(openPR) Viele Jahrhunderte lang kam die Medizin aus dem Garten – dem Kräutergarten. Kräuteraufgüsse und Tinkturen waren bewährte Mittel bei Beschwerden, sowohl für den Menschen als auch für seine
Haustiere. Die Kräuterapotheken der Klöster und die Vorratskammern waren immer gut gefüllt, Rezepturen wurden ausgetauscht und verbessert. Dann entdeckten Chemiker einen Weg, wie man die einzelnen wirksamen Bestandteile der Pflanzen isoliert gewinnen konnte und begannen diese synthetisch herzustellen. Labor kontra Natur – die Zeit der Arzneimittelchemie begann. Heutzutage besinnen sich viele wieder auf die „sanfte“ Medizin der Natur und ziehen als Alternative oder zur Unterstützung konventioneller Behandlungen immer häufiger die alte Kräuterheilkunde zurate. Auch in der Pferdegesundheit spielen Heilkräuter eine wichtige Rolle, vor allem bei Beschwerden der Lungen und Atemwege. Denn damit ein Pferd Leistung zeigen kann, egal in welcher Disziplin, müssen die Atmungsorgane effektiv arbeiten, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Dieser Gasaustausch muss insbesondere bei starker Belastung effektiv funktionieren. Das Atmungssystem des Pferdes ist hochempfindlich. Oft wird vergessen, dass das Pferd ein Steppentier ist und dass sich daraus ganz bestimmte Bedürfnisse ableiten: frische Luft, Licht und Bewegung. Die optimale Haltungsform, die ein Pferd zur Gesunderhaltung benötigt, ist also ein heller, luftiger Stall, Weide und Auslauf sowie die Möglichkeit, kleinere Futtermengen über den ganzen Tag verteilt aufnehmen zu können. Dies entspricht der natürlichen Nahrungsaufnahme eines weidenden Steppentiers. Diese Art der Pferdehaltung ist sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv. Viele Pferde stehen deshalb stattdessen in kleinen, dunklen Boxen und werden in staubigen Hallen bewegt. Schlechte, muffige Einstreu und verschimmeltes oder verpilztes Heu tun ihr Übriges. Hierdurch und durch die zunehmende Luftverschmutzung durch Pestizide, Abgase und industrielle Schadstoffe sind die Atemwege unserer Pferde stärker gefährdet als je zuvor. Diese Substanzen greifen die Pferdelunge an und können Husten, Verschleimungen und Allergien auslösen. Gerade der Winter ist die kritische Jahreszeit für die Gesundheit des Pferdes. In der Natur wird das Pferd durch entsprechende Klimareize abgehärtet und sein Immunsystem wird stimuliert. Diese Mechanismen sind durch die heutige Sportpferdehaltung weitestgehend außer Kraft gesetzt. Hinzu kommt eine permanente Staubkonfrontation durch Training und Haltung. Der Einsatz von Kräutern zur Behandlung und Linderung von Atemwegsbeschwerden bei Pferden kann eine sinnvolle Maßnahme sein. Sie ersetzt aber keinesfalls den Tierarzt. Atemwegserkrankungen erfordern stets eine gründliche medizinische Ursachenforschung, sonst kann aus einem leichten Husten schnell eine gefährliche Bronchitis werden. Sind vorhandene Haltungs- und Futterqualitätsmängel als mögliche Ursache abgestellt, können bestimmte Heilpflanzen den Genesungsprozess unterstützen. Die passenden Kräuter richtig angewandt wirken schleimlösend und keimtötend sowie auch reizlindernd. Zudem fördern sie das Abhusten des belastenden Schleims. Am effektivsten ist es, wenn Kräuter entsprechend ihrer Wirksamkeit gezielt eingesetzt werden. Hat man das richtige Kraut gefunden, sollte es mit heißem Wasser aufgegossen werden, um die Inhaltsstoffe wie ätherische Öle besser verfügbar zu machen. Vorsicht: Werden die Pferde schon homöopathisch behandelt, sind Kräuter kontraindiziert und können die Wirkung der Homöopathie aufheben. Am besten ziehen Sie den fachkundigen Rat eines Tierheilpraktikers hinzu. Er weiß um die Alternativen und kann Medikationen individueller zusammenstellen. Unter www.kooperation-thp.de finden Sie im Internet ein Verzeichnis von Tierheilpraktiker-Verbänden.












