openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Tierschutz-Prozess: Ein skurriles Millionendebakel

25.05.201008:30 UhrMedien & Telekommunikation
Bild: Tierschutz-Prozess: Ein skurriles Millionendebakel
VGT - Verein gegen Tierfabriken
VGT - Verein gegen Tierfabriken

(openPR) Was eigentlich viele schon seit langem erwartet haben, wird nun zur Gewissheit: Der Prozess um 13 Angeklagte Terroristen aus der Tierschützerszene VGT, wird zu einem Debakel, dass dem Steuerzahler weit mehr als 10 Millionen Euro kostet.

Sieben Verhandlungswochen bzw. 19 Prozesstage sind im Verfahren vorbei, weder Beweise noch ein Ende in Sicht. Ein Justizskandal der Superlative.



Zwei Jahre Kripo-Emittlungen, Kosten etwa 6 Millionen Euro, mündeten vor Monaten in einem Terroristenprozess der Superlative.
13 Angeklagte, 7 Verhandlungs-Wochen mit bislang 19 Prozesstagen, Verweigerung der Akteneinsicht, ein zumindest vollkommen unfähiger Gutachter und eine restlos überforderte Richterin. Die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für einen Schauprozess.

Zu diesem Thema schreibt die APA am 5. Mai: Das Gericht und die Tierschützer - Weder Beweise noch ein Ende in Sicht. Verhandlung läuft schleppend und konfliktreich.

Wiener Neustadt (APA) – Sieben Verhandlungswochen bzw. 19 Prozesstage sind im Verfahren gegen 13 Tierschützer am Landesgericht in Wiener Neustadt bereits geschlagen. Vor zwei Monaten, am 2. März, hat das “Monsterverfahren” gegen die Aktivisten wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation nach Paragraf 278a Strafgesetzbuch (StGB) begonnen, sieben davon werden u.a. auch Nötigung, Sachbeschädigung und Tierquälerei vorgeworfen. Die Beschuldigten beharren weiter auf ihrer Unschuld – doch was hat das Verfahren bisher – außer Skurrilitäten – gebracht?

Nach dem Auftakt unter regem Publikums- und Medieninteresse, der von Kundgebungen im In- und Ausland begleitet war, ist es etwas ruhiger geworden. Medienvertreter haben sich größtenteils zurückgezogen, Proteste nachgelassen. Das Interesse Tierschutz-affiner Zuseher ist aber ungebrochen, was regelmäßig zu Konflikten mit Richterin Sonja Arleth führt. Mehrfach wurden Zuseher des Saals verwiesen, weil sie die Verhandlung mit Gelächter und Zwischenrufen gestört hatten. Da sie sich weigerten, zu gehen, wurden kürzlich die Sicherheitsmaßnahmen seitens des Gerichts verstärkt: Uniformierte Beamte bevölkern den Gang vor dem Saal, Ausweiskontrollen regeln den Zutritt.

Die Verhandlung schleppt sich mühsam voran, dem Zeitplan ist man hinten nach. Schuld sind nach Ansicht Arleths Beschuldigte und Verteidiger – diese sollten sich diesbezüglich “bei der Nase nehmen”, tat sie vor rund zwei Wochen kund und erntete wütende Proteste. Das ganze Verfahren ist begleitet von ständigen Streits zwischen der Richterin auf der einen und Anwälten und Angeklagten auf der anderen Seite. Der Staatsanwalt übt sich meist in Zurückhaltung.

Die Einvernahmen der 13 Beschuldigten wurden im April mit rund zweitägiger Verspätung beendet – und das, obwohl fünf der Beschuldigten die Aussage verweigerten. Es handle sich um einen “Schauprozess”, für den man sich nicht zur Verfügung stellen wolle, war ihr Tenor. Es sei von Anfang an nur darum gegangen, politischen Aktivismus mundtot zu machen, daher werde man nicht kooperieren.

Schon die Befragung des erstangeklagten VGT-Obmanns (Verein Gegen Tierfabriken) Martin Balluch dauerte – statt wie geplant einen – viereinhalb Tage. Balluch hat laut Strafantrag eine führende Rolle in der inkriminierten Organisation inne. Er bestreitet nach wie vor alle Vorwürfe – wie auch die übrigen Angeklagten. Vorgehalten wurden allen vorwiegend bis ausschließlich E-Mails mit Meinungsäußerungen. Bei einer Pressekonferenz zum Abschluss der Einvernahme wurde dies auch heftig kritisiert: Vorgeworfen werde ihnen lediglich eine Gesinnung und keine konkreten Straftaten, beklagten die Beschuldigten unisono.

In der Tat sieht die Beweislage auch zwei Monate nach Prozessbeginn äußerst dünn aus. Die meisten angeführten Straftaten und Sachbeschädigungen, die eine Tierschutzmotivation nahelegen, gelten weiterhin als ungeklärt, Beweise für eine Täterschaft seitens der Aktivisten gibt es nicht. “Mittels Paragraf 278a wird das nun kombiniert”, hatte Balluch im Vorfeld des Prozesses beklagt.

