(openPR) Bad Boll/Eckwälden, Juli 2010 – In diesem Jahr feiert das Stiftungsunternehmen WALA Heilmittel GmbH (Bad Boll) sein 75-jähriges Bestehen. Begangen wird das Jubiläum mit einer Reihe von Ereignissen: von historischen Ausstellungen, Vorträgen von Zeitzeugen bis hin zu einem Festakt im September. Der aus Wien stammende Chemiker Dr. Rudolf Hauschka (1891-1969) gründete das Unternehmen 1935 in Ludwigsburg bei Stuttgart für die Herstellung der WALA Arzneimittel, denen man ebenfalls zum 75. Geburtstag gratulieren darf. Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist heute ein Unternehmen mit einem Umsatz von 98 Mio. Euro (2009) entstanden. Die Firma mit mehr als 700 Mitarbeitern stellt eine Palette aus etwa 1.000 Präparaten her: die anthroposophischen WALA Arzneimittel, die zertifizierte Naturkosmetik Dr.Hauschka Kosmetik sowie Dr.Hauschka Med, medizinische Pflegeprodukte aus der Natur, die auf besondere Bedürfnisse abgestimmt sind. Für den weltweiten Export arbeitet sie mit 40 Ländern zusammen. Das grundsätzliche Anliegen der WALA Präparate ist es, Lebensprozesse, die ins Ungleichgewicht geraten sind, wieder zu harmonisieren.
Für den Chemiker Dr. Rudolf Hauschka (1891–1969), den Gründer der WALA, gab es ein Schlüsselerlebnis, das seinen Weg entscheidend beeinflusst hat: 1924 begegnete er während einer anthroposophischen Sommertagung in Arnheim (Niederlande) Dr. Rudolf Steiner (1861–1925), dem Begründer der Anthroposophie. In den vielseitigen Gesprächen, die er mit ihm führte, ging es auch um Hauschkas Frage, was Leben sei. Steiner beantwortete sie so: „Studieren Sie die Rhythmen, Rhythmus trägt Leben.“
Was ist Leben?
Wer über das Leben nachdenkt, entdeckt zahlreiche natürliche Rhythmen. Im Lauf der Jahreszeiten findet sich zum Beispiel das rhythmische Spiel zwischen Wärme und Kälte. In uns finden wir eine Vielzahl von Rhythmen auf den verschiedensten Ebenen, die in der Frequenz und der Stärke variieren. Die Nervenimpulse im Millisekundenbereich gehören zu den schnellsten Rhythmen, Puls und Atem zu den mittleren, die sich im Frequenzbereich bis zu einer Minute bewegen. Schlafen und Wachen, Körpertemperatur oder Reaktionszeiten zeigen wiederkehrende Rhythmen über einen Tag. Im Monatsrhythmus schwingt der Zyklus der Frau. Und das Immunsystem zeigt rhythmische Variationen im Jahreslauf. Der menschliche Organismus: ein fein aufeinander abgestimmter Gesamtklang mit Forte und Piano, schnellen und langsamen Passagen. Sein harmonisches Tönen ist die Basis für Gesundheit.
Dr. Rudolf Hauschka war in den Zwanziger Jahren damit beschäftigt, ein Verfahren zur Herstellung von Arzneimitteln auf natürlicher Basis und ohne konservierenden Alkohol zu entwickeln. Die entscheidende Antwort auf die Frage erhielt er von Dr. Rudolf Steiner:
„Studieren Sie die Rhythmen - Rhythmus trägt Leben“
Diesen ersten Teil von Steiners Antwort nahm sich Hauschka zu Herzen. Er studierte und ließ die Rhythmen der Natur in sein Herstellungsverfahren einfließen, indem er polare Wechsel, denen die Pflanze in der Natur ausgesetzt ist, für eine Woche im Labor fortsetzte (Wärme/Kälte, Ruhe/Bewegung, Helligkeit/Dunkelheit). So gelang es ihm, einen auf Wasser basierenden Heilpflanzenauszug zu gewinnen, der ohne den bis dahin üblichen Einsatz von Alkohol als Konservierungsmittel auskam. Die so gewonnenen Urtinkturen bilden einen wichtigen Bestandteil der WALA Arzneimittel, aber auch der Dr.Hauschka Kosmetik. Noch heute arbeiten die WALA Mitarbeiter nach diesem von Rudolf Hauschka entwickelten Verfahren, das weltweit einmalig ist und 1978 in das Homöopathische Arzneibuch aufgenommen wurde. Die rhythmische Behandlung bewahrt die Heilkraft der lebendigen Pflanze, die so für pharmazeutische und kosmetische Zwecke einsetzbar wird – um die Lebenskräfte des Menschen zu unterstützen und zu seiner Gesundheit beizutragen.
