openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Schizophrenie: Die Angehörigen in die Behandlung einbeziehen

12.05.201012:41 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) "Schizophrene Vulnerabilität ist kein unausweichliches Fatum." Moderne Medikamente "mit vergleichsweise geringer Nebenwirkungsrate eröffnen Wege zu einer verbesserten Akzeptanz. Diese wird sich nur in dem Maß einstellen, wie wir den schizophrenen Menschen als Partner im Behandlungsprozess akzeptieren und ihm Wissen über die eigene Erkrankung allgemein und seine Gefährdung speziell vermitteln. Die Kenntnisse von Psychoedukation und kognitiver verhaltenstherapeutischer Intervention können sowohl in strukturierten Programmen als auch zusätzlich in jeder einzelnen Arzt-Patienten-Interaktion einfließen", umreißt Prof. Dr. Ulrich Trenckmann (Hemer/Westf.) das multimodale Therapieprogramm für Schizophrenie-Kranke.

Ausdrücklich bezieht er dabei die Angehörigen der Patienten mit ein. Häufig ist das Familienklima geprägt "durch emotionales Überengagement gepaart mit einer überfürsorglichen, fast entmündigenden Haltung der Angehörigen - oder offener Vorwürfigkeit bzw. latenter Feindseligkeit. In den zwischenzeitlich entwickelten Familieninterventionsprogrammen gibt es bei aller Varianz im Detail grundsätzliche Übereinstimmungen:
- Schaffung einer Atmosphäre basaler gegenseitiger Akzeptanz
- Minimierung von Schuldgefühlen und Schuldzuweisungen
- psychoedukativ vermitteltes Wissen über schizophrene Erkrankungen und ihre Behandlung
- Vermittlung direkter und eindeutiger Kommunikationsstrategien
- Problemlösungstraining
- Erkennen und Vermeiden überfordernder Situationen
- Krisenmanagement bei akuten psychischen Dekompensationen

In einigen elaborierten Programmen werden sowohl einzelne Patienten individuell trainiert als auch die Angehörigen - sowohl im Beisein des Patienten als auch in Subprogrammen ohne ihn. In den zuletzt genannten Settings erlebt man oft und unvermittelt, unter welchem heftigen gefühlsmäßigen Druck Angehörige stehen, die eine Chance brauchen, sich auch einmal ohne das kranke Familienmitglied Luft zu machen," berichtet Trenckmann.


M. Lasar, U. Trenckmann (Hrsg.): Psychotherapeutische Strategien der Schizophreniebehandlung
Pabst, Lengerich/Berlin, 156 Seiten, ISBN 3-931660-69-9

M. Ziegenbein, W. Machleidt, B. R. Brüggemann, A. Wessels, H. Haltenhof: Schizophrenie - Frühintervention und Langzeitbegleitung
Pabst, Lengerich/Berlin, 400 Seiten, ISBN 978-3-89967-584-9

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 428084
 205

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Schizophrenie: Die Angehörigen in die Behandlung einbeziehen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Pabst Science Publishers

