(openPR) München, 25. Mai 2010 +++ Anfang April wurde in München eine aus Kenia zurückgekehrte Frau tot aufgefunden. Sie starb an einer Infektion mit Plasmodium falciparum, der Malaria tropica. Hätte sie die richtige Prophylaxe betrieben, oder sie wäre rechtzeitig behandelt worden, hätte man
sie retten können. +++
Jedes Jahr erkranken zwischen 300 und 500 Millionen Menschen weltweit an der durch Mücken übertragenen Krankheit und 1,5 bis 2,7 Mio. sterben daran, vor allem Kinder. Gefährdet sind aber auch Reisende und Personen, die beruflich in Endemiegebieten tätig sind. Die WHO schätzt, dass etwa 300. 000 Touristen jährlich die Infektion importieren. Für Deutschland meldete das Robert-Koch-Institut 2009 523 Erkrankungen, zu 88% aus afrikanischen Ländern eingeschleppt.
Im tropischen Afrika ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Aber auch bei Aufenthalten in einzelnen Gebieten im östlichen Indonesien, in Ozeanien und Südamerika raten Tropenmediziner zu einer Chemoprophylaxe mit den Präparaten Mefloquin (LariamR), Atovaquon/Proguanil (MalaroneR) oder Doxycyclin. Da in Kambodscha und in Grenzgebieten zu Thailand, in Laos und Burma die Erreger bereits resistent gegen Mefloquin sind, greift
man dort besser zu MalaroneR oder Doxycyclin. Alternativ kommt auch die Mitnahme eines Notfallpräparates in Frage, das bei Auftreten von Fieber und Fehlen von ärztlicher Hilfe eingenommen werden kann. Das gilt vor allem bei Reisen in Gebiete mit niedrigem Infektionsrisiko.
Ob kontinuierliche Chemoprophylaxe oder Standby-Therapie angezeigt sind, entscheidet sich ganz individuell je nach Reiseziel, - zeit, -dauer und –stil, sowie nach den persönlichen Umständen (Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft) des Reisenden. Notwendige Medikamente sollte man unbedingt in Deutschland kaufen. Vor allem in den Apotheken in Asien (Kambodscha, Myanmar, Thailand, Laos oder Vietnam hat man in mehr als einem Drittel der Fälle gefälschte Präparate nachgewiesen. Unabdingbar in jedem Fall ist
die Expositionsprophylaxe vor den Stichen der dämmerungs- und nachtaktiven Moskitos mittels Moskitonetz, Repellents (DEET oder Icaridin) und heller, imprägnierter Kleidung, die Arme und Beine bedecken.
Für Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika:
Ein Malariarisko besteht in den Provinzen Limpopo und Mpumalanga, in KwaZulu-Natal und im Krüger Nationalpark. Die Austragungsstätten der WM selbst liegen alle in Malariafreien Städten.
Dr. med. Jorinde Krejci
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Hinweis der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin
und Internationale Gesundheit e.V. zu Gesundheitsrisiken und
Prophylaxe für WM-Reisende nach Südafrika:
Ausführliche und aktualisierte Informationen zur Malariavorbeugung und zu Reiseimpfungen finden Sie unter: http://www.dtg.org/empfehlungen.html
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