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Militärgeschichte im Museum

14.07.201011:55 UhrKunst & Kultur

(openPR) Neue Ausgabe der Museumsblätter des Museumsverbands des Landes Brandenburg e.V. erschienen

Das Gebiet des heutigen Landes Brandenburg war seit dem 17. und 18. Jahrhundert in erheblichem Maße von militärischen Strukturen geprägt: Dreißigjähriger Krieg, Garnisonen, Erster und Zweiter Weltkrieg, NVA und die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte. Schon seit einiger Zeit ist der Museumsverband des Landes Brandenburg beratend bei der Entwicklung eines militärhistorischen Museums in Kummersdorf tätig, was eine Auseinandersetzung mit Museen an militärisch geprägten Gedenkorten oder entsprechendem Ansatz im Land einschloss. Das neue Heft 16 der Museumsblätter widmet sich diesem Thema.

Inhalt des Hefts:

Militärmuseen in Berlin und Dresden

Militärgeschichte ausstellen - Die Neukonzeption des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden (Gorch Pieken)
Brandenburg als Militärgeschichtslandschaft (Heiner Bröckermann)
Vom Zeughaus zum Deutschen Historischen Museum - Die Sammlung des DHM zur Brandenburgisch-Preußischen Militärgeschichte (Daniel Hohrath)

Festungen und frühe Schlachten

Kaiser Karl zu Pferde und das Museum in Mühlberg - Von den Chancen einer Museumsentwicklung (Uwe Koch)
Zeugnis eines europäischen Konflikts - Das Museum des Dreißigjährigen Krieges in Wittstock (Antje Zeiger)
Museen in der Festung - Festung als Museum (Andrea Theissen)

Erinnerungsorte des Zweiten Weltkriegs

Der Krieg und seine Technik - Die ehemalige Heeresversuchsanstalt Kummersdorf als Museum? (Susanne Köstering)
"Das sichtbare Schlachtfeld hat Anfang und Ende, das vorgestellte Schlachtfeld ist zeitlos" - Seelow und Halbe als Erfahrungsorte des Krieges (Christian Hirte)

Lokale Militärgeschichte

"Grüße aus Potsdam" - Ein Schülerprojekt um historische Militärpostkarten des Potsdam Museums (Jutta Götzmann und Markus Wicke)
Militärgeschichte als Stadtgeschichte - Das Beispiel Jüterbog (Norbert Jannek)
Der frühere Militärstandort Wünsdorf - Ein Ort des Erinnerns? (Silvio Fischer)
Das Kriegsgefangenen-Stammlager III A und seine Darstellung im HeimatMuseum Luckenwalde (Roman Schmidt)

Militär und Alltag

"Der Lineol-Nebeltopf vernebelt wirklich" - Die Brandenburger "Soldatenfabrik" (Heike Köhler und Katharina Kreschel)
Blasse Dinge oder Relikte militärischer Sachkultur (Renate Flagmeier)


Weiter Informationen zu den Museumsblättern erhalten Sie unter www.museen-brandenburg.de/4.0.html


Hintergrundinformationen:

20 Jahre danach - Museen in Potsdam

Das Ende der Geschichte wurde bereits beschworen, das Ende des Abendlandes und das Ende des Krieges noch viel mehr. Aber der „Vater aller Dinge“ hält gerade uns Deutsche gefangen. Uns, die wir zuletzt durch die ganz große Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und den moralischen Bankrott unseres Volkes, den der Nationalsozialismus mit sich brachte, von allem Kriegerischen geläutert sein wollten. Wir versuchen die Schreckensbilder zu bannen, sie zu beschweigen – sie lassen uns nicht los. Täglich flimmern Dokumentationen über den Bildschirm und erscheinen Bestseller, die aufs Neue an unserem Seelenfrieden und unserer Identität zerren. Wir haben unseren Frieden mit dem Krieg noch nicht gemacht.

