(openPR) Derbe Späße und Verwicklungen sorgen für Lacher und Zwischenapplaus
Stimmungsvolle Premiere der „Lustigen Weiber von Windsor“ bei Clingenburg Festspielen
Es ist ein Lustspiel, wie es im Buche steht. Shakespeares populäre und leichte Komödie „Die Lustigen Weiber von Winsor“ lebt vom Spaß am Spiel, von schrägen und skurrilen Charakteren, es strotzt nur so vor derben Späßen und Verwicklungen, die am Ende nur eines zum Ziel haben: es dem dicken geilen Saufbold Falstaff so richtig heim zu zahlen. Aber auch die romantische Liebe kommt nicht zu kurz. Beide Komponenten zusammen ergeben eine wunderbar unterhaltsame Mischung, die sich am Donnerstag Abend als gute Wahl erwies, um das Publikum bei der Premiere der „Lustigen Weiber von Windsor“ trotz Regens nach der Pause bei sehr guter Laune zu halten.
Marcel Krohn hat im zweiten Jahr als Intendant wieder ein gutes Händchen bei der Entscheidung für ein farbenprächtiges, publikumnahes Stück bewiesen. Nach dem „Sommernachtstraum“ vom vergangenen Jahr hat er erneut eine Shakespeare-Komödie auf die Naturbühne gebracht, die er mit einem Ensemble aus professionellen und teilweise sehr erfahrenen Schauspielern aus Deutschland und Österreich besetzt hat.
Die Freude am Spiel und an der Inszenierung springt gleich in der ersten Szene aufs Publikum über, als der feiste Sir John Falstaff (perfekt verkörpert von Gerhard Fehn) aus einer Art Bauwagen klettert, in dem er mit ein paar Schurken (Michael Kleiber als Pistol, Leonardo Arivelo als Robin) außerhalb der bürgerlichen und adeligen Gesellschaft des englischen Städtchens Windsor lebt.
Die Blicke richten sich sofort auf die in farbenfrohe Kostüme (von Designerin Ulla Birkelbach) gekleideten Akteure, die mühelos den ganzen Abend über Lacher und Zwischenapplaus ernten.
Allein der Anblick eines jeden Einzelnen der zum Teil schrulligen bis skurrilen Figuren reicht aus, um im Premieren-Publikum gute Laune zu wecken. Regisseur Marcel Krohn zeichnet auch für das wohl dosierte Bühnenbild verantwortlich, das es geschickt versteht, die natürliche Kulisse der Burgruine mit ein zu beziehen.
Bei den „Lustigen Weibern“ geht es weniger um die Art und Weise, wie der geldgierige Schwerenöter Falstaff zwei verheirateten Damen der Gesellschaft gleichzeitig mit identischen Liebesbriefen den Hof macht, diese davon aber Wind bekommen und ihn gehörig dafür bestrafen. Es geht vielmehr um den Spaß, den die beiden besonders schillernden Damen (Andrea Pörtsch in der Rolle der Frau Fluth und Tanja Arenberg als Frau Page) daran haben. Deren Männer erkennen die Situation überhaupt nicht. Herr Fluth (Hanno Dinger) zerspringt vor Eifersucht, dagegen ist Herr Page (der aus Großwallstadt stammende Kurt Spielmann) die Ruhe in Person. Pfarrer Evans (Hans Hirschmüller) und Richter Schaal (Hannes Seebauer) verstehen es wunderbar, die Verwirrung weiter zu treiben.
Die Nebenhandlung, die Romanze zwischen dem jungen, aber verarmten Nobelmann Fenton (Johannes Schedl) und der schönen Anne Page (Monika Sobetzko, die auch die Hauptrolle im Kinderstück Ronja Räubertochter spielt), wird auf der Clingenburg zum Gegenpart mit einigem Gewicht, vor allem, weil Marcel Krohn hier bekannte Elemente – auch eine Balkonszene gibt es – aus „Romeo und Julia“ mit einflicht.
Überhaupt betreibt er ein Spiel im Spiel, indem er es durchsetzt mit bekannten Zitaten aus anderen Shakespeare-Stücken. Temporeich bringen Krohn und seine Schauspieler die Handlungsstränge voran. Dafür hat der Regisseur auch einige Personen und Szenen des Originals gestrichen, es zum Teil umgeschrieben und mit englischen Gesangseinlagen aufgepeppt, die meisten davon mit hohem Wiedererkennungswert.
Bravourös in Sprache, komödiantischem Ausdruck und mit viel Schalk im Nacken führt dabei die alte Frau Hurtig durch die Handlung. Edith Teichmann gibt mit nahezu 90 Jahren unglaublich witzig die kokettierende Liebesbotin für ihren jungen Schützling Anne. Sie hilft mit, die unmöglichen Bewerber um die Hand der knospenden Schönheit (der affektierte französische Doktor Cajus alias Daniel Kersten und der dümmlich-dicke Junker Spärlich, gespielt von Günther Brenner) hinzuhalten und letztlich mit einer List aus dem Feld zu schlagen.
Am Ende ist der Maulheld Falstaff selbst der Gehörnte, die jungen Liebenden sind glücklich getraut – und das Publikum hellwach und begeistert.
Eintrittskarten zu den insgesamt 25 Abendvorstellungen gibt es in der Tourist-Information der Stadt Klingenberg, Hauptstraße 26a, 63911 Klingenberg am Main, Telefon 09372 3040 und 921259, Telefax 09372 12354. Die Tourist-Information ist von Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie samstags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr geöffnet.
Eintrittskarten sind auch online unter www.clingenburg-festspiele.de, bei Ticket Online in den bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.ticketonline.com erhältlich.
Klingenberg, 18. Juni 2010
Abdruck honorarfrei