Die noch “heißeste” Spur stammt von einem Stein, der bei einer eingeschlagenen Scheibe nach einer Demonstration in Gumpoldskirchen (NÖ) gefunden wurde: Er wies DNA-Spuren des Zweitangeklagten auf. Dieser hatte jedoch eine plausible Erklärung, und Mischspuren von zwei weiteren Personen fanden sich auch noch – die Beweiskraft dieser Spur scheint also dürftig.

Genau dieser Stein war nach Angaben von Soko-Ermittlerin Bettina Bogner für die Polizei offensichtlich der Ausgangspunkt für die Ausforschung der Beschuldigten. Sie gab bei ihrer ersten Zeugenaussage vor Gericht an, man habe den Zweitangeklagten aufgrund dieses Vorfalls überwacht und überprüft, mit wem er in Kontakt stand.

Dass die nachfolgenden, umfassenden Observationsmaßnahmen – Telefonüberwachung, Peilsender auf Autos, Beschattung, etc. – nicht einen einzigen, stichhaltigen Beweis für eine Täterschaft fanden, nicht einer der Aktivisten auf frischer Tat ertappt wurde, und nicht ein Gespräch aufgezeichnet oder ein E-Mail gefunden wurde, in dem die Tierschützer eine Straftat zugaben oder planten, rückt die jahrelangen, kostspieligen Ermittlungen in ein schiefes Licht. Auch DNA-Übereinstimmungen mit Tatorten gibt es nicht. Unbestritten ist, dass es Anschläge und Sachbeschädigungen mit hohen Schadenssummen gab – im Akt wird die Summe von 1,3 Mio. Euro genannt.

Die Entscheidung über die Schuld obliegt der Einzelrichterin – eine Rolle, um die sie vermutlich wenig beneidet wird: ein tausende Seiten umfassender Akt, teilweise trotzige Angeklagte, Beobachtung von außen und sicherlich auch behördeninterner Druck lasten auf ihr. Wann es in der Causa ein Urteil geben wird, steht noch in den Sternen – vor dem Herbst ist wohl nicht damit zu rechnen. Sicher scheint momentan überhaupt nur eines: Unabhängig vom Ausgang wird dieses Verfahren zumindest in die nächste Instanz gehen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 431307
 1800