Bild: Praxis der Peritonealdialyse: Viele Vorteile werden bisher unterschätztBild: Praxis der Peritonealdialyse: Viele Vorteile werden bisher unterschätzt
Praxis der Peritonealdialyse: Viele Vorteile werden bisher unterschätzt
Die Handhabung und Ergebnisse der Peritonealdialyse haben sich während der letzten Jahrzehnte wesentlich verbessert. Das Verfahren kann in der primären, differenzierten Indikationsstellung - je nach individueller Situation des Patienten - der Hämodialyse überlegen oder gleichwertig sein. Dies wird bisher in der Fachwelt häufig übersehen. Die Autoren der European Best Practice Guidelines favorisieren, die Indikation für die Peritonealdialyse großzügiger zu stellen als bisher. Proff. Wolfgang Pommer, Andreas Vychytil und 41 nephrologische Kolle…
Bild: Politische Psychologie: Bundestagsabgeordnete nehmen Ungerechtigkeit anders wahr als ihre WählerBild: Politische Psychologie: Bundestagsabgeordnete nehmen Ungerechtigkeit anders wahr als ihre Wähler
Politische Psychologie: Bundestagsabgeordnete nehmen Ungerechtigkeit anders wahr als ihre Wähler
Bundestagsabgeordnete orientieren sich in Fragen der Verteilungsgerechtigkeit tendenziell eher am Bedürftigkeitsprinzip, während WählerInnen mehrheitlich das Leistungs- bzw. Gleichheitsprinzip vorziehen. Die Fachzeitschrift "Politische Psychologie" publiziert die empirische Studie "Gerechtigkeitsüberzeugungen von Bundestagsabgeordneten" in der aktuellen Ausgabe mit überraschenden Befunden. Die Psychologen Dres. David Reinhaus, Holger Jelich und Volker Tschuschke (Universität Köln) diagnostizieren bei den Parlamentariern eine "hohe Ungerechtig…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Zwangsbehandlung von Schizophrenie durch Elektrokrampftherapie im Regelfall nicht genehmigungsfähigBild: Zwangsbehandlung von Schizophrenie durch Elektrokrampftherapie im Regelfall nicht genehmigungsfähig
Zwangsbehandlung von Schizophrenie durch Elektrokrampftherapie im Regelfall nicht genehmigungsfähig
… Bundesgerichtshof hat am 15.01.2020 zum Aktenzeichen XII ZB 381/19 über zur Frage der Zulässigkeit einer gerichtlichen Genehmigung der Zwangsbehandlung von an Schizophrenie erkrankten Betroffenen durch Elektrokonvulsionstherapie/Elektrokrampftherapie (EKT) entschieden, dass der Betreuer nur dann einwilligen kann, wenn die ärztliche Zwangsmaßnahme zum Wohl des …
Schizophrenie: Neues atypisches Antipsychotikum zur Behandlung zugelassen
Schizophrenie: Neues atypisches Antipsychotikum zur Behandlung zugelassen
Schizophrenie ist eine strukturelle und funktionelle Erkrankung des Gehirns. Das Krankheitsbild der Schizophrenie zeichnet sich durch ein charakteristisches Störungsmuster verschiedener psychischer Bereiche wie Wahrnehmung, Denken, Ich-Funktion, Affektivität und Psychomotorik aus. Typisch für die Erkrankung sind wiederkehrende, akute Psychosen gepaart …
Rütteln an einem Dogma: Vom Abschied der Schizophrenie
Rütteln an einem Dogma: Vom Abschied der Schizophrenie
Führende Neuropsychiater fordern eine Reform des Schizophrenie-Konzepts – für eine bessere Diagnostik und Behandlung von Betroffenen / Experten-Symposium am 27. November 2017 in Freiburg im Breisgau Schizophrenie – darunter versteht die Medizin eine Gruppe psychischer Erkrankungen mit zahlreichen Symptomen. Häufig wird die Schizophrenie jedoch nach wie …
Rostocker Bündnis gegen Depression startet 2005
Rostocker Bündnis gegen Depression startet 2005
… Mit großem Interesse haben die über 80 Teilnehmer diese Nachricht aufgenommen, wie auch die Ankündigung, dass im April 2005 ein Bundeskongress des Kompetenznetzes Schizophrenie in der Rostocker Stadthalle stattfinden wird. "Dass dieser Kongress nach Rostock kommt, ist auch ein Verdienst der Selbsthilfe", betonte Professorin Sabine Herpertz. Nach Ansicht …
kbo-Ärzte zu Deutschlands besten Ärzten gewählt
kbo-Ärzte zu Deutschlands besten Ärzten gewählt
… kbo-Ärzte als Deutschlands Top-Mediziner für die Psyche aus. Sechs Ärzte von kbo (Kliniken des Bezirks Oberbayern) gehören in den Bereichen Angststörungen, Depression, Schizophrenie und Suchterkrankungen laut Focus-Ärzteliste zu Deutschlands besten Ärzten. Darunter sind Prof. Dr. Peter Zwanzger, Ärztlicher Direktor des kbo-Inn-Salzach-Klinikums, im Bereich …
Schizophrenie erkennen und behandeln
Schizophrenie erkennen und behandeln
Mit dem Thema „Schizophrenie erkennen und behandeln“ startet das „Kompetenznetz Schizophrenie“ eine neue Fortbildungsreihe für Ärzte und Psychotherapeuten. Dazu erklärte Netzwerksprecher Professor Dr. Wolfgang Gaebel aus Düsseldorf: „Dank Bewilligung einer dritten Förderphase durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird es möglich sein, …
biocrea übernimmt ZNS-Portfolio und Plattform von Biotie Therapies Corp. und gibt zukünftige Strategie bekannt
biocrea übernimmt ZNS-Portfolio und Plattform von Biotie Therapies Corp. und gibt zukünftige Strategie bekannt
… bzw. präklinischen Entwicklung, die bis 2012 in die Klinik überführt werden sollen. Die Wirkstoffkandidaten haben ihre Wirksamkeit bereits in Tiermodellen für Schizophrenie, Gedächtnisstörungen, Depression und Angstzustände bewiesen. Darüber hinaus verfügt biocrea über eine einzigartige Plattform zur Entwicklung von PDE-Inhibitoren, mit der in den letzten …
Bild: Informationsbörse Schizophrenie am 23. April 2005 in RostockBild: Informationsbörse Schizophrenie am 23. April 2005 in Rostock
Informationsbörse Schizophrenie am 23. April 2005 in Rostock
Aufklärung über die Krankheit und ihre Behandlung Düsseldorf/Rostock (naps 16.03.05). Schizophrenie: Sie ist wie alle schillernden Krankheiten von Mythen umrankt. Etwa dem Mythos, dass es sie gar nicht gibt, oder eine Erfindung der Psychiater sei. Doch was geschieht mit Menschen, die im Fühlen, Denken, Wollen, Handeln und Erleben zeitweilig gehandicapt …
Bild: Zehn Jahre Albtraum: Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie“ von Jens JüttnerBild: Zehn Jahre Albtraum: Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie“ von Jens Jüttner
Zehn Jahre Albtraum: Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie“ von Jens Jüttner
… traumatischen Vorstellungen? Oder was mache ich, wenn bei eine/r meiner Angehörigen solche Symptome auftreten? „Als ich aus der Zeit fiel: Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie“ ist ein ehrlicher Erfahrungsbericht. Jens Jüttner erzählt schonungslos und frei von jeglichen Allüren, was ihm Unglaubliches widerfahren ist: Über zehn Jahre lang hatte …
Schizophrenie Therapie: Verzicht auf Behandlung mit modernen atypischen Antipsychotika nur aus Kostengründen?
Schizophrenie Therapie: Verzicht auf Behandlung mit modernen atypischen Antipsychotika nur aus Kostengründen?
Noch vor wenigen Jahren mussten Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie lange Zeit ihres Lebens in psychiatrischen Kliniken verbringen und hatten unter schweren Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente zu leiden. Nicht zuletzt durch die Einführung der modernen Antipsychotika hat diese Situation sich verändert. Die medikamentöse Behandlung der …
Sie lesen gerade: Schizophrenie: Die Angehörigen in die Behandlung einbeziehen