Der Wesenskern: natürlicher Rhythmus
und respektvoller Umgang mit Mensch und Natur
Das grundsätzliche Anliegen der mithilfe rhythmischer Prozesse hergestellten WALA Präparate war und ist es, Lebensprozesse, die in ein Ungleichgewicht geraten sind, wieder zu harmonisieren, ihnen wieder ihren natürlichen Rhythmus zurückzugeben – sei es mit WALA Arzneimitteln oder der Dr.Hauschka Kosmetik. Dieser „Heilungsimpuls“ beschränkt sich jedoch nicht auf den Patienten oder Kunden, sondern umfasst das gesamte Umfeld der WALA – sowohl die Natur als auch das Soziale. Ein respektvoller Umgang mit Mensch und Natur gehören daher ebenso zu diesem Heilungsimpuls wie auch ein besonderes Unternehmensmodell. So ist die WALA Stiftung die Trägerin des Gesamtunternehmens WALA Heilmittel GmbH. Die oberste Aufgabe der WALA Stiftung besteht darin, als Bewahrerin der WALA-Idee die Entwicklung der WALA Heilmittel GmbH zu fördern. Sie ist damit deren 100%ige Gesellschafterin. Das entspricht der Idee der WALA, den betriebswirtschaftlichen Gewinn nicht als Ziel zu verstehen, sondern als Mittel zum Zweck. Der Mensch, ob Kunde, Patient oder Mitarbeiter, sowie die bestmögliche Qualität der Präparate stehen im Mittelpunkt. Denn nach Rudolf Hauschkas Verständnis soll die Wirtschaft dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Wirtschaft.
Gelebter Umweltschutz in allen Unternehmensbereichen und Förderprojekte zur Rohstoffgewinnung in Entwicklungs- und Schwellenländern wie z. B. Afghanistan oder Burkina Faso sind für die WALA ein grundlegender Unternehmensauftrag. Ebenso wird jeder, der bei oder mit der WALA arbeitet, als Partner gesehen, dem man mit Respekt begegnet und der auf dieser Basis seine Fähigkeiten einbringen und damit einen originären Beitrag für die WALA-Kunden leisten kann.
Zu Zeiten Hauschkas in den 1920er Jahren, als der Takt der industriellen Produktionsprozesse die natürlichen Rhythmen immer mehr abzulösen begann, war dieser Ansatz unkonventionell. Damals war kaum zu erwarten, dass die WALA mit ihrer Arbeit auf flächendeckende Resonanz stoßen würde. Und es war in der wechselvollen Geschichte des vergangenen Jahrhunderts nicht immer einfach, den eigenen Weg weiter zu verfolgen.
Zeitgemäße Vision
Erst heute, viele Jahrzehnte später, wird deutlich, wie vorausschauend die Idee Rudolf Hauschkas damals war. Immer mehr Menschen suchen heute einen natürlichen Ausgleich zu den unnatürlichen Anforderungen ihres Alltags. Bewusste und nachhaltige Lebensstile haben ein neues Verständnis von Qualität hervorgebracht, ein neues Verständnis dafür, wie der Mensch von seiner Umwelt abhängt. Die Verwendung von Kosmetik ohne synthetische Inhaltsstoffe ist für viele Verbraucher inzwischen selbstverständlich geworden. Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit nimmt einen immer höheren Stellenwert ein, ebenso die Nachfrage nach natürlichen Arzneimitteln und Therapiemethoden.
