(openPR) Frankfurt (wnorg) - Immer mehr Ökonomen befürchten einen Zusammenbruch der derzeitigen Konjunkturbelebung. Grund ist die europaweite massive Anstrengung zum Sparen in allen Staatshaushalten. Das könnte die Konjunktur abwürgen. Aber auch das ständige Gerede hierüber ist schädlich. Wird der Aufschwung kaputt geredet?
Über dieses schädliche Gerede schreibt zum die Börsen-Zeitung: "Die Angst vor dem 'Double Dip' ist zurück. Ökonomen spielen auf ihrer Klaviatur derzeit die Szenarien eines erneuten Konjunkturabsturzes durch. Dabei hatte sich die Wirtschaft gerade erst wieder gefangen. Ausdruck der neuen Absturzbefürchtungen sind die Reaktionen der Finanzmärkte auf die jüngsten enttäuschenden Wirtschaftsindikatoren: Sowohl der Ifo-Index für Deutschland als auch der Einkaufsmanager-Index für die Eurozone sind zum Wochenende schwächer als erwartet ausgefallen. Konkret machen den Finanzmarktanalysten vor allem die gemeinsamen Sparanstrengungen der Regierungen in Europa Angst. Nun heißt es plötzlich, der synchrone Schuldenabbau werde das Wachstum einbrechen lassen. Der Chef der Industrieländerorganisation OECD, Angel Gurria, sah sich schon veranlasst, Deutschland vor 'blinder Sparwut' zu warnen."
Es verwundert, zu welchen Kurswechseln in der Beurteilung einige Ökonomen anregen. Die Börsenzeitung moniert daher nicht ohne Grund: "Aber waren es nicht dieselben Ökonomen, die zuletzt zur Bewältigung der Schuldenkrise und zur Stützung des Euro noch weitere Sparanstrengungen gefordert und für den Fall des (erwarteten) Scheiterns der Konsolidierung das Monster der Inflation an die Wand gemalt hatten? Nur mit einer solideren Haushaltsführung aller Länder sei die Eurozone zu retten, hieß es. Der seinerzeit orchestrierten Argumentation zufolge sollte die Konsolidierung keine Gefahr für das Wachstum darstellen, weil ja wegen der solideren Staatsfinanzen das Vertrauen der Märkte zurückkehre. Die Wirtschaft werde dann die vom Staat hinterlassene Lücke füllen."
Auch Konjunkturforscher leben davon gelesen zu werden und nutzen daher häufig auch plakative Formulierungen mit hohem Aufmerksamkeitswert und oftmals auch mit veränderter Berurteilungsperspektive. Die Börsenzeitung merkt dazu an: "Die veränderte Argumentation der Ökonomen mag für sich genommen jeweils nachvollziehbar und in sich stimmig sein, ihr Hang zur Dramatisierung und ihr bisweilen selbstreferenzielles Verhalten kann die Realwirtschaft aber tatsächlich aus den Angeln heben - allein, weil sie die schiere Macht der Finanzmärkte hinter sich wissen. Denn wenn das Vertrauen in eine gedeihliche Entwicklung zerredet wird, Zukunftsängste geschürt werden, genügt es bereits, wenn Investoren auch nur in Warteposition gehen. Schon zeigt sich eine Delle in den Konjunkturindikatoren - die wiederum erneute Warnungen rechtfertigt. In dieser gefährlichen Phase befindet sich die Wirtschaft in Euroland nun. Der Aufschwung wackelt. Er wird regelrecht kaputt prognostiziert, nur weil die Herde der Ökonomen plötzlich eine neue Richtung eingeschlagen hat", so die Börsen-Zeitung. Bleibt abzuwarten, welchen Einfluss die Meinung von Konjunkturexperten auf die tatsächliche Entwicklung der Konjunktur in den nächsten Monaten haben wird.










