(openPR) Europas Güterverkehrskorridor von Rotterdam nach Genua ist beschlossene Sache – Bürgerinitiativen schließen sich zusammen und wollen bis Herbst mehr als eine Million Menschen repräsentieren
Zehn Verkehrsminister der EU haben Mitte Juni auf einer Konferenz in Den Haag ihre Absicht bekräftigt, bei der Entwicklung von europäischen Eisenbahn-Güterverkehrskorridoren verstärkt zu kooperieren und diese zu Netzwerken zusammenwachsen zu lassen. Auf der am weitesten fortgeschrittenen Strecke Rotterdam – Genua, die durch das Rheintal führt, ist bis 2015 die Einführung eines einheitlichen Zugsicherungssystems geplant. Damit sollen Züge in der Lage sein, schneller und in kürzeren Abständen die Strecke zu befahren, und könnten – so die Befürchtung der Initiativen gegen Bahnlärm – den ohnehin unerträglichen Bahnlärm weiter verstärken.
Die EU will den Gütertransport in Zukunft stärker über die Schiene statt auf der Straße abwickeln. Deshalb sollen in Europa mehrere leistungsfähige Güterverkehrskorridore (unter anderem Genua – Rotterdam, Antwerpen – Basel-Lyon und Aachen – Berlin-Warschau/Kaunas) realisiert werden.
In einer gemeinsamen Erklärung haben sich die Verkehrsminister beziehungsweise ihre Vertreter aus den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Litauen, Schweiz und Tschechien verpflichtet, auf diesen Korridoren noch enger zusammenzuarbeiten und diese zu europäischen Netzwerken zusammenwachsen zu lassen. Dieses Ziel wird von der EU-Kommission unterstützt. Der estnische EU-Verkehrskommissar Siim Kallas nahm deshalb ebenfalls an der Ministerkonferenz teil.
Am weitesten entwickelt ist der Korridor zwischen Rotterdam und Genua, der durch das Rheintal führt. Deutschland ist aktuell in Verzug, was die Ausrüstung des Korridors mit ERTMS (European Railway Traffic Management System) betrifft. Dieses System erlaubt es der Bahn, die Sicherheitsabstände zwischen den Zügen deutlich zu verringern, um die Trassen noch schneller zu machen und intensiver zu nutzen. Die Bürgerinitiativen warnen: Ohne eine Modernisierung des Fahrzeugparks, ohne geeignete Trassenführungen (weg von den Häusern) und ohne geeignete Lärmschutzmaßnahmen an den bestehenden Strecken wird das zu ernsthaften Gesundheitsschäden bei den Anwohnern und zu gravierenden Nachteilen für die Rheinregionen führen. Die Regionen verlieren bereits jetzt immer mehr an Lebensqualität und sind als Lärmstandorte künftig weder für die Wirtschaft noch für den Tourismus interessant.
Laut einem früheren Beschluss soll die Strecke durchgängig vierspurig ausgebaut werden. Das bedeutet, dass dann mit 700 bis 800 Zügen innerhalb von 24 Stunden gerechnet werden muss. Nutznießer sind die Betreiber und deren Frachtkunden. Opfer sind Bürger und Regionen, die dem globalen Transitgeschehen machtlos ausgeliefert sind.
Deshalb haben sich jetzt alle Bürgerinitiativen entlang des geplanten Korridors zusammengeschlossen und wollen bis Herbst mehr als eine Million Menschen repräsentieren, um sich für einen wirksamen und effektiven Lärmschutz entlang der Strecke und bei den Fahrzeugen einzusetzen. Ohne diesen Schutz soll die Bahn im Bereich der Ortschaften Nachtfahrverbote und Tempolimits auferlegt bekommen.











