(openPR) Schon traditionell zu nennen ist die in der zweiten Aprilhälfte stattfindende Jahrestagung des Bundesverbandes Wintergarten, die Mitglieder des Bundesverbandes und andere am Wintergartenbau Interessierte versammelt, um neue Informationen rund um den Wintergartenbau und aktuelle Fragen auszutauschen. Die diesjährige Tagung fand am 22. und 23. April 2010 in Siegen statt.
Eine Neuerung der diesjährigen Jahrestagung bestand in einer Foyer-Ausstellung, in der sich die Teilnehmer über Produkte und Dienstleistungen rund um den Wintergarten informieren konnten. Während der Konferenzpausen und nach Beendigung des Programms entstanden so zahlreiche Gespräche und Diskussionen, die das Veranstaltungsprogramm noch zusätzlich bereicherten.
Das Veranstaltungsprogramm leitete Manfred Braun, Richter a.D. am Landesgericht München, ein. Richter Braun ist bereits mehrfach auf den Jahrestagungen des Bundesverbandes Wintergarten aufgetreten. Er schaffte es auch diesmal wieder, Fragen des Baurechts in interessanter und an der Praxis orientierter Weise darzustellen. Braun lieferte einen Überblick über aktuelle Probleme aus der Rechtsprechung und hob einige einige Punkte hervor, die für den Wintergartenbau insgesamt von Bedeutung sind.
So wies er u.a. auf die Frage des „Haustürgeschäfts“ und seine Relevanz für den Wintergartenbau hin. Optimal ist nach Braun immer der Vertragsabschluss in den Geschäftsräumen des Handwerkers. Auch bei Abschlüssen auf einer Messe sind besondere Bedingungen zu beachten, da hier der Abschluss auf einer „öffentlichen Verkehrsfläche“ vollzogen worden ist.
Ein weiteres Thema betraf die „Bedenkenanmeldungspflicht“ des ausfüh-renden Betriebs auch bei Projekten, die von Architekten verantwortlich geleitet werden. Die Projektleitung zum Beispiel durch einen Architekten entlässt den Handwerker nicht aus der Gewährleistung. Er muss Bedenken nachweisbar anmelden, und zwar zwingend gegenüber dem Bauherren und nicht gegenüber dem Architekten.
Der Nachmittag war der schon traditionellen Betriebsbesichtigung vorbe-halten. Dieses Mal wurde der in Siegen ansässige Beschlags- und Lüf-tungsspezialist Siegenia Aubi besichtigt. Die Teilnehmer konnten die Beschlagsfertigung für Dreh-Kipp-Beschläge besichtigen und sich über die technischen Herausforderungen einer Fertigung auf modernstem Niveau unterrichten.
Ebenfalls seit langem fester Bestandteil ist der dem ersten Tagungstag folgende gemeinsame Abend der Teilnehmer, der rege zum Erfahrungs-austausch und zum besseren Kennenlernen genutzt wurde. Es zeigte sich wieder einmal, dass diese Komponente nicht unterschätzt werden darf, sondern als wesentlicher Bestandteil einer lebendigen Branche ge-sehen werden muss.
Der zweite Konferenztag begann mit einem Thema, das ein Wintergar-tenbauer in der Regel nur am Rande behandelt: Blitzschutz. Dipl.-Ing. Reyno Thormählen (Thor-Donar GmbH, Hamburg) führte in die Problematik ein und stellte dar, warum Blitzschutz notwendig ist. Allein in Deutschland werden pro Jahr 2 Millionen Blitze gezählt. Das Thema wurde von seinem Kollegen Michael Kieler vertieft, der die Spezifik des Wintergartens in Bezug auf Blitzschutz herausstellte. Abhängig von Konstruktion und Dimensionierung muss festgestellt werden, ob eine vorhandene Fangeinrichtung den Wintergarten mit schützt oder ob eine gesonderte Vorrichtung installiert werden muss.
Hingewiesen wurde auf die bereits fortgeschrittene Arbeit an einem ge-meinsamen Merkblatt des Verband Deutscher Blitzschutzfirmen e.V. und des Bundesverbandes Wintergarten e.V. zum Thema „Blitzschutz und Wintergarten“, das in Kürze veröffentlicht werden wird.
Das Thema „Dichten im Wintergartenbau“ wurde von den nächsten beiden Referenten aufgegriffen. Louis Schnabl, Geschäftsführer des Indust-rieverbandes Dichtstoffe (IVD), stellte zunächst den auch für den Winter-gartenbau wichtigen Verband vor. Schnabl kündigte die Publikation eines technischen Merkblattes an, das alle für den Wintergartenbau umfassenden Dichtungsfragen behandeln soll, und das in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Wintergarten e.V. vorgelegt werden wird. Im Anschluss daran wandte sich Günther Weinbacher (Otto-Chemie) der Darstellung einzelner Probleme im Zusammenhang mit der Dichtigkeit eines Wintergartens zu. Weinbacher gab grundsätzliche Hinweise darüber, wie Fugen geplant und ausgeführt werden müssen, damit eine dauerhafte Luftdichtigkeit hergestellt und gewährleistet werden kann. Weiterhin wurden ausgewählte Probleme dargestellt, zum Beispiel den gleichzeitigen Einsatz unterschiedlicher Mittel, die in der Praxis oft zu beobachtende Benutzung etwa von Spülmittel oder den richtigen Umgang mit Primern. Dargestellt wurde auch die Notwendigkeit einer korrekten korrekten Berechnung der Fugengeometrie, die nicht direkt an der Baustelle, sondern nur mit einer gründlichen Planung erreicht werden kann.
Die Notwendigkeit gründlicher Planung stand auch im Mittelpunkt des Vortrags von Dietrich Tegtmeier (suprotec) über Befestigungsfragen im Wintergartenbau. Die Befestigungsfragen können nicht erst direkt auf der Baustelle gelöst werden. Tegtmeier präsentierte die wesentlichen Zug-, Druck- und Biegekräfte, die auf den Wintergarten wirken. Es wurden die verschiedenen Dübelarten vorgestellt und Hinweise für eine korrekte Verwendung gegeben.
Den Abschluss der zweitägigen Veranstaltung bildete das Thema „Ver-kaufsförderung“. Dr. Ernst Schneider (Strategie- und Vertriebsberatung, Saarbrücken) stellte seinen Beitrag unter den Titel „Wie Sie zwischen den Beinen der Elefanten grasen können.“













