vermitteln und bietet IT-Entscheidern die Gelegenheit, Kontakt zu Behörden und Instititutionen aufzubauen, die Freie Software bereits produktiv einsetzen. Neben dem LiMux-Projekt werden daher weitere Fallbeispiele aus der Öffentlichen Verwaltung aber auch aus dem unternehmerischen Umfeld ausführlich vorgestellt.
Der Programmbeirat, unter Führung des BMI, wählt die Vorträgen für den Behördenkongress aus, allerdings stehen einzelne thematische Schwerpunkte, beipielsweise der Migrationsleitfaden des BMI, bereits fest. Weitere Informationen zum Programm werden in Kürze bekannt gegeben.
Am 25. Juni können Sie sich über das demnächst in München zum Einsatz kommende Betriebssystem GNU/Linux Debian informieren. Langjährige
Debian-Entwickler berichten auf dem Freien Kongress über den aktuellen Stand und zukünftige Pläne des Projekts.
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