(openPR) »FairPay-Card« startet in Alzenau als Modellprojekt
Gleichzeitig Mitgliedsausweis
Alzenau. Norbert Hornung und seine Kollegen arbeiten an einer neuen Kundenkarte. In diesen Tagen sollen die ersten davon zum Einsatz kommen. »Noch eine Karte?«, wird sich mancher mit Blick auf sein schwanger anmutendes Portemonnaie denken, das sich vor Bonus-, Payback- oder Kreditkarten kaum retten kann. Der Erfinder der »FairPay-Card« ist sich aber sicher: Seine Idee wird gut ankommen, soll sie doch den Vereinen und dem örtlichen Einzelhandel zugute kommen.
Das Konzept der Alzenauer FairPay GmbH, die die neue Karte kreiert hat, ist recht simpel: Die »FairPay-Card« wird an gemeinnützige Vereine ausgegeben und dient dort als Mitgliedsausweis, dank des Magnetstreifens auf der Rückseite als Bonuskarte. Mit dieser können die Vereinsmitglieder bei teilnehmenden Einzelhandelsgeschäften einkaufen und erhalten einen vom Händler festgelegten »Rabatt« auf jeden Einkauf. Der Rabattwert wird auf den Einkäufer, seinen Verein und die FairPay GmbH verteilt.
Ein Beispiel
Beispiel: Der Torwart des FC Bayern Alzenau kauft in einem Alzenauer Blumengeschäft für 100 Euro ein. Er zahlt 100 Euro, lässt seine Karte aber durch einen Terminal ziehen, der den Einkauf an die Datenzentrale der FairPay GmbH meldet. Umgehend werden von dem Rabatt - angenommen: zehn Euro - sieben Euro auf der Karte des Torwarts gutgeschrieben, die er beim nächsten Einkauf in irgendeinem Teilnehmergeschäft einlösen kann. 1,50 Euro gehen an den Verein, 1,50 Euro an FairPay. Abends kann der Keeper im Internet lesen, wie hoch sein Bonusguthaben ist, der FC Bayern, welchen Zuschuss er erwarten kann.
Vorteile für alle Beteiligten
Das System, an dem Hornung und seine Kollegen nach eigenen Angaben seit einem Jahr arbeiten, soll Vorteile für alle Beteiligten bringen. Der regionale Einzelhandel erhalte die Aussicht, dass wieder mehr Menschen ihre Einkäufe vor Ort erledigen. »Konzerne, Ketten und Discounter sind daher von vornherein bei unserem System ausgeschlossen«, betont Hornung. Die Vereine bekämen Zuschüsse vom Einzelhandel, der »ohnehin schon der größte Sponsor der örtlichen Vereine ist«. Außer dem »Grundrabatt« können die Einzelhändler auch Sonderaktionen anbieten.
In diesen Tagen werden die ersten Mitgliedsausweise, 2000 an der Zahl, an die Teilnehmervereine - den TV Wasserlos und den FC Bayern Alzenau - verteilt und die Kartenlesegeräte in 15 Alzenauer Geschäften aufgestellt. Weitere Vereine und Geschäfte haben schon Interesse bekundet, erklärt Hornung. Ziel ist es, die Idee vom Pilotvorhaben Alzenau ausgehend in die Region Untermain auszubreiten - und noch in diesem Jahr bundesweit. Der Alzenauer Torwart könnte dann, so die Vision, auch in Hamburg oder München seine Bonus-Euros einlösen. Eine »Volkskarte«?
Hornung ist selbst »Vereinsmeier« und sagt, er habe die Anregung zur »FairPay-Card« bei der Vorstandsarbeit beim TV Wasserlos bekommen. »Wir hatten für unsere Mitglieder schon ein paar Rahmenabkommen für Vergünstigungen, etwa in manchen Sportgeschäften oder in einem Reisebüro.« Der Schritt zum Mitgliedsausweis mit Magnetkarte war da nicht weit, zumal die FairPay GmbH ihr Geld bislang auch mit dem Vertrieb bargeldloser Zahlungsterminals verdiente.
Die »FairPay-Card« sei »aus der Sicht des Vereinsmitglieds und des Verbrauchers« geschaffen worden. Daher würden keine persönlichen Daten auf der Karte gespeichert: »Wir wollen nicht den gläsernen Kunden.« Seine Gesellschaft werde den Geschäften lediglich Statistiken an die Hand geben, welche Vereine welche Umsätze generiert hätten, aufgeschlüsselt nach Alter und Geschlecht.