Diese Entwicklung trug auch zum wirtschaftlichen Wachstum der WALA bei. In den letzten beiden Jahrzehnten gelang es dem Unternehmen, den Heilungsimpuls einer sehr viel breiteren, auch weltweiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die mittlerweile rund eintausend Präparate des Grundsortiments mussten in einer ganz neuen Größenordnung produziert werden und verfügbar sein. Entsprechend wichtig war es, die Verbindung von Natur und Mensch mit den modernen Anforderungen an einen Wirtschaftsbetrieb zu verknüpfen. Die mehr als 700 Mitarbeiter in Bad Boll sorgen heute dafür – so viele wie nie zuvor. So gesehen hat die WALA allen Grund, ihr 75-jähriges Bestehen zu feiern. Und eine gute Basis, um ihre qualitativen Ziele weiter mit Leidenschaft verfolgen zu können.
75 Jahre WALA feiern
Während des Jubiläumsjahrs findet eine Reihe von Veranstaltungen statt, die eine Spur legen durch die WALA Geschichte sowie die Motive der WALA Gründer:
• In Vortragsreihen erzählen Zeitzeugen über die Stationen der WALA.
• Am 24. September gelangt das Jubiläumsjahr zu seinem Höhepunkt mit einem großen Festakt, zu dem zahlreiche Gäste aus aller Welt geladen sind.
• Begleitend finden verschiedene Ausstellungen in den Räumlichkeiten der WALA statt: mit Aquarellen und Gemälden Rudolf Hauschkas, mit historischen Verpackungen der WALA Arzneimittel und historischen Fotografien der WALA Herstellung.
• Ein Jubiläumsbuch fasst die Geschichte der WALA von der Ursprungsidee Rudolf Hauschkas bis heute zusammen.
• Prof.Dr.med. Peter Selg, unter anderem Leiter des Ita-Wegman-Institut für anthroposophische Grundlagenforschung, gibt ein Buch heraus, das die Korrespondenz Dr. Rudolf Hauschkas mit der anthroposophischen Ärztin Dr.med. Ita Wegman (1876-1943) enthält. Ita Wegmann hatte Rudolf Hauschka an ihr Klinisch-therapeutisches Institut Arlesheim in der Schweiz zu Forschungsarbeiten eingeladen, Hauschka entwickelte dort sein rhythmisches Herstellungsverfahren.
Die Geschichte Dr. Rudolf Hauschkas und der WALA
......1924......
Dr. Rudolf Hauschka (1891-1969) begegnet Dr. Rudolf Steiner (1861-1925), dem Begründer der Anthroposophie. Ihm stellt Hauschka die Frage „Was ist Leben?“ Steiners Antwort beeinflusst Hauschkas spätere Forschungen stark. Sie lautet: „Studieren Sie die Rhythmen. Rhythmus trägt Leben.“
......1929-1935......
Dr. Rudolf Hauschka arbeitet am Klinisch-Therapeutischen Institut Arlesheim (Schweiz) der Ärztin Ita Wegman (1876-1943). Er entwickelt ein rhythmisches Verfahren zur Herstellung von Heilpflanzenauszügen, die ohne den Zusatz von konservierendem Alkohol haltbar sind.
......1935......
In Ludwigsburg gründet Dr. Rudolf Hauschka das WALA Laboratorium, wo die ersten WALA Arzneimittel hergestellt werden. Auch in Wien besteht ein Labor.
......1940......
Das WALA Laboratorium zieht nach Dresden um. Ein weiteres Labor in London wird eröffnet.
......1941......
Das WALA Laboratorium in Dresden wird durch das NS-Regime zwangsgeschlossen.
......1947......
Nach dem Krieg lässt sich die WALA auf dem Gelände des Biologisch-Homöopathischen Krankenhauses in München-Höllriegelskreuth nieder.
......1950......
Die mittlerweile sieben WALA Mitarbeiter siedeln nach Bad Boll/Eckwälden in der Nähe von Stuttgart über.
......1953......
