(openPR) Ottmar Hörl präsentiert vom 14. August bis 12. September seine Installation "Martin Luther - Hier stehe ich..." auf dem Wittenberger Marktplatz.
Seit April 2010 steht das von Johann Gottfried Schadow entworfene und den Wittenberger Marktplatz prägende Lutherdenkmal von 1821 nicht mehr an seinem Ort. Es ist zu Restaurationszwecken abgebaut worden. Vor einem Jahr entstand die Idee, den für seine öffentlichkeitswirksamen und kommunikativen Installationen bekannten Künstler Ottmar Hörl für ein Kunstprojekt an dieser Stelle einzuladen.
Ottmar Hörl wurde 2003 mit seiner Installation von 7.000 Dürer-Hasen auf dem Nürnberger Hauptmarkt weltweit bekannt. Die 10.000 Eulen, welche er zu den Olympischen Spielen 2004 nach Athen brachte oder seine Wagner-Hunde, welche im gleichen Jahr die Parkbänke des Stadtraumes von Bayreuth markierten, sind ebenso bekannt wie sein betender oder sein den Mittelfinger präsentierender Zwerg.
"Hier stehe ich und kann nicht anders". Mit diesem Satz soll Martin Luther seine Rede beendet haben, nachdem er 1521 vom Wormser Reichstag aufgefordert wird, seine Schriften zu widerlegen.
"Hier stehe ich.." überträgt der Künstler Ottmar Hörl symbolisch auf seine Installation mit 800 Luther-Figuren, die er für den Wittenberger Markt entwickelt hat. „Die für die künstlerische Installation entwickelten Luther-Figuren resultieren aus der bildhauerischen Konzeption von Gottfried Schadow. Seine Statue von Martin Luther war in Deutschland das erste öffentliche Denkmal für eine Persönlichkeit mit bürgerlichem Hintergrund. Für die Arbeit in Wittenberg wollte ich keine neue Luther-Figur erfinden, sondern an etwas bereits Vorhandenes respektvoll erinnern. Ich bin der Ansicht, dass sowohl die Figur von Schadow als auch die Thesen von Luther nicht künstlerisch neu interpretiert werden müssen. Martin Luther war sich über die Fehlbarkeit der Menschen bewusst. Sich als Heiligen oder als Denkmal zu stilisieren wäre für ihn undenkbar gewesen.
Mit der seriellen Vervielfältigung der Luther-Statue unterstreiche ich seine Funktion als Übersetzer, die zu seiner Zeit überhaupt erst mit der Erfindung des Buchdrucks wirken konnte. Von der 1522 veröffentlichten Übersetzung des Neuen Testaments vom Lateinischen ins Deutsche wurden im gleichen Jahr 3.000 Exemplare verkauft und innerhalb von fünfzehn Jahren über 200.000 Stück. Ein Bestseller im wahrsten Sinne des Wortes.
Meine Installation soll die uneingeschränkte Präsenz und Bedeutung der Person Martin Luthers wieder begreifbar und erfahrbar machen. Ganz in seinem Sinne als Botschaft für alle Menschen.“
Das Projekt wird vollständig von Ottmar Hörl ausgerichtet. Die Refinanzierung soll über den Verkauf der installierten Arbeiten zu einem Preis von 250 Euro je Luther-Botschafter erfolgen. Die Stadt Wittenberg unterstützt die von der Geschäftsstelle "Luther 2017 der EKD" angeregte Kunstinstallation.
Die Installation " Martin Luther: Hier stehe ich..." von Ottmar Hörl wird vom 14. August bis 12. September 2010 auf dem Marktplatz der Lutherstadt Wittenberg präsentiert.
Die Eröffnung findet am 14. August 2010 um 15 Uhr statt.
(Bestellungen: h2sf-editions.com)










