(openPR) „Zielsicher finden, richtig fragen, sicher entscheiden!“ – Unter diesem Motto standen die zweiten A-Recruiter-Tage, zu denen sich im Mai zahlreiche Personaler aus ganz Deutschland in Solingen versammelten. Initiator des Events war der U-Form-Verlag, seit Jahrzehnten spezialisiert auf Testverfahren und Prüfungsvorbereitung für Unternehmen und Verbände.??„Unternehmer klagen immer öfter über immer weniger.“ – In krisengeschüttelten Zeiten klingt das wie eine trendige Erfolgsmeldung. Doch die da klagen, haben ein ausgewachsenes Problem mit (meist) Jugendlichen: Für Unternehmen wird es nämlich immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden und damit für qualifizierten Nachwuchs auch im eigenen Betrieb zu sorgen.
Ein Problem, dem nur aktiv zu begegnen ist. Das konnten mehr als 60 Ausbildungsverantwortliche zahlreicher namhafter Unternehmen wie Airbus, Henkel, Hochtief, RWE und Vodafone sowie vieler mittelständischer Betriebe Anfang Mai vor malerischer Kulisse des Schlosses Grünewald in Solingen erfahren – und erarbeiten. Neben spannenden Vorträgen waren die Teilnehmer der zweiten A-Recruiter-Tage des U-Form-Verlags dazu eingeladen, sich in arbeitsintensiven Workshops selber die Frage zu stellen, ob sie beispielsweise alle Möglichkeiten des Web 2.0 für eine zielgruppengerechte Azubi-Suche ausschöpfen, ob und wie sie die richtigen Auszubildenden systematisch auswählen und ob sie am Ende der Ausbildung eine treffsichere Einschätzung darüber abgeben können, wie und wo der Nachwuchs zukünftig am erfolgreichsten im eigenen Unternehmen einsetzbar ist.
Wie frisch der Wind in der Azubiwahl aufgrund der bereits bestehenden und zu erwartenden Probleme am Ausbildungsmarkt weht, wusste unter anderem Richarda Sartory, Referentin Personalentwicklung der REpower AG aus Hamburg, zu berichten. Das Unternehmen, mit fünf der insgesamt zwölf Windenergieanlagen am neuen Offshore-Windpark Alpha Ventus in der Norsee beteiligt, sieht die Zukunft seiner Ausbildungsstrategien klar auf Seiten onlinebasierter Auswahlverfahren.
Chancen und Ansätze für den Ausbildungsmarkt der Zukunft erläuterte Carmen Bartl-Zorn aus Sicht der Industrie- und Handelskammern. Die Leiterin des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid bestätigt, dass die Zahl der Betriebe steigt, die Schwierigkeiten mit der Besetzung ihrer Lehrstellen haben. Sinkende Abschlusszahlen an den Schulen ab 2014 werden am Ausbildungsmarkt sehr deutlich zu spüren sein, so ihre Prognose. Bartl-Zorn sieht in dieser Situation vor allem eine Herausforderung für die Ausbilder: Gezieltes Ausbildungsmarketing für junge Menschen und eine deutliche Steigerung des Images der Ausbildung nach innen und außen seien nur zwei der Faktoren, auf die es in Zukunft ankomme.
