(openPR) Handeingezogene Polierbürsten sind Erbstücke! Je häufiger sie genutzt werden, desto effektiver lässt sich damit arbeiten. In der Schuhmacherei Böhne auf Schloss Salem ist beispielsweise eine in Gebrauch, die bereits 100 Jahre nahezu täglich verwendet wurde und noch wird. Diese Bürste erstand einst des heutigen Eigentümers Urgroßvater, der 1870 geboren wurde.
Gute Schuhputzbürsten halten beinahe ewig und müssen daher nur äußerst selten angeschafft werden. Hat man nämlich erst einmal eine vernünftige gefunden, ist zeitlebens kein Ersatz mehr nötig. Zudem sind ausschließlich diese Bürsten geeignet, um beste Ergebnisse in puncto Schuhpflege erzielen zu können.
Doch wie wird nun eine solche Produktqualität erreicht? Die Antwort darauf liegt in einem minutiösen Herstellungsprozess: Nach der genauen Kontrolle der Grundmaterialien – also Haare und Hölzer – werden die einen gewaschen sowie gebündelt, die anderen gebohrt, geschliffen, mit dem Namenszug gebrannt und zuletzt poliert. So aufbereitet, kann der Bürstenmacher jetzt beide zusammenfügen. Dafür genügen ihm eine Rolle Draht und wenige spezielle Werkzeuge.
Abhängig von der Gesamtgröße der Bürsten errechnet sich deren Preis nach der Lochanzahl, in welche die mittig vom Draht umschlungenen Haarbüschel eingezogen werden. Für 7-reihige, 18 cm lange Bürsten braucht der Bürstenmacher – bloß für das Einziehen der Haare in das vorbereitete Holz – mindestens 40 Minuten. Hinzu kommen viele Detailarbeiten bis hin zur Endkontrolle.
Bevor der Draht das erste Mal eingezogen wird, muss das Anfangs- sowie Endloch errechnet werden. Bei einer 7-reihigen Bürste beginnt man seitwärts und von vorne im vierten Loch. Den Abschluss bildet das vierte von hinten. Beim Anfangsloch dreht der Bürstenmacher eine Schlaufe in den Edelstahldraht und zieht damit Haarbündel um Haarbündel in die konisch gebohrten Löcher des Unterteils des zweiteiligen Bürstenkörpers. Bei besonders feinen Haaren, wie denen der Ziege, ist es enorm wichtig, dass alle Löcher an der Öffnung entgratet wurden, damit die Haare nicht an den harten Kanten brechen und die Bürsten später übermäßig Substanz verlieren. Die erste Reihe wird vom Anfangs- bis zum Reihenendloch nacheinander eingezogen. Dann wird spiralförmig bis zum errechneten Endloch weitergearbeitet. Und zwar dergestalt, dass die zweite bis vierte Reihe stets außerhalb der vorherigen liegt. Sobald jedes Loch ein Haarbündel enthält, werden Unter- und Oberteil des Bürstenkörpers mit vier Schrauben verbunden. Diese Schrauben können auch nach Jahrzehnten wieder geöffnet werden, falls einmal etwas zu reparieren wäre.
Zum Schluss erhalten die Haare noch ihren Schnitt – mittels einer Spezialmaschine exakt auf die gewünschte Länge. Das Prinzip dabei ist simpel: Die Bürste wird dazu in eine Schiene eingelegt, deren Millimeterabstand zum Schärkopf eingestellt wird.
Abschließend werden die Bürsten der Endkontrolle zugeführt und – wenn für einwandfrei befunden – verpackt sowie versandt.












