(openPR) Über die Pfingsttage kommen 11 Ensembles aus 11 Nationen zum Festival Musica Sacra International und zeigen in 13 Konzerten in der Region die musikalischen Traditionen ihrer Kulturen und ihres Glaubens. Neben den außergewöhnlichen musikalischen Eindrücken legen die Organisatoren des Festivals großen Wert auf die Möglichkeit des Dialogs und des gegenseitigen Kennenlernens. Das war auch der Grund, warum der bekannte Theologe Prof. Hans Küng die Schirmherrschaft des Festivals übernommen hat. Er gilt als einer der renommiertesten Theologen Deutschlands, lehrt an der Universität Tübingen und steht der Stiftung „Weltethos“ vor, deren Ziel die interkulturelle und interreligiöse Forschung, Bildung und Begegnung ist.
Ein Jubiläumsfestival steht an: das 10. Musica Sacra International holt über die Pfingsttage wieder Musiker aus aller Welt ins Allgäu. Sie bringen zum Jubiläum außergewöhnliche musikalische Schätze aus ihren Glauben und Kulturen mit. 11 Ensembles aus 11 Nationen zeigen Tanz und Musik aus Buddhismus, Hinduismus, Judentum, Islam und den verschiedenen Facetten des Christentums.
Die Ensembles des Jubiläumsfestivals 2010
So zum Beispiel das S:t Jakobs Vocal Ensemble aus Schweden unter der Leitung von Gary Graden. Sie führen Urmas Sisasks ungewöhnliches Werk „Gloria patri“ auf. Der Zyklus des estnischen Komponisten und bekennenden Katholiken basieren auf einer von ihm entwickelten Sphärenharmonie, die beeinflusst ist von der Gregorianik und frühen barocken Musik. Weltraumprojektionen werden hierzu in den Konzerten zu dieser medidativen Musik gezeigt.
VocaMe aus München, um die alten Musik Spezialisten Sabine Lutzenberger und Michael Popp, lässt die Kompositionen Kassias, der frühesten bekannten Komponistin des Abendlandes wieder erklingen. Kassia lebte im 9. Jahrhundert in Byzanz, dem heutigen Istanbul, 250 Jahre vor Hildegard von Bingen. Sie gründete ein Kloster und wurde Äbtissin. In diese Zeit fallen ihre etwa 50 komponierten Hymnen, die zum Teil bis heute noch in der griechisch-orthodoxen Liturgie gesungen werden.
Das Südtiroler Bläserensemble formiert sich vornehmlich aus Musikern, die auf eine mehrjährige Tätigkeit als Solobläser in namhaften europäischen Orchestern zurückblicken können. Bei Musica Sacra werden sie hauptsächlich mehrchörige Musik aus dem Markusdom in Venedig interpretieren. Diese zum Teil gemeinsam mit dem Vokal Ensemble München. Das von Martin Zöbeley geleitete Ensemble stellt die Einflüsse Italiens auf deutsche Komponisten (Schütz, Lasso, Hassler), passend zur Landesausstellung Bayern-Italien, vor.
Der Chor Oreya ist zum Kulturbotschafter seiner Heimat, der Ukraine, ernannt worden. Die hervorragenden Sängerinnen und Sänger, mehrfach bei internationalen Wettbewerben preisgekrönt, entführen in die Tiefen des christlich-orthodoxen Glaubens.
Aus Jordanien kommen die Aswatuna Global Voices. Sie gründeten sich anlässlich des ersten arabischen Chorfestivals 2008 und widmen sich der Pflege der Musik des Nahen und Mittleren Ostens – sowohl christlichen als auch islamischen Ursprungs.
Dazu passt auch das Konzept des nächsten Chores: dem Kammerchor Collegium Singers Tel Aviv. Das Ensemble nimmt seit Jahren an dem Projekt „Voices for Peace“ teil. Jüdisch-arabische Zusammenarbeit wird somit in Israel praktiziert und darüber hinaus, indem sie jüdische, christliche und muslimische Musik gemeinsam aufführen. Der Chor ist seiner Art und Qualität in Israel einzigartig. Neben dem klassischen europäischen Repertoire widmet sich das Ensemble vor allem zeitgenössischen israelischen Komponisten.