Imageförderung in Sachen Ausbildung ist auch Thema der azubister GmbH aus Köln. Deren Chef, Andreas Diehl, ermöglichte den Gästen der A-Recruiter-Tage einen Blick ins Innenleben eines Kontaktnetzwerkes an der Schnittstelle von Schüler und Azubi. Durch die ausschließliche Konzentration auf das Thema Ausbildung unterscheidet sich die Internetplattform der Kölner klar von zahlreichen anderen Anbietern sozialer Netzwerke. Sie bietet den Unternehmen die Möglichkeit, nicht nur leicht in Kontakt zu potenziellen Auszubildenden zu treten, sondern diesen Kontakt auch zu halten. „Ihre Zielgruppe wartet auf Sie“, so Diehl. Die 12- bis 19-Jährigen verbrächten rund zwei Stunden täglich im Netz. Hier biete sich die Chance, den Dialog mit der Zielgruppe zu kultivieren. Der azubister-Chef weiß: „Azubis wollen Feedback!“
Anregungen, Tipps und Hinweise, wie Auszubildende systematisch ausgewählt werden, gab Stefan Dietl von Festo Didactic. Mehr als 20 Teilnehmer hatten im Anschluss die Möglichkeit, diese Thematik in einem Workshop zu vertiefen. Einen wissenschaftlichen Blick auf die Qualität zentraler Verfahren, die feststellen sollen, welche berufsbezogenen Kompetenzen ein möglicher Auszubildender mitbringt, warf Stephan Abele. Abele, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft und Psychologie der Universität Stuttgart, identifiziert vor allem mathematische und sprachliche Fähigkeiten als Basis für einen beruflichen Erfolg. Testleistungen und Schulnoten führten gemeinsam zu einer präziseren Einschätzung der berufsfachlichen Kompetenzentwicklung.
Um Einsatzmöglichkeiten von Persönlichkeitstests bei der Bewerberauswahl drehte sich alles im Vortrag von Prof. Dr. Daniela Eisele am zweiten Tag der Veranstaltung. Vieles spreche dafür, neben kognitiven Leistungstests schon frühzeitig weitere Instrumente einzusetzen. In Persönlichkeitstests sieht die Dozentin für Personalmanagement an der Hochschule Heilbronn eine Chance, persönliche und soziale Kompetenzen eines Kandidaten zu erkennen, ohne ihn über einen längeren Zeitraum befragen und begleiten zu müssen. Dies sei „im Bewerbungsalltag schließlich unrealistisch“, so Eisele. Gemeinsam mit dem Tübinger Psychologen Dr. Martin Emrich hat sie den im U-Form-Verlag erschienenen Test zur „Erfassung persönlicher und sozialer Kompetenzen von Auszubildenden“, kurz EpsKA, entwickelt. U-Form-Testpsychologe Markus Unger brachte den interessierten Zuhörern den Test nahe und leitete damit zum abschließenden Vortrag über, in dem Sebastian Bonitz und Nadine Schuchart vom Göttinger Verlag Hogrefe zu einem informativen Streifzug durch die Welt der psychologischen Testverfahren einluden.
Zwei Tage geballte Kopfarbeit – kommt da die Bewegung nicht zu kurz? Health-Coach Till Hermanns nahm die Herausforderung an und lockte die Gäste immer wieder mit kurzweiligen Lockerungsübungen von ihren Sitzen. Künstler Régis Noël sorgte mit seiner kreativen Aura für engagierte Mitarbeit aller Teilnehmer an einem Gesamtkunstwerk. Ob in Zukunft auch Fitness und künstlerische Kreativität bei der Bewerberauswahl eine Rolle spielen werden, konnten die A-Recruiter-Tage 2010 nicht klären. Klar wurde jedoch, dass Förderung des Ausbildungsimages, Kommunikation mit den potenziellen Nachwuchskräften, Dialogaufbau und Kontaktpflege – auch und gerade zwischen Auszubildenden und Schülern – den Unternehmen dabei helfen, dem drohenden Mangel an Azubis zu begegnen; damit die Lehrstelle nicht zur Leerstelle wird. Unterstützt werden sie dabei durch erstklassige Test- und Auswahlverfahren, die schnelle und überzeugende Antworten auf die wichtigen Fragen liefern: Wen suche ich? Habe ich ihn gefunden? Wie lässt sich sein Potenzial nutzen? Die zweiten A-Recruiter-Tage in Solingen entließen ihre Teilnehmer mit zahlreichen Erfolgsrezepten für ein vielversprechendes Azubi-Marketing. Im folgenden Jahr soll die Veranstaltung in die dritte Runde gehen.








