(openPR) Oppenheim/Rhein (mxp) - Die momentane Witterung ist eher für den Mai als für den April typisch - kein Wunder, dass die Wettermodelle zurzeit nicht wirklich berechnen können, was uns an den kommenden Tagen erwartet. Denn der Mai ist der Monat, an dem sich die Zirkulation endgültig von Winter auf Sommer umstellt. Nicht verwunderlich, dass die Modelle die Wettersituation genau deswegen am schlechtesten erfassen und die meisten Fehlvorhersagen auslösen. Und genau dies ist das Problem bei der augenblicklichen Vorhersage - insbesondere bei den Aussichten.
Der Schuldige heißt "Thommy" und wurde in der Nacht auf Mittwoch bei den Britischen Inseln geboren - durch ein sich über dem Nordatlantik südwärts ausdehnendes Tief mit kalter Meeresluft im Gepäck, die in den Rücken einer über dem Süden der Britischen Inseln liegenden Kaltfront-Welle von Tief "Stephan" vorstieß. Dadurch entwickelte sich ein neues Tief, dessen Zugbahn und -geschwindigkeit nun viele Rätsel aufgibt.
Da es in jedem Fall mehr oder weniger langsam nach Südosten wandert, gewinnt es Einfluss auf unser Wetter- die Frage ist aber wann, wie stark und in welchen Teilen unseres Landes. Mit seiner Verlagerung Richtung Golf von Genua kommen wir immer mehr auf die Nordseite des Tiefs in eine östliche Strömung, mit der die aus Süden in den Osten Mitteleuropas transportierte warme Luft weiter nach Westen vorankommt - zu Wochenanfang war es noch genau umgekehrt. Das Tief sollte über die Nordsee langsam nach Nordosten ziehen, sodass an seiner Westseite am Wochenende in die Westhälfte deutlich kühlere Luft eingeflossen wäre.
Das zweite Problem besteht darin, dass sich die über Frankreich liegenden oder entstehenden Störungen bisher - früher als erwartet - immer wieder westlich des Rheins mehr oder weniger aufgelöst haben, aber nun langsam etwas weiter nordostwärts vorankommen und dadurch noch unberechenbarer werden, denn deren Reste oder die weiter nach Osten vorankommenden Störungsteile sorgen zusammen mit dem weiter fallenden Druck, der um diese Jahreszeit stark zunehmenden Sonneneinstrahlungsintensität und der feucht-warmen Luft aus Südosten an den kommenden Tagen für ein zunehmendes Gewitterschauer-Risiko in ganz Deutschland - vorwiegend in den späten Nachmittags- und Abendstunden.
Erst mit einem neuen kräftigen atlantischen Tief, das sich am Montag nach Mitteleuropa ausweitet, wird diesem Verwirrspiel von Petrus ein – leider regnerisches und merklich kühleres - Ende zum Start in die neue Woche gesetzt.
Autor Udo Baum, Meteorologe von "Der Wetterbote" (http://www.wetterbote.de) wünscht Ihnen ein Wochenende ohne unvorhergesehene Hindernisse.
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