(openPR) Vor kurzem berichtete der OBTAINER bereits über die Ambitionen von Patrick Temmerman, der weiterhin das „perfekte Jeans-Network“ aufbauen möchte. Nach dem Kapitel FE.N ging er eine Kooperation mit der in Bochum ansässigen Fashion-Manufactur MD GmbH, kurz MADISON genannt, ein. Schon damals war die OBTAINER-Redaktion nicht so recht überzeugt von den Hoffnungen, die Temmerman mit dieser „Ehe“ verband. Unsere News endete mit den Sätzen: „Ob sich diese Hoffnung bewahrheitet, bleibt abzuwarten. Oder, wie der Franzose zu sagen pflegt: On verra!“
Lange Warten mussten wir indes nicht. Schon gibt es Streit zwischen den beiden Parteien. Am Freitag gab die Firma MADISON in einer offiziellen Erklärung an ihre Vertriebspartner bekannt, dass Herr Temmerman nicht berechtigt sei, die Jeansmode unter dem Label „Play“ anzubieten. Das Label wäre für das Unternehmen MADISON entworfen worden und als Marke bereits angemeldet. Herr Temmerman hat laut MADISON keine Erlaubnis erhalten, das Kennzeichen „Play“ oder sonstigen Zeichen – wie z.B. „MADISON“ – auf Jeans zu verwenden.
Weiterhin weist MADISON darauf hin, dass Patrick Temmerman zu keiner Zeit Vertriebspartner von MADISON war, da er nie einen Vertrag unterzeichnet habe. Es wären nur Vertragsverhandlungen geführt worden, „die aber aufgrund des Verhaltens des Herrn Temmerman gescheitert sind.“ Auch soll Temmerman sich unerlaubt Zugang zu verschiedenen Daten verschafft haben, weswegen MADISON zurzeit die Einleitung eines umfassenden Strafverfahrens gegen Temmerman über die RAe Schulenberg & Schenk prüfen lässt. Außerdem soll Temmerman MADISON geschadet haben, indem er ohne deren Wissen die Webseite geändert habe. Im Zuge dieser Änderung wurde behauptet, dass die Jeans nach dem Oeko-Tex-Standard 100 produziert würden. Dies sei nicht richtig.
Am Sonntag hat auch Patrick Temmerman öffentlich Stellung genommen, um seine Version der Geschichte aufzuzeigen. „Mein Aufgabenbereich sollte der Vertrieb bzw. das Network Marketing sein. Die Firma Fashion-Manufactur MD GmbH wollte sich um die Produktion und den internen Bereich kümmern. Um eine professionelle Produktion auf die Beine zu stellen, brachte ich einen Top-Mann aus der Textilindustrie mit ins Unternehmen. Diese Person hat sich in der Vergangenheit mit der Erstellung hochwertiger Jeans und deren Design profiliert und hat die aktuelle Ware ‚PLAY’ designed und produzieren lassen“, erklärt Temmerman. Diese Ware sei schließlich produziert worden und als sie Ende Februar fertig war, ging – laut Temmerman – der Ärger los: Da MADISON die Ware angeblich nicht bezahlen konnte oder wollte, habe Temmerman sich um die Bezahlung der Ware gekümmert. Für Temmerman sei das Ganze dann soweit in Ordnung gewesen und der Vertrieb hätte losgehen können.
„Nachdem aber von der Geschäftsleitung der Fashion-Manufactur MD GmbH immer wieder weitere Hürden hinzu kamen, beschloss ich, den Vertrieb und die Organisation selbst in die Hand zu nehmen. Ein neuer Internetauftritt und die Organisation des Innendienstes wurden geplant und umgesetzt. Mit den Herren aus Bochum sollte eine Zusammenarbeit stattfinden, die sich dann lediglich auf Oberbekleidung & Accessoires beschränken sollte. Jeans war also nicht mehr deren Thema. Nun kamen die findigen Herren jedoch mit drei Knebelverträgen um die Ecke, die nur schwer hinnehmbar gewesen wären. Lizenzgebühren, Einschränkungen im Vertrieb, doppeltes Abrechungssystem etc. Dazu kam, dass die Ware, die nun schon in Deutschland für die Depots bereit lag, gesperrt wurde“, so Temmerman in seiner Erklärung.
Dies seien die Gründe, warum es zu keinem Vertrag zwischen den Parteien kam. Temmerman sollte die bezahlte Ware zurückgeben und im Gegenzug irgendwann sein Geld erstattet bekommen. Angeblich hätte MADISON bereits die Ware anderen Personen angeboten. Es soll sogar ein Angebot für die Ware aus dem normalen Textilhandel gegeben haben.
Bezüglich der Marke „Play“ bestätigte Temmerman, dass Rolf Kirschsieper, faktischer Geschäftsführer von MADISON, die Eintragung als Marke am 24. März 2010 beantragt habe. Gegen die Eintragung wurde jedoch Einspruch erhoben, denn die Marke sei weder von Herrn Kirschsieper noch von MADISON entwickelt worden. Patrick Temmerman will sich nicht kleinkriegen lassen und weiterhin im Jeans-Network weitermachen. Das letzte Wort in dieser Geschichte scheint jedenfalls noch lange nicht geschrieben. Wir haben der Ordnung halber hier beide Varianten der jeweiligen Streitparteien abgedruckt und enthalten uns jeden Kommentares, da frei nach "Agent Mulder" die Wahrheit wohl "irgendwo da draußen" ist.








