(openPR) Tarifabschlüsse eine „verpasste Chance“ | Qualitätssiegel Zeitarbeit bundesweit einzige belastbare Überprüfung fair arbeitender Personaldienstleister | Kunden fordern Nachweis über korrekte Behandlung von Zeitarbeitnehmern
Sindelfingen, 29. April 2010 | Der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) und der Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister (AMP) haben mit ihren Tarifabschlüssen von je 7,60 € als unterster Entgeltgruppe vorgelegt, der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) wird in einer ähnlichen Größenordnung nachlegen. Die unsichere Tarifsituation in der Zeitarbeit hat sich für die Unternehmen der Branche damit vorerst entspannt. „Allerdings wurde die Chance versäumt mit einem Abschluss deutlich oberhalb der vom Statistischen Bundesamt festgelegten Grenze für ‚Armutslöhne’ von 7,92 € ein klares Bekenntnis zu fairer Zeitarbeit abzugeben“, erklärt Norbert Fuhrmann, Tarifexperte und Geschäftsführer der Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit (IQZ).
Einheitsbrei macht Kundenbetrieben die Wahl nicht leichter
Fuhrmann betrachtet die Tarifabschlüsse als „verpasste Chance“, deren marginale Verbesserungen für die Zeitarbeitnehmer viel zu kurz greifen, um das Vertrauen in die Branche wiederherzustellen. „Wir sehen uns Hunderten verunsicherter Kunden gegenüber, die dazu übergehen, einen Nachweis dafür zu verlangen, dass Personaldienstleister tatsächlich sauber arbeiten. Die Zugehörigkeit zu einem der großen Zeitarbeitsverbände reicht ihnen dafür längst nicht mehr aus“, so Fuhrmann. Schließlich sei es auch dann möglich, beispielsweise durch falsche Eingruppierung, unsauber zu arbeiten. Die Tatsache, dass alle Zeitarbeitsverbände jetzt ungefähr auf dem gleichen Lohnniveau liegen, mache den Kundenbetrieben die Wahl nicht einfacher.
Qualitätssiegel erstmals Voraussetzung für Erhalt von Aufträgen
„Wir haben in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Gesprächen mit Kundenbetrieben und Verbänden geführt, die zum Ergebnis hatten, das erste Ausschreibungen von Personaldienstleistungsaufträgen eine Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel Zeitarbeit voraussetzen“, sagt Fuhrmann. Unternehmen aller Branchen beginnen damit, den Begriff CSR und damit ihre Unternehmensverantwortung weiter zu fassen als in den vergangenen Jahren. Laut Fuhrmann zeigt sich darin ein Trend, der unterstreicht, dass immer mehr Auftraggeber großen Wert auf eine faire Behandlung der von ihnen entliehenen Mitarbeiter legen.
Fairness kennzeichnet Premiumanbieter in der Zeitarbeit
„Die aktuellen Verhandlungsergebnisse zeigen, dass es unrealistisch ist, daran zu glauben, dass die Branche geschlossen einen Schritt hin zu mehr Fairness im Umgang mit ihren Mitarbeitern wagt“, resümiert der Geschäftsführer der IQZ. Das Qualitätssiegel Zeitarbeit gebe allerdings Unternehmen die Möglichkeit, sich zu sauberer Zeitarbeit zu bekennen und dieses Bekenntnis gleichzeitig überprüfbar zu machen. „Das Qualitätssiegel zeichnet Premiumanbieter aus, die oberhalb bestehender Tarife – zum Teil bis hin zu Equal Pay – entlohnen und ihre Mitarbeiter fair behandeln. Eine solche qualitative Überprüfung der Entlohnungsbedingungen in der Zeitarbeit ist bundesweit einmalig“, erklärt Fuhrmann.










