(openPR) Hamburg, 21. Mai 2010, (kk) - Mit dem Gesamterlös von Euro 1,2* Millionen erbrachte die zweitägige Auktion Wertvolle Bücher bei Ketterer Kunst in Hamburg sehr gute Ergebnisse. Allein die Abendauktion glänzte mit 83 Prozent verkaufter Losnummern. „Dies zeigt, dass der Bereich der Wertvollen Bücher äußerst verlässlich und beständig ist, ein Aspekt, der sicherlich auch dazu beiträgt, dass wir immer mehr Kunstliebhaber für dieses spannende Feld begeistern können“, so Robert Ketterer, Auktionator und Inhaber von Ketterer Kunst.
Die TOP 5
Nr. 24: Fleurs du Printtemps et de l'Este Manuskript-Florilegium. Anf. 17. Jh. Erlös Euro 70.000*, Aufruf: Euro 35.000
Nr. 2: Lateinisches Stundenbuch. Frankreich oder Flandern. 2. Hälfte des 15. Jhs. Erlös Euro 33.600*, Aufruf Euro 12.000
Nr. 23: Flora Danica. Kopenhagen. 1766-1825Erlös Euro 28.000*, Aufruf Euro 11.000
Nr. 17: Johannes Stoeffler - „Von künstlicher Abmessung...“. Frankfurt. 1536. Erlös Euro 20.400*, Aufruf Euro 9.000
Nr. 71: Biblia hispanica. Valencia. 1790-93. Erlös Euro 16.800*, Aufruf Euro 8.000
Das mit 166 Original-Pastellzeichnungen üppig illustrierte barocke Blumenwerk „Fleurs du Printemps et de l'Este“ (Los: 24) steht mit einem Erlös von Euro 70.000* (Aufruf Euro 35.000) an der Spitze der Auktion. Ein griechischer Sammler setzte sich hier durch. Vielleicht ist es einem Faible für Frankreich zuzuschreiben, dass er zuvor die erste Ausgabe von Michel Eugène Chevreuls Hauptwerk zur Farbenharmonie „De la loi du contraste simultané des couleurs...“ (Los: 14) erwarb. Den Preis für das in Paris 1839 erschienene Buch ließ er von anfänglichen Euro 4.000 bis auf den Erlös von Euro 10.800* klettern und verwies damit Telefonbieter aus London und Paris auf die Plätze.
Ein im Saal vertretener amerikanischer Privatsammler sicherte sich gleich zu Anfang der Abendauktion das Lateinische Stundenbuch (Los: 2) aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, das auch den Katalogtitel schmückt. Bei einem Aufruf von Euro 12.000 konnte er den Bieteifer der Konkurrenz jedoch erst bei einem Erlös von Euro 33.600* stoppen.
Nicht nur in deutschen Landen, sondern direkt vor Ort in Hamburg verblieb die von De Belder als eine der größten botanischen Veröffentlichungen verehrte „Flora Danica“ (Los: 23). Bei einem Aufruf von Euro 11.000 honorierte ein Privatsammler die Folge des bedeutenden Werks, das bis heute die umfassendste Darstellung der dänischen, norwegischen und norddeutschen Pflanzenwelt beinhaltet, mit einem Erlös von Euro 28.000*.
Eine weitere schöne Steigerung erzielte man kurz zuvor für ein altkoloriertes Exemplar der ersten Ausgabe von Johannes Stoefflers „Von künstlicher Abmessung aller grösse, ...“ (Los: 17). Die Anleitung für astronomische Messungen schwang sich bei aufgerufenen Euro 9.000 bis auf den Erlös von Euro 20.400*. Ein Händler aus Frankreich verwies hier die Konkurrenz auf die Plätze.
Rund das Doppelte der Schätzung war einem Sammler aus Westdeutschland ein nachdenklich-resümierender Brief von Lyonel Feininger (Los: 80) an den Sammler Otto Ralfs und seine Frau Käthe wert. Für Euro 15.600* erwarb er den maschinengeschriebenen Brief, der mit einer aquarellierten Tuschfederzeichnung versehen ist und setzte sich damit an die Spitze der internationalen Interessentenschar.
Heiß her ging es im Saal, als Juan Eduardo Cirlots Buch über „Lucio Fontana“ (Los: 100) mit einer signierten Original-Radierung und einem Siebdruck in Gold und Silber zum Aufruf kam. An den neun Telefonen wurde in englisch, niederländisch und italienisch parliert. Den Sieg trug schließlich ein britischer Händler davon, der den Erlös von Euro 3.400* gewährte und damit die Schätzung um das Vierzehnfache überbot.
Ausnahmslos abgesetzt wurde eine kleine Folge von fast einem Dutzend expressionistischer Holzschnitte von Karl Lorenz (Lose: 108 ,109, 1126-1134), die mit Taxen von Euro 400 - Euro 1.500 an den Start ging und insgesamt Euro 13.000* einspielte. Das höchsten Einzelergebnis erzielten „Die Gesänge der Nacht“ (Los: 1128) mit Euro 3.000*.
Mehr als eine Erwähnung wert sind u. a. auch:
Los 47: Thomas Whichcote, A plan of mathematical learning..., Aufruf Euro 12.500, Erlös Euro 15.000*
Los 81: Rainer Maria Rilke, Eigenhändiges Gedicht … Aufruf Euro 2.800, Aufruf Euro 6.360*
Los 832: Alexej von Jawlensky, Gästebuch der Künstlerpension … Aufruf Euro 2.000, Erlös Euro 4.560*
Los 94: Lajos Kassák, MA-Buch. Gedichte. Aufruf: Euro 540, Erlös Euro 4.080*
Das Glanzlicht der Auktion Maritime und Norddeutsche Kunst, die traditionell in Hamburg und seit Kurzem unmittelbar vor der Auktion Wertvolle Bücher versteigert wird, kommt von Franz Karl Herpel. Seine „Dreimastbark auf hoher See“ (Los: 1914) lief unter Sturmbesegelung und geradlinigem Kurs direkt in den Hafen eines Neukunden aus Bayern. Er bot den Erlös von Euro 6.200*.
Bis 16. Juni 2010 können im Auktionsnachverkauf noch weitere spannende Objekte erworben werden.
* Der Erlös entspricht dem Zuschlag + 20 Prozent Käuferaufgeld.