Ist es daher erstaunlich, dass das Thema Militär in Brandenburgs Museen so vergleichsweise wenig Raum hat? Oder gerade nicht? Im einem Land, das wie kein anderes in der Militärmonarchie wurzelt, ja dessen schiere Existenz auf Kanonen ruhte, allemal ein erstaunlicher Befund. Natürlich: Es gibt das Museum zur Schlacht bei den Seelower Höhen, das Museum zum Dreißigjährigen Krieg in Wittstock, im Industriemuseum Brandenburg wird nicht verschwiegen, dass die Stahlwerke auch Panzer
bauten. Es fehlen in der Regel auch in den Stadt- und Heimatmuseen nicht die Abschnitte zur Geschichte des Ortes im Zweiten Weltkrieg oder ein Hinweis auf
die preußische Garnison – meist in gebotener Knappheit. Was aber fehlt, ist der Einblick in die tiefe soziokulturelle Prägung, die das Militärwesen dieser Region
über Jahrhunderte gab. Wo kann dem Geist Preußens denn besser nachgespürt werden, dem Geist mit dem man sich heute bisweilen gerne wieder schmückt;
aber auch der Idee des durchmilitarisierten Staates. Aufklärung und Rationalität, gepaart mit protestantischer Entsagungsethik, formten ein einmaliges Staatswesen, das sich mit den technischen und geistigen Mitteln der aufkommenden Moderne vom ärmlichen Duodezfürstentum zur Großmacht entwickelte. Wo ist das in Brandenburg heute noch zu erkennen? Gewiss: Jeder wird die Überwindung der Militärmonarchie als gesellschaftlichen Fortschritt feiern. Und erst recht ist es so mit den Katastrophen der Weltkriege des 20. Jahrhunderts, die den Pazifismus als einzig mögliche Option übrig zu lassen schienen. Jeder auch noch so entfernte Anklang an die militärische Vergangenheit des Landes trifft auf hellwachen Argwohn. Und da sollen die Museen nun neue Schritte wagen?

Die Antwort muss letztlich im Selbstverständnis des Museums liegen. Es ist dazu da, mit den Menschen darüber zu reflektieren, was war. Es sollte das Signifikante
zeigen – und signifikant war das Militärwesen in Brandenburg zweifellos: Garnisonsstädte, Einquartierung, Uniformierung der friderizianischen wie der wilhelminischen Gesellschaft, militärische Infrastruktur als landschaftsprägendes Element bis heute. Viele Landstriche wurden über Jahrhunderte von den Schrecken des Krieges heimgesucht. Und aufs Neue kam jedes Mal danach wieder Militär und mit ihm dieselbe Ratio. Gewiss ist Militärgeschichte auch „prekäre Geschichte“. Geschichte ist es aber allemal. Gedenkstätten in Brandenburg zeigen, dass auch hiermit ein Umgang möglich ist. Das Museum ist dem Ethos der Wissenschaftlichkeit verpflichtet. Alle
Besorgten mögen sich damit trösten, dass auch das kritische Gegenwartsbewusstsein seine Werturteile auf die Kenntnis dessen aufbauen muss, das es beurteilen
will. Hier gibt es zu einem prägenden Thema eine Menge zu tun, im Großen wie im Kleinen. Wie der Museumsverband dies mit den Museen angehen kann, ist eine längerfristige Aufgabenstellung. In diesem Band werden Ansatzpunkte aufgezeigt, die quer durch die Epochen und quer durch die Themen gehen. Ein Anfang ist damit gemacht. Markus Ohlhauser (1. Vorstandssprecher des Museumsverbands des Landes Brandenburg e.V.)
---

Die Museumsblätter präsentieren aktuelle Themen der Museumslandschaft in Brandenburg. Ziel dieser Publikationsreihe ist es, eine produktive Diskussion um Potenziale aber auch um Probleme der Museen und Ausstellungen im Land anzuregen. In zwei Ausgaben pro Jahr werden allen fachlich interessierten Lesern und Leserinnen Anregungen für eine lebendige Museums- und Ausstellungsarbeit angeboten.

Das Forum bietet Beiträge zum jeweiligen Schwerpunktthema des Heftes. Das Forum hat einen bewussten Werkstattcharakter, der Raum für neue Ideen, produktive Auseinandersetzungen und den Austausch von Erfahrungen bietet.
Der Fundus enthält Rubriken zu aktuellen Themen aus der Museumslandschaft:"Vernissage" Neue Museen und Ausstellungen"Schon gesehen?" Ausstellungsvorstellungen und -kritiken"Schatztruhe" Ausgewählte Gegenstände aus den Sammlungen alsexemplarische Beispiele musealer Arbeit an und mit Objekten"Porträt" Museumsmitarbeiter im Blick"Lesestoff" praxisorientierte Lesetipps

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