Die Gründung der WALA OHG (Offene Handelsgesellschaft) erfolgt durch Dr. Rudolf Hauschka, Dr. med. Margarethe Hauschka-Stavenhagen (1896-1980), Maja Mewes (1909-1993) und Max Kaphahn (1894–1975).
......1955......
Der erste eigene Neubau entsteht. Hinter dem Gebäude wird der WALA Heilpflanzengarten angelegt.
......1960......
Der zweite Bauabschnitt ist bezugsbereit.
......1962......
Dr. Rudolf Hauschka und die Kosmetologin Elisabeth Sigmund (*1914) haben die Idee zur Entwicklung einer Kosmetiklinie. Diese basiert auf dem Wissen der Arzneimittelherstellung.
......1967......
Die Dr.Hauschka Kosmetik kommt als zweite Marke neben den WALA Arzneimitteln auf den Markt.
......1971......
Die erste Dr.Hauschka Naturkosmetikerin wird von Elisabeth Sigmund persönlich in der Dr.Hauschka Behandlungsmethode ausgebildet. In den nachfolgenden Jahren beginnt die systematische Ausbildung weiterer Dr.Hauschka Naturkosmetikerinnen.
......1978......
Das Sortiment der WALA Arzneimittel umfasst 1.200 Präparate, die unter Mitwirkung mehrerer Ärztekreise entwickelt wurden - unter anderem unter der Leitung von Dr. med. Ita Wegman, Dr. med. Margarethe Hauschka-Stavenhagen und Dr. med Heinz-Hartmut Vogel (1914-1995).
......1979......
Die WALA OHG wird in eine Vertriebs- und Produktionsgesellschaft WALA Heilmittel GmbH sowie in eine Besitzgesellschaft WALA-Heilmittel Dr.Hauschka OHG aufgeteilt.
......1986......
Dr. med. Heinz-Hartmut Vogel und Karl Kossmann (*1927) gründen die nichtgemeinnützige WALA Stiftung als Nachfolgerin der OHG und alleinige Besitzerin der WALA Heilmittel GmbH. Zeitgleich erfolgt die Gründung der gemeinnützigen Dr.Hauschka Stiftung.
......1994......
Das Unternehmen wächst. Mehr Raum bietet das neue Gebäude am Ortsanfang von Eckwälden.
......1998......
Die Dr.Hauschka Kosmetik macht mit einem neuen Markenauftritt auf sich aufmerksam. In den Folgejahren entwickelt sich die Marke kontinuierlich weiter.
......1999......
Die Dr.Hauschka Dekorative Kosmetik kommt auf den Markt.
Ein neues Gebäude mit Laboratorien für die Qualitätskontrolle entsteht.
......2001......
Die Positionierung und die Gestaltung der Marke WALA Arzneimittel werden weiterentwickelt und den Marktgegebenheiten angepasst.
......2002......
Der erste Erweiterungsbau am Ortsanfang von Eckwälden wird fertig gestellt.
......2004-2008......
Die WALA lässt den firmeneigenen Demeterhof „Sonnenhof“ umbauen, um diesen optimal an die Demeter-Anforderungen anzupassen.
......2005......
Die Dr.Hauschka Kosmetik ist im KaDeWe (Kaufhaus des Westens) in Berlin erhältlich. Weitere Counter in renommierten Kaufhäusern folgen.
......2006......
Nach dem Vorbild der WALA Stiftung wird in den USA eine stiftungsähnliche Gesellschaft ohne Eigentümer nach amerikanischem Recht, die WALA North America Inc., gegründet.
......2007......
Die Dr. Schaette GmbH – Hersteller natürlicher Tierarznei- und Pflegemittel – wird an die WALA übertragen. Gemeinsam halten WALA und Dr. Schaette die Tochterfirma PlantaVet.
......2009......
Die neue Produktlinie Dr.Hauschka Med kommt auf den Markt. Sie umfasst medizinische Pflegeprodukte für Haut, Lippen und Zähne.
......2010......
WALA Heilmittel GmbH und WALA Arzneimittel feiern ihr 75. Jubiläum. Sie werden international vertrieben und finden weltweit begeisterte Anwenderinnen und Anwender.













