(openPR) Ein neue Idee bringt die Welt der Verlage womöglich ins wanken.
Das Internet macht’s möglich: Bücher kostenlos lesen (am.: free)! Zumindest im Fall des Thrillers »Nichts« vom Autor Ben Louis, der sein jüngstes Werk – einen über fünfhundert Seiten füllenden Roman – nun kostenlos unter www.benlouis.com ins Netz stellt und damit nicht nur gebunden sondern auch online herausbringt.
Und dazu noch, handelt es sich um ein bemerkenswert gutes Buch mit Bestsellerpotential. Abriß: 2016. Die Welt im freien Fall. Nur eines kann sie noch retten; die Wissenschaft! Endgültig in den Abgrund gestürzt, bleibt der Menschheit nur noch das wissenschaftliche Großprojekt namens EINAI. Finanziert von mächtigen Privatiers, steht in den Northern Territories von Kanada, die größte Maschine der Welt – der Duplex-Teilchenbeschleuniger Psi/Omega. Hier soll der Physiker Brian Barron den tödlichen Aufschlag verhindern und noch rechtzeitig den Heiligen Gral der Wissenschaft finden: die Weltformel.
»Nichts« qualifiziert sich im ersten Moment als Unterhaltungsliteratur, liefert darüber hinaus aber noch eine epische Breite, die den Leser das Geschehen buchstäblich miterleben lässt und damit für echte Anteilnahme und Spannung sorgt. Dies erreicht die wohl anspruchvollste Form der erzählenden Literatur, Epik oder Epos, nur in seltenen Fällen wie in Moruss Utopia oder Swifts Gullivers Reisen. Die Ich-Erzählform lässt den Leser schnell zu einem Teil der geschilderten Welt werden. Die gängige Begriffsbestimmung eines Epos; »Das Ich wird mit einer früheren Phase seiner Existenz konfrontiert«, findet in »Nichts« darüber hinaus eine überraschend neue Dimension.
Warum ein so 'dickes' Buch kostenlos, mag man fragen. „Die besten Werke der aktuellen Literatur verstauben in den Kellern ihrer Verfasser!“, meint der Autor hierzu. „Junge Künstler, dass bezieht sich keinesfalls nur auf Literaten, haben es heute schwer, ihre Werke erfolgreich zu veröffentlichen. Alles dreht sich ums Geld. Wer kein Netzwerk und damit Zugang zum Verlagswesen besitzt, hat so gut wie keine Chance, seine Arbeit jemals in Bücherregalen geschweige denn auf einer Bestsellerliste zu finden. Also müssen sich gerade junge Künstler etwas anderes überlegen.“
Da viele Autoren nicht nur eine Geschichte erzählen sondern auch noch was zu sagen haben, wäre es tatsächlich schade, wenn sie in der Versenkung verschwänden. Dem kann das Internet durchaus entgegenwirken. Eine Komplettveröffentlichung im Netz bietet dem breiten Publikum nicht nur einen kostenlosen Lesespaß sondern vor allem die Möglichkeit, sich ein eigenes Urteil über die Arbeit des Künstlers zu bilden. „Das Kritikerwesen ist teilweise bestens organisiert. Kommerz entscheidet über Daumen hoch oder Daumen runter, längst nicht mehr Qualität. Daher wäre ich ja auch überrascht, von den Kritikern nicht in der Luft zerrissen zu werden. Allerdings besteht für den Leser nun erstmals die Möglichkeit, sich ein eigenes, vollständiges Bild zu machen. Niemand ist mehr auf die Meinung eines bezahlten Rezensenten angewiesen und jeder kann sich ein eigenes und vor allem vollständiges Bild machen. Ist dass nicht phantastisch?“
Man wird sehen, ob die Idee letzten Endes zum Erfolg führt. Gefällt den Lesern die Geschichte, werden sie auch das gebundene Werk bestellen, da ist sich der Autor sicher. Auf jeden Fall beschert sie ihnen aber ein kostenloses Vergnügen!
Zur Geschichte: www.benlouis.com











