(openPR) Unbekannt – wiedergefunden – neu eingespielt
Nach der erfolgreichen Vivaldi-CD hat der Frankfurter Flötist Michael Schneider eine Sammlung von sechs Werken für Altblockflöte gemeinsam mit der Cappella Academica Frankfurt eingespielt. Damit liegen nicht nur das beinahe komplette Repertoire an Blockflötenkonzerten aus dem deutschen Stilbereich vor, sondern auch unbekannte Kostbarkeiten wie das soeben wiederentdeckte F-Dur Konzert von Johann Friedrich Fasch.
Das Fasch-Concerto, erst kürzlich durch Johannes Pausch und Steffen Voss wieder aufgefunden, ist mit seinem extremen technischen Anspruch nur den hochvirtuosen Concerti von Antonio Vivaldi vergleichbar und insofern ein Sonderfall. Das Konzert entstammt der Sammlung des Grafen Aloys Thomas Raimund Harrach, die sich heute zum Teil in der Public Library New York befindet. Der Außenpolitiker der österreichischen Regierung unter Kaiser Karl VI. hegte eine große Liebe zu dem „altmodischen“ Instrument; anlässlich eines Aufenthalts in Deutschland traf er möglicherweise auf Fasch und erteilte ihm den Auftrag für ein Konzert im deutschen Stil. Johann Friedrich Fasch (1688 – 1758), der als ein bedeutender deutscher Instrumentalkomponist des Spätbarock gilt, wurde auch von Johann Sebastian Bach sehr geschätzt.
Die Wiederentdeckung dieses Stücks, das bislang nur als Katalognennung des 18. Jahrhunderts identifizierbar war, stellt einen Glücksfall und eine enorme Bereicherung des Repertoires dar – besonders, wenn es von Michael Schneider gespielt wird. Wer Schneider hört, weiß, dass Superlative angebracht sind. Schneider dürfte im Moment auf diesem Instrument nicht zu toppen sein – und das weltweit. Die Blockflöte verliert in seinen Händen alles, was sie so oft ausdrucksmäßig begrenzt erscheinen lässt und wird zu einer Stimme, der alle Facetten möglich sind. Dabei hat das Fasch-Konzert extreme technische Ansprüche, die selbst den Hörer atemlos zurücklassen.
Neben das Fasch-Konzert hat Schneider mit Christoph Graupner (1683 bis 1760), Johann Christian Schickhardt (1680 bis 1762), Johann Christoph Schulze (1733 bis 1813), Mattheus Nikolaus Stulick (ca. 1700 bis 1740) sowie dem deutsch-dänischen Komponisten Johann Adolf Scheibe (ca. 1708 bis 1776) weitere Werke der deutschen Barockelite gestellt, darunter zwei weitere Weltersteinspielungen. Damit liegt – sieht man einmal von den zahlreichen Werken Telemanns ab – fast das komplette Repertoire an Blockflötenkonzerten aus dem deutschen Stilbereich vor. Vergnügen und Erstaunen sind beim Hören garantiert!
Begleitet wird der Solist Michael Schneider von der Cappella Academica Frankfurt bestehend aus Dozenten, die am „Institut für Historische Interpretationspraxis“ an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/M aktiv und in leitenden Positionen bei führenden europäischen Barockensembles und -orchestern tätig sind. Die Professoren und Lehrbeauftragten bringen ihre jahrelange Erfahrung aus renommierten Ensembles der Alten Musik nicht nur in ihre Unterrichtstätigkeit ein, sondern verstehen sich auch als Musiker-Kollegen, die gerne gemeinsam musizieren. Unter Führung dieser Lehrkräfte wirken weit fortgeschrittene Studierende ebenso wie ehemalige Absolventen des Instituts in einem homogenen Ensemble zusammen.
Die CD – Deutsche Barockflötenkonzerte des Barock – gespielt von Michael Schneider und der Cappella Academica Frankfurt – erscheint im Juni 2010 bei cpo.