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Tierschutz-Prozess: Ein skurriles Millionendebakel“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: WAHLOASEN FÜR DEN TIERSCHUTZBild: WAHLOASEN FÜR DEN TIERSCHUTZ
WAHLOASEN FÜR DEN TIERSCHUTZ
Bis 8,5% in Gemeinden für Aktion Partei für Tierschutz: Die Landtagswahl in Thüringen ist für den politischen Tierschutz ein voller Erfolg. Alle Medien berichteten in den vergangenen Tagen auch über das herausragende Ergebnis der einzig wählbaren Tierschutzpartei bei dieser Wahl, der Aktion Partei für Tierschutz – DAS ORIGINAL – TIERSCHUTZ hier! , auf Landesebene. Geht man etwas tiefer in die Stadt- und Gemeindestruktur des Freistaates Thüringen, so wurden hier teilweise schon „kleine Oasen des Tierschutzes“ geschaffen. ++++++++++++++++++…
Bild: Tierschutzpreis für Torsten LemmerBild: Tierschutzpreis für Torsten Lemmer
Tierschutzpreis für Torsten Lemmer
Der gemeinnützige Tierschutzverein Tierschutz jetzt e.V. verleiht dieses Jahr den Tierschutzpreis Deutschland für besonderes langjähriges Engagement für den Tierschutz an Torsten Lemmer. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Die sieben stimmberechtigten Mitglieder des Vereins haben sich nach ausgiebiger Recherche dazu entschieden Torsten Lemmer zu ehren, der seit sehr vielen Jahren politisch wie auch privat für den Tierschutz im Einsatz ist. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Stephanie Kowalewski, die stellvertretende Vorsi…
Bild: Tierversuche stoppen!Bild: Tierversuche stoppen!
Tierversuche stoppen!
Rund 3 Millionen Tiere sterben jährlich alleine in deutschen Versuchslaboren. Rund 665.000 davon werden für die Wissenschaft getötet. Tierversuche sind durch den Einsatz von tierversuchsfreien Verfahren zu ersetzen. Viele Erkenntnisse aus Tierversuchen sind auf dem Menschen nicht übertragbar und damit überflüssig. Versuche an Menschenaffen wollen wir grundsätzlich verbieten. In der Zwischenzeit müssen alle Ergebnisse von Tierversuchen transparent offengelegt werden. Die Ergebnisse müssen für alle, ohne Ausnahme, einsehbar sein. Viele Versuch…
Bild: TIERSCHUTZ hier! überzeugt in ThüringenBild: TIERSCHUTZ hier! überzeugt in Thüringen
TIERSCHUTZ hier! überzeugt in Thüringen
Einzige, wählbare Tierschutz-Partei bei der Landtagswahl in Thüringen: Während andere putzige Parteien mit Tierschutz im Namen bereits an den Hürden vor der Landtagswahl kapitulieren mussten, hat es als einzige Tierschutz-Partei, die frische „Aktion Partei für Tierschutz – DAS ORIGINAL – TIERSCHUTZ hier!“, souverän geschafft den Landtagswahlantritt in Thüringen zu organisieren. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Nach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis des Landeswahlleiters, gab es 11 886 Stimmen für die Tiere in Thüringen und dam…
Bild: Presseerklärung vom 15.03.2019Bild: Presseerklärung vom 15.03.2019
Presseerklärung vom 15.03.2019
Tierschutz hier! Tierrechte jetzt wählbar! Am 26.05.2019 treten bei der Europawahl wieder die Parteien an, um für die Bürgerinnen und Bürger der Länder der europäischen Gemeinschaft ausgewählte Ziele vertreten zu können. Da sind zum einen die etablierten Parteien, die breitflächig aufgestellt ihre Aufträge verwirklichen wollen und auch die Themenparteien, die schwerpunktmäßig handeln wollen. Bei der heutigen Sitzung zur Zulassung der Parteien für die Europawahl in Berlin, wurde eine Partei mit auf die kommenden Wahlzettel gesetzt, die scho…
Vorstoß zur Novellierung des Tierschutzgesetzes durch Bündnis 90/Die Grünen
Vorstoß zur Novellierung des Tierschutzgesetzes durch Bündnis 90/Die Grünen
Im Rahmen eines Pressegespräches informierte heute Vormittag die Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen über einen Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hält eine Novellierung für überfällig und begrüßt daher diese Initiative außerordentlich. Im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen erarbeitete den Entwurf zur Reform des Tierschutzgesetzes der promovierte Jurist und Richter Dr. Christoph Maisack, der u.a. Autor eines anerkannten Kommentars zum Tierschutzrechts ist. Wesentliche I…
Verfahren gegen mutmaßlichen Taubenkiller vom Kölner Dom eingestellt
Verfahren gegen mutmaßlichen Taubenkiller vom Kölner Dom eingestellt
Das Amtsgericht Köln stellte heute das Strafverfahren gegen einen Mann ein, der professionell am Kölner Dom Tauben angelockt und getötet haben soll. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hatte Strafanzeige erstattet und ist darüber empört. Tierschützer hatten am 1. Oktober 2006 im Beisein der Polizei einen Mann überführt, der Schlüsselgewalt zum Domgelände hatte und mit 19 noch warmen, getöteten Tauben das Gelände verließ. Das Amtsgericht Köln stellte das Verfahren heute ohne Anhörung aller Zeugen ein. Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des…
Bundesjustizminister will sich für die Tierschutz-Verbandsklage einsetzen
Bundesjustizminister will sich für die Tierschutz-Verbandsklage einsetzen
Pressemitteilung Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. 15.04.2014 Bundesjustizminister will sich für die Tierschutz-Verbandsklage einsetzen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will sich für die Einführung der Tierschutz-Verbandsklage auf Bundesebene einsetzen. Diese konkrete Zusage machte er soeben schriftlich gegenüber dem Mitgliedsverein des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte animal2000. Besonderen Wert legt der Minister auf die Mitwirkung anerkannter Tierschutz- und Tierrechtsverbände, die so ihr Ti…
Landtag Sachsen-Anhalt berät erstmals über die Tierschutz-Verbandsklage
Landtag Sachsen-Anhalt berät erstmals über die Tierschutz-Verbandsklage
Gemeinsame Pressemitteilung Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. und Tierschutz Halle e.V. Landtag Sachsen-Anhalt berät erstmals über die Tierschutz-Verbandsklage Am 30. Januar berät der Landtag Sachsen-Anhalt erstmals über die Einführung der Tierschutz-Verbandklage sowie Mitwirkungsrechte für anerkannte Tierschutzvereine. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte und sein Landesverband Tierschutz Halle begrüßen den Gesetzentwurf, den die Fraktion Die Linke in der vergangenen Woche in den Landtag eingebracht …
Bild: Wildtiere dürfen nicht zur Schau gestellt werdenBild: Wildtiere dürfen nicht zur Schau gestellt werden
Wildtiere dürfen nicht zur Schau gestellt werden
Nach Krefeld soll nun auch Düsseldorf juristisch gezwungen werden, es Zirkussen zu erlauben, mit Wildtieren auftreten zu dürfen. Begründet wird dies damit, dass erstens Tierschutz Bundesrecht sei und somit Kommunen keine gegenteiligen Beschlüsse erlassen dürfen und zweitens, dass das Recht auf Berufsausübung höher zu achten sei, als das Tierwohl Claudia Krüger, Spitzenkandidatin zur Europawahl 2019 der sympathischen Tierschutzpartei, Aktion Partei für Tierschutz – DAS ORIGINAL, TIERSCHUTZ hier! und Vorsitzende der Fraktion Tierschutz FREIE WÄ…
Sie lesen gerade: Tierschutz-Prozess: Ein skurriles Millionendebakel