(openPR) Das Güteraufkommen betrug im Jahr 2008 auf Straße, Schiff, Schiene und per Luft ca. 3.700 Millionen Tonnen.
Um diese enormen Mengen unterschiedlichster Warengüter sicher zu transportieren, werden von der Industrie und dem Transportgewerbe Ladungsträger und Ladehilfsmittel eingesetzt.
Zu den Ladehilfsmitteln zählen u. a. Verschläge, Zurrgurte usw., zu den Ladungsträgern diverse Holzpaletten in unterschiedlichen Größen und sämtliche Formen von Gitterpaletten. Zum größten Teil erfüllen diese Ladungsträgern keinerlei Norm, in der z. B. Maße und Tragfähigkeit genau definiert sind. Sie sind entsprechend preisgünstig in der Beschaffung. Andererseits sind sie meist von einer Mehrfach-Verwendung bzw. einem Tauschverfahren ausgeschlossen.
Im Jahr 1961 unterzeichneten viele europäische Eisenbahnen im Rahmen der UIC (Union Inter-nationale des chemins de fer), der Vereinigung der internationalen Eisenbahnen, einen Vertrag über den Tausch von Paletten in den Unterzeichnerländern. Diese Paletten sind als Europaletten bekannt. Im Jahr 1968 wurden für die neu hinzugekommenen Eurogitterpaletten die gleichen Abkommen getroffen.
Die beteiligten Eisenbahnen verpflichteten sich innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs zur Über-wachung dieser Normen bei Herstellung und Reparatur der Paletten und zu einem störungsfreien Paletten-Tausch im EPP (Europäischer Palettenpool).
In den siebziger Jahren übertrug die Deutsche Bahn ihre Zeichenrechte an den Europaletten und Eurogitterpaletten an die Gütergemeinschaft Paletten und später dem europäischen Dachverband, der EPAL.
Die Zeichen „DB“ im Emblem sowie „EPAL“ und „EUR“ im Oval sind markenrechtlich geschützt.
Der Marktwert orientiert sich an Angebot und Nachfrage und liegt derzeit bei der Europalette zwischen 7,00 und 8,00 € und bei der Gitterpalette zwischen 85,00 und 100,00 €.
Um dieses Tauschverfahren einer Euro- oder Gitterpalette im täglichen Einsatz ordentlich abzu-wickeln, bedarf es vielseitiger administrativer Tätigkeiten auf Seiten der Versender (in der Regel der Kunde, der Waren verschickt), aber auch auf Seiten der Spediteure, die die Waren auf Euro- oder Gitterpaletten (Tauschpaletten) entgegennehmen und/oder Europaletten bzw. Gitterpaletten als Lademittel verwenden:
Es sollten Paletten-Konten mit allen Vertragspartnern (Kunden, Spediteure, Transport-unternehmer, Palettenhändler usw.) geführt und monatlich abgestimmt werden.
Palettenbeschaffungenen aufgrund von Schwund usw. werden organisiert, überwacht, bis hin zur Prüfung der Rechnungseingänge für Kauf oder Miete der Paletten.
Lagerhaltung von Paletten ist zu kontrollieren.
Bestandskontrolle der Paletten ist durchzuführen.
Paletten-Forderungen an Geschäftspartner sind geltend zu machen bis hin zur Erstellung von Rechnungen, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Verbindlichkeiten gegenüber Geschäftspartnern sind abzubauen, um einer eventuellen Inrechnungstellung vorzubeugen.
Es sollte monatlich ein Abschluss erstellt werden, um eventuell entstandene Verluste an Lademitteln auch zu erkennen.
Damit die Kontoführung einer Wirtschaftsprüfung standhält, sind jährlich Bestätigungen über die Salden sämtlicher Paletten-Konten aller Kontoinhaber einzuholen.
Beachtung von Länder-Tausch (Nicht alle Länder tauschen Paletten).
Richtige Vorgehensweise bei Kundenpaletten (kein Tausch, obwohl Europalette).
Dies sind nur einige der wichtigsten Tätigkeiten, die notwendig sind, um ein ordentliches Paletten-Management zu betreiben.
Der Studie einer führenden, international tätigen Unternehmensberatung zufolge ist der Transport von Waren mithilfe des Europaletten-Tauschsystems teurer als von den meisten Unternehmen kal-kuliert wird. Die Untersuchung ergab, dass jede Paletten-Bewegung (pro Lieferung) mit 3 - 4 €, in Ausnahmefällen sogar mit bis zu 5 €, zu Buche schlägt. Ziel der Studie war es, die tatsächlichen Kosten des Paletten-Tausch-Systems zu ermitteln. Analysiert wurden über 50 Interviews und Einzelfallstudien mit Herstellern und Spediteuren.
Diese - versteckten - Kosten wurden in der Vergangenheit nie beziffert. Jedoch sind sie lt. Joachim R. Daduna, Professor für Vertriebslogistik an der Fachhochschule für Wirtschaft, Berlin, typisch in einer Lieferkette, in der Paletten aus einem offenen Tauschpool zum Einsatz kommen.
Im einzelnen wurden die Kosten wie folgt ermittelt:
48,0 % entstehen bei der Rückführung der Paletten,
9,0 % durch Verluste,
26,5 % durch mangelhafte Qualität der Lademittel und
16,5 % durch Verwaltungsaufwand.
In unserer Marktwirtschaft sind die Lademittel nicht mehr wegzudenken. Sie gestalten den Warenumschlag für die Güter sicherer, schneller und somit effizienter.
Damit der Paletten-Tausch mit all den damit verbundenen Tätigkeiten funktioniert, ist ein diszipliniertes Arbeiten zwingend erforderlich.