Das Erguvan Ensemble Istanbul spielt auf traditionellen türkischen Instrumenten wie der Zither Qanun, der Kurzhalslaute Oud oder der Rohrflöte Nay und begleitet dazu die Sänger des Ensembles. In ihrem Programm begeben sie sich auf eine musikalische Reise in das alte Osmanische Reich und widmen sich auch der Musik der Sufis, die in ihren Liedern die Liebe zu Gott, beziehungsweise zum Propheten Mohammed besingen.
Der ökumenische Gedanke wird beim Jugendchor Cordana aus Indonesien täglich gelebt und praktiziert. Christen, Moslems und Hindus tanzen und singen hier gemeinsam zu Melodien aus ihrer Heimat und haben sich ein breites Repertoire von balinesischer Gamelanmusik bis hin zu zeitgenössischer Musik geschaffen. Sie waren Repräsentant Indonesiens beim Weltchorsymposium Kopenhagen 2008.
Alleine mehrstimmig zu singen wie der Däne Skye Løfvander, das ist die Kunst des Obertongesangs. Ursprünglich in der Mongolei entstanden, kam die Technik in die westliche Welt, die dann ihre eigene Sprache entwickelte. Skye Løfvander ist Lehrer, Schriftsteller und Sänger. Zusammen mit Ashish Sankrityayan aus Delhi bildet er das Ensemble Subtle Voices. Der indische Sänger studierte äußerst intensiv die traditionelle nordindische Hof- und Tempelmusikform Dhrupad.
Loten Namling ist vieles zugleich, Sänger, Musiker, Schauspieler, Cartoonist - aber er ist vor allem eines: eine mächtige Stimme. Geboren 1963 auf der Flucht im Himalaja, wuchs Loten Namling im indischen Exil auf und lebt heute in der Schweiz. Er hat sich auf die jahrhundertealte tibetische Gesangstradition der Nangma und Toeshey spezialisiert.
Die Jubiläumskonzerte
Um sich auch gegenseitig hören zu können treten die Ensembles in gemeinsamen Konzerten auf. Darüber hinaus wird eine vertiefende Vortragsreihe kostenlos im Rahmen des Festivals für Mitwirkende und Besucher angeboten. Nähere Informationen dazu werden im Internet unter www.modfestivals.org und in der Tagespresse veröffentlicht.
Die Konzertreihe des Jubiläumsfestivals beginnt am Pfingstsamstag mit „Festliche Klänge, Gesänge & Tänze“ im Kaisersaal Ottobeuren, „In heaven“ der Titel des Konzerts in St. Martin Marktoberdorf, „ex oriente lux“ in St. Maria in Isny und „Psalmen & Hymnen“ im Fürstensaal Kempten. Sonntagabend erwartet die Besucher „Himmlische Klänge“ in St. Andreas, Nesselwang (Achtung Ortsverlegung), „Welt der Religionen – Religionen der Welt“ in Memmingen im Kreuzherrnsaal, „Barock & Mystik“ im Kloster Irsee. Außergewöhnliche Konzerte birgt der Pfingstmontag: in der neu erbauten Moschee Marktoberdorf beginnt der Abend mit dem Titel „Byzanz trifft Konstantinopel – Islam trifft Hinduismus“ und endet im benachbarten MODEON Marktoberdorf. Eigens zur Landesausstellung Bayern – Italien wird das Konzert „Stile musicale San Marco“ in St. Mang in Füssen veranstaltet. Eine Gala der Religionen gibt es in der Synagoge in Augsburg und der Abend in der Basilika St. Michael Altenstadt steht unter dem Thema „Gloria patri“. Am Dienstag nach Pfingsten endet das 10. Festival Musica Sacra International im Allgäu mit den traditionellen Schlusskonzerten in der Dreifaltigkeitskirche Kaufbeuren, wo noch einmal alle Ensembles gemeinsam auftreten.
Karten & Infos
?Alle Informationen zu den Konzerten sind im Internet unter www.modfestivals.org zu finden. In der Geschäftsstelle kann eine Veranstaltungsübersicht angefordert werden, Telefon (0 83 42) 8 96 40 33. Der Kartenvorverkauf für alle Konzerte startet am Montag, 12. April in der Buchhandlung Pötzl, Marktoberdorf, Telefon (0 83 42) 4 03 54 und in den örtlichen Vorverkaufsstellen in Augsburg, Füssen, Isny, Kaufbeuren, Kempten, Memmingen, Ottobeuren, Seeg und Nesselwang (siehe Internet oder Flyer). Auch über die Internetseiten des Festivals kann man Karten bestellen. www.modfestivals.